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20. Todestag von Manfred von Ardenne

Der Geist der Wissenschaft 20. Todestag von Manfred von Ardenne

Manfred von Ardenne war Zeit seines Lebens nicht nur ein wissenschaftliches Universalgenie, sondern auch stets von seinem starken Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gesellschaft getrieben. Vor 20 Jahren starb der Wissenschaftler – doch seine Hinterlassenschaft ist weit größer als 600 Erfindungen und Patente.

Der große Erfinder Manfred von Ardenne ist vor 20 Jahren verstorben, sein Erbe ist unvergessen

Quelle: Karl-Heinz Kloppisch

Dresden. Manfred von Ardenne war Zeit seines Lebens nicht nur ein wissenschaftliches Universalgenie, sondern auch stets von seinem starken Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gesellschaft getrieben – „Das fortschrittliche Alte muss sich wandeln, damit es das fortschrittliche Neue wird!“, sagte der damals 82-jähriger bei einer Rede im Kulturpalast am 16. Oktober 1989, wenige Tage nachdem er von der Stadt Dresden als Ehrenbürger ausgezeichnet worden war. Vor 20 Jahren starb der Wissenschaftler – doch seine Hinterlassenschaft ist weit größer als 600 Erfindungen und Patente.

Ardenne ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Dresdner Wissenschafts- und Wirtschaftsgeschichte. Zeit seines Lebens arbeitete, lehrte und forschte er unter den verschiedensten politischen Gegebenheiten und brachte dabei unzählige physikalische, technologische und medizinische Erkenntnisse und Innovationen hervor – von der Weimarer Republik, der NS-Zeit über die sowjetische Besatzung bis hin zur DDR.

Dabei hat es sich der Dresdner immer zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Erkenntnisse für eine breite Öffentlichkeit verständlich darzustellen – in populärwissenschaftlichen Büchern oder Vorträgen, die er bereits in jungen Jahren in Berlin und seit Ende der 60er Jahre regelmäßig in Dresden hielt. Bereits in der Eröffnungswoche des Urania Vortragszentrums im Mai 1966 hielt auch Ardenne dort seinen ersten Vortrag, viele weitere in Kulturpalast, Rundkino, Hygienemuseum oder Hörsälen sollten aufgrund der großen Resonanz folgen. Deshalb ist Ardenne seit der Vereinsgründung 1991 bis heute das einzige Ehrenmitglied des Urania Vortragszentrums.

Der Wissenschaftlicher übte auch immer wieder Kritik am Sozialismus der DDR und machte sich mit seinen Veröffentlichungen für weitreichende Reformen stark. Zwischen 1945 und 1954 musste Ardenne im Rahmen der Reparationsleistungen für die Sowjets an der Atombombe forschen, ehe er nach Dresden zurückkehrte und auf dem weißen Hirsch das Ardenne Institut aufbaute, dass sich später zum größten privatwirtschaftlichen Forschungszentrum des Ostblocks entwickelte. Dort forschte Ardenne bis zur Zersplitterung des Instituts nach der Wende unter anderem an Ionen- und Medizintechnik (etwa eine eigene Herz-Lungen-Maschine für die DDR) und erlangte dabei wichtige Kenntnisse im Bereich der Krebsforschung (beispielsweise die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie).

Für sein Lebenswerk ist Ardenne zwischen 1941 und 1989 mit unzähligen Ehrungen und Verdienstorden ausgezeichnet worden. Aus dem Ardenne-Institut entstand nach 1990 unter anderen die Firma Ardenne Anlagentechnik, die heute als Familienunternehmen unter dem Namen Von Ardenne GmbH etwa 700 Mitarbeiter beschäftigt.

Von Sebastian Burkhardt

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