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160 Millionen – DVB verzeichnen Fahrgastrekord

Dresdner Verkehrsbetriebe 160 Millionen – DVB verzeichnen Fahrgastrekord

160 Millionen Fahrgäste und damit so viele wie noch nie zuvor sind 2017 bei den Dresdner Verkehrsbetrieben eingestiegen. Das sind noch einmal 2,9 Millionen mehr als 2016, als die DVB mit 157,1 Millionen Fahrgästen bereits einen Rekord vermeldeten. Im Unternehmen geht man davon aus, dass das so weitergeht. Das hat Auswirkungen.

Noch fehlt Baurecht auf der derzeit aufgerissenen Oskarstraße.
 

Quelle: DVB/virtualarchitects.net

Dresden. 160 Millionen Fahrgäste und damit so viele wie noch nie zuvor sind 2017 bei den Dresdner Verkehrsbetrieben eingestiegen. Das sind noch einmal 2,9 Millionen mehr als 2016, als die DVB mit 157,1 Millionen Fahrgästen bereits einen Rekord vermeldeten. Im Unternehmen geht man davon aus, dass dieser „höchste prozentuale Anstieg der ÖPNV-Fahrgastzahlen seit der Wende“ anhält, wie es auf dem Neujahrsempfang am Mittwoch im Straßenbahnmuseum hieß. In den nächsten Jahren wird demnach ein Zuwachs auf etwa 170 Millionen Fahrgäste pro Jahr erwartet. Das hat Auswirkungen.

Wie äußert sich das steigende Fahrgastaufkommen?

Durch volle Busse und Bahnen. Statistisch steigt heute jeder Dresdner rund 257 Mal im Jahr in eine Straßenbahn oder einen Bus, haben die Verkehrsbetriebe ausgerechnet. An Werktagen nutzen mehr als eine halbe Million Menschen das DVB-Angebot. Bei den Straßenbahnlinien 7 (52 000 Fahrgäste pro Werktag), 11 (38 100) und 3 (37 400) ist das Aufkommen am höchsten, beim Busverkehr sind die Linien 61 (31 700), 62 (23 700) und 66 (18 800) am stärksten nachgefragt. Ansteigenden „Traffic“ verzeichnen die DVB übrigens auch im Internet. Durch die 2016 gestartete App „DVB mobil“, die über Verbindungen, Störungen und Echtzeitfahrten Auskunft gibt, verzeichnet die mobile Webseite zuletzt rund 830. 000 Sitzungen pro Monat. Ein Anstieg um 170 Prozent im Jahr 2017.

Wie bewerten das die DVB?

Zunächst einmal sehr erfreut: „Die auf 160 Millionen Fahrgäste rasant gestiegene Nachfrage bei den Dresdner Verkehrsbetrieben ist ein Indiz für die wachsende Mobilität in einer zunehmend verdichteten Innenstadt“, sagt Andreas Hemmersbach, Vorstand für Finanzen und Technik. Mit klimaschonenden Verkehrsmitteln habe man schon heute die Lösung zur Reduzierung des Verkehrs und zur Verbesserung der Luftqualität parat. „Dass wir immer mehr Passagiere in hoher Qualität und Kundenzufriedenheit sicher durch Dresden bewegen können, verdanken wir in erster Linie unserer engagierten Belegschaft“, bekräftigt Lars Seiffert, Vorstand für Betrieb und Personal. Vor allem die 2050 Mitarbeiter hätten den Verkehrsbetrieben bei Umfragen von ADAC und im ÖPNV-Kundenbarometer den Spitzenplatz beschert. Andererseits ist der Unternehmensspitze klar: Um der weiter steigenden Nachfrage gerecht zu werden, muss investiert werden.

Was wird für den Streckenausbau getan?

2017 haben die DVB 39,6 Millionen Euro in Fahrzeuge, Objekte und Infrastruktur investiert. 16,7 Millionen Euro davon kamen als Fördermittel von Bund und Land. Die Gelder wurden vor allem für die Wehlener Straße, den Haltestellenausbau an der Hugo-Bürkner-Straße und den Neubau der Wendschleife Infineon Süd ausgegeben. Und für den ersten Abschnitt des Ausbauprojekts „Stadtbahn 2020“, der am 1. März hoffnungsvoll begann und Ende April wegen eines vom Oberverwaltungsgerichts beanstandeten Formfehlers gestoppt werden musste. Aktuell liegen die Pläne für den Trassenneubau zum wiederholten Mal bei der Landesdirektion aus. „Eine Entscheidung zum Weiterbau wird dringend erwartet“, heißt es von den DVB.

Wo wird 2018 investiert?

Neben der Oskarstraße wird im Rahmen von „Stadtbahn 2020“ bereits seit Ende 2017 an der neuen Zentralhaltestelle an der Tharandter Straße gebaut. Nach diesen vorbereitendenden Arbeiten ist im Juni 2018 der Umbau auf der Löbtauer und Tharandter Straße geplant, ehe 2019 die Kesselsdorfer Straße folgt. Außerdem werden die Planungen für die neue Linie 5, die die völlig überlastete Buslinie 62 ersetzen soll, weiter vorangetrieben. An der Schlömilchstraße wollen die DVB noch eine Gleisschleife am neuen Schulcampus Tolkewitz aufbauen und an die Wehlener Straße anbinden. Ab Februar wird zudem die alte Gleisschleife am Diebsteig ausgebaut. Für weitere Vorhaben fehlt das Baurecht. So warten die DVB an der Bautzner Straße zwischen Glacisstraße und Hoyerswerdaer Straße, an der Lübecker Straße einschließlich der Haltestelle „Birkenhainer Straße“ und der Meißner Straße in Radebeul auf grünes Licht. Für das Unternehmen ist das ein echtes Problem.

Was ändert sich für Fahrgäste?

Für Nachtschwärmer wird ab dem 9. April der Verkehr zwischen 0.45 und 4.45 Uhr geändert. Werktags fahren die Wagen in dieser Zeit stündlich, Freitag und Sonnabendnacht dagegen halbstündlich. Damit wollen die Verkehrsbetriebe auf den verstärkten Freizeitverkehr in diesen Nächten reagieren. Freitag- und Sonnabendnacht seien fast drei Mal so viele Gäste unterwegs wie an den Werktagnächten.

Auch in Pillnitz wird das Angebot ausgebaut. Voraussichtlich ab Juni 2018 soll eine neue Wendestelle östlich der Schloss- und Parkanlage für eine bessere Anbindung sorgen. Zugleich werden die Linien dort neu geordnet. Busse der Linie 63 enden künftig immer am neuen Endpunkt Schloss Pillnitz. Bonnewitz und Graupa werden durch die neue Linie 83 angebunden, die kombiniert mit der Pirnaer Buslinie P fährt.

Und sonst?

Kümmern sich die DVB um ihren Fuhrpark. Ende Januar werden die Angebote potenzieller Hersteller für die neuen, breiteren Stadtbahnwagen erwartet. Wenn die ersten neuen Trams ab 2021 in den Einsatz gehen, sollen zunächst die noch verbliebenen 18 Tatra-Züge ausgesondert werden. Die Stadtbahnwagen der ersten Generation, von denen die ältesten bald 30 Jahre alt werden, sollen noch eine Weile Dienst tun. Bei den DVB wird darüber nachgedacht, sie durch neue Fahrgastanzeigen und eventuell auch den Austausch einiger Baugruppen zu modernisieren. Insgesamt besteht die Straßenbahnflotte aus 185, die Busflotte aus 146 Fahrzeugen.

Von Uwe Hofmann

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