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Lokales 20 Millionen Euro teurer Schulcampus in Dresden steht wegen drei Eiben vor dem Aus
Dresden Lokales 20 Millionen Euro teurer Schulcampus in Dresden steht wegen drei Eiben vor dem Aus
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23:38 09.09.2015
Diese Eiben gefährden den Schulcampus. Quelle: Medienkontor
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Grund: Seit drei Jahren plant die Akademie gemeinsam mit ihren Schwesterunternehmen, der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung (AWV) und der Fachhochschule Dresden (FHD), den Neubau eines großen gemeinsamen Schulcampus am Straßburger Platz. Dieser steht nun auf der Kippe. Schuld ist eine Gruppe von Eiben. „Unser Architekturbüro hatte am vergangenen Freitag ein Gespräch mit dem Umweltamt, bei dem uns mitgeteilt wurde, dass die Eiben Naturdenkmale sind“, erklärt Kahle auf Anfrage von DNN-Online. Sprich: Sie dürfen weder beschädigt, geschweige denn gefällt werden. Das lässt aber sämtliche Pläne der Akademie sprichwörtlich gegen den Baum fahren.

Das ärgert den Geschäftsführer außerordentlich: „Wir haben alle unsere Planungen mehrfach mit den Ämtern der Stadt abgestimmt und sogar schon eine Bauvoranfrage eingereicht.“ Es hätte nur noch der Bauantrag gefehlt. „Immerhin geht es um einen Neubau für über 20 Millionen Euro und circa 12.000 Quadratmetern Nutzfläche, mit dem mehr als 200 Arbeitsplätze neu geschaffen und erhalten werden“, fügt Kahle hinzu. In allen Gesprächen begegnete die Stadt ihm mit großem Wohlwollen bezüglich seines Vorhabens. „Sogar mit Wirtschaftsbürgermeister Hilbert haben wir gesprochen“, erzählt Kahle weiter. Eine kriegsbedingte Bebauungslücke werde endlich geschlossen, äußerte sich auch das Stadtplanungsamt.   Völlig unverständlich ist für Günther Kahle daher die Unterschutzstellung der drei Eiben, die die Baupläne völlig über den Haufen wirft. „Wie wir unter Aussparung des Eibenareals, welches die Hälfte der Fläche entlang der Grunaer Straße einnimmt, unseren Raumbedarf realisieren sollen, ist völlig unklar. Die nötige Umplanung wirft uns um Monate, wenn nicht Jahre zurück. So verprellt die Landeshauptstadt Dresden Investoren!“

Auch die Ehrlich’sche Schul- und Armenstiftung ist in diesem Zusammenhang nicht gut auf die Stadt zu sprechen. Sie ist Eigentümerin des Karrees am Straßburger Platz und hat es per Erbbaupachtvertrag der AFBB überlassen. Die Stiftung hatte einen Antrag auf Fällung der drei Eiben bei der Stadtverwaltung gestellt. Doch die Fällgenehmigung wurde ihr verweigert. Die Ehrlich’sche Schul- und Armenstiftung hat daher Klage gegen die Landeshauptstadt eingereicht.

„Das Vorgehen der Stadt ist mir völlig unerklärlich. Eiben wie unsere gibt es mehrfach in ganz Dresden. Sie zu einem Naturdenkmal zu erklären und damit einen wichtigen Schul- und Wissenschaftscampus unmöglich zu machen, ist an Ignoranz nicht zu überbieten. Gerade von einem Wirtschaftsbürgermeister, der Oberbürgermeister werden will, hätte ich anderes erwartet“, kritisiert Kahle.   Das sieht die Stadt Dresden allerdings anders. So beschreibt die Verwaltung in der Verordnung zur Festsetzung des Naturdenkmals „Eiben – Blochmannstraße 2“, dass die Gruppe aufgrund ihrer „Seltenheit, individuellen Ausprägung, Eigenheit und Schönheit“ unbedingt zu schützen sei. Außerdem seien die Eiben als Naturdenkmal „mit der bestehenden Größe und Ausprägung einmalig für Dresden und überdurchschnittlich wertvoll.“

Zusätzlich betonte Baubürgermeister Jörn Marx (CDU), dass sowohl der Vorhabenträger als auch der Planer darüber informiert wurden, dass eine Unterschutzstellung dieser Baumgruppe durch das Umweltamt beabsichtigt war. Seitens der Stadt bestehe zudem immer noch die Absicht, das Vorhaben zu unterstützen. Mit den beauftragten Planern wurde im Stadtplanungsamt nach Angaben von Marx an möglichen alternativen Lösungen gearbeitet. Ein neuer Lösungsansatz wurde gefunden. Zugunsten des Erhaltens der Eibengruppe besteht die Möglichkeit, die notwendige Fläche zu kompensieren.

Derzeit sind die Standorte der drei privaten Bildungseinrichtungen AFBB, AWV und FHD über die ganze Stadt verteilt. Mit dem neuen Schulcampus im Karree Straßburger Platz, Grunaer Straße, Blochmannstraße, Seidnitzer Straße und Güntzstraße sollten die Einrichtungen an einem Standort zusammengezogen werden.

Nadine Steinmann

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