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Lokales 24-Jährigen festgehalten und verprügelt – Täter in Dresden vor Gericht
Dresden Lokales 24-Jährigen festgehalten und verprügelt – Täter in Dresden vor Gericht
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16:00 18.11.2017
Am Morgen des 2. Mai dieses Jahres stürmten Polizeibeamten eine Wohnung am Albert-Wolf-Platz in Prohlis. Ein 24-jähriger Tunesier war dort von zwei Männern über Nacht festgehalten und misshandelt worden Quelle: dpa
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Dresden

Am Morgen des 2. Mai dieses Jahres stürmten Polizeibeamten eine Wohnung am Albert-Wolf-Platz in Prohlis. Ein 24-jähriger Tunesier war dort von zwei Männern über Nacht festgehalten und misshandelt worden. Das Opfer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Wegen gemeinschaftlichen erpresserischen Menschenraubes, gefährlicher Körperverletzung und Drogenhandels müssen sich seit gestern der 45-jährige Tunesier Moncef A. und der 27 Jahre alte Marokkaner Yassine A. vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Mancef A. war Mieter der Wohnung und er betrieb dort wohl einen florierenden Drogenhandel. Auch das Opfer kam am Abend des 1. Mai zu ihm, um für fünf Euro Haschisch zu kaufen. Mit der Begründung, er habe dem 45-Jährigen zuvor 2000 Euro gestohlen, soll das Opfer von den Angeklagten bedroht und brutal geschlagen worden sein. Die Wohnungstür, so die Anklage, wurde abgeschlossen, damit der 24-Jährige nicht flüchten konnte. Der junge Tunesier sei mit einem Baseballschläger regelrecht durch die Wohnung geprügelt worden. Aus Angst vor weiteren Schlägen gab das Opfer den vermeintlichen Diebstahl dann zu und erklärte sich bereit, insgesamt 2300 Euro an die Opfer zu zahlen. Dies wurde von den Angeklagten mit dem Handy des Opfers aufgenommen. Laut Anklage sollen Mancef A. und Yassine A. gedroht haben, den Film dem Vater des Opfers zuzuspielen. Erst als die Polizei anrückte, konnte der Mann befreit werden. Die Beamten fanden neben dem Baseballschläger, eine Luftdruckwaffe, eine Machete und ein Schwert und unter dem Fenster Crystal und Haschisch.

Moncef A. wollte sich gestern nicht zu den Vorwürfen äußern, Yassine A. ließ über einen seiner Verteidiger erklären, dass er mit der Sache nichts zu tun habe. Er habe den Mitangeklagten nur flüchtig gekannt und nur kurzzeitig dort gewohnt, weil er Stress mit seiner Freundin gehabt habe. Er habe auch keine Drogen verkauft, sondern dem Tunesier nur geholfen, die aus dem Fenster zu werfen, als die Polizei anrückte. Auch die Misshandlung des Opfers wies er zurück. Er habe sich daran nicht beteiligt, sondern sogar versucht, Moncef A., der unter Drogen gestanden habe, davon abzuhalten. Auch die Waffen hätten nur dem 45-Jährigen gehört. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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