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Lokales 1500 illegale Sprengkörper gebunkert – 14 Monate Haft für 29-Jährigen
Dresden Lokales 1500 illegale Sprengkörper gebunkert – 14 Monate Haft für 29-Jährigen
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10:31 04.07.2017
Die Polizei fand rund 1500 illegaler Sprengkörper - darunter 1 235 „LaBomba“, 100 Crazy Robots“ sowie Kugelbomben, Böller der Marken Dum Bum, Cobra, Shark sowie Raucherzeuger. Quelle: Archiv
Dresden

Maik K. sitzt seit einiger Zeit in Untersuchungshaft. Gegen den 29-Jährigen wird wegen engster Kontakte zur rechtsextremen „Freien Kameradschaft Dresden (FKD)“ ermittelt. Mitglieder dieser Gruppierung sollen, teilweise gemeinsam mit der „Gruppe Freital“, Flüchtlinge und politisch Andersdenkende attackiert und Pyrotechnik in Asylunterkünfte geworfen haben. Zwei Mitglieder der FKD müssen sich derzeit vor der Staatsschutzkammer des m Dresdner Landgericht, Mitglieder der Gruppe Freital vor dem Oberlandesgericht verantworten.

Im Rahmen der Ermittlungen gegen Maik K. wegen einer Zusammenarbeit mit der FKD war man auf ein ganzes Lager an Pyrotechnik gestoßen. Die Polizei fand rund 1500 illegaler Sprengkörper - darunter 1 235 „LaBomba“, 100 Crazy Robots“ sowie Kugelbomben, Böller der Marken Dum Bum, Cobra, Shark sowie Raucherzeuger. Alles per Internet in Polen bestellt, ohne Kennzeichnung und in Deutschland nicht zugelassen.

Wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetzt wurde Maik K. vor einigen Wochen deshalb per Strafbefehl zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er legte Widerspruch ein. Darüber wurde nun am Dresdner Amtsgericht verhandelt. Allerdings hat sich der 29-Jährige das Ergebnis wohl anders vorgestellt.

„Mein Mandanten will klarstellen, dass diese Sammelbestellung keinen politischen Hintergrund hat“, ließ er seinen Anwalt verkünden. „Herr K. wehrt sich gegen Vorwürfe mit der FKD zusammengearbeitet und sie mit Böllern beliefert zu haben.“ Das war auch gar nicht angeklagt, mit diesen Vorwürfen wird er sich in einem anderen Prozess auseinandersetzen müssen. Hier ging es „nur“ um die illegale Einfuhr und den Besitz.

Die Sprengkörper seien für Silvester bestimmt gewesen, so der Angeklagte. Einen Teil habe er an Leute verkaufen wollen, die die Böller bei ihm bestellt hatten, um sie in Fußballstadien zu zünden. Das machte die Sache nicht besser. „Die Verwendung solcher Gegenstände bei öffentlichen Veranstaltungen gefährdet Menschenleben. Eine Pest, die immer mehr um sich greift“, machte ihm der Richter klar. Er verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, da floss noch ein anderes Urteil mit ein, – und zwar ohne Bewährung. Nun muss Maik K. brummen. Dumm gelaufen.

Von Monika Löffler

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