Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales 150 Kleingärten weniger - Entschädigung für Pächter, die wegen Hochwassergefahr aufgeben
Dresden Lokales 150 Kleingärten weniger - Entschädigung für Pächter, die wegen Hochwassergefahr aufgeben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:45 09.09.2015
Die neue Saison beginnt für Kleingärtner Wolfgang Schulze in der Sparte "Am Anton-Günther-Park" in Pieschen mit dem Sieben von Komposterde. Quelle: Dietrich Flechtner

Im Ostragehege müssen Gärten geräumt werden und auch gegenüber in der Sparte "An der Fähre" droht Gefahr.

Das treibt Frank Hoffmann um, den 1. Vorsitzenden des Dresdner Kleingärtner-Stadtverbands. Seit dem Hochwasser im Juni 2013 hält er die Vorsorge für die 700 Gärten, die bei einem durchschnittlich alle 20 Jahre wiederkehrenden Hochwasser untergehen, für eines der wichtigsten Arbeitsthemen. Das müsse "schnellstens per Stadtratsbeschluss festgelegt werden", die Gärtner sollten dabei einbezogen werden, fordert der Chef des Stadtverbands. Und er hat Lösungsvorschläge parat: Es sollte festgelegt werden, "wie bestimmte Flächen renaturiert und dabei die Interessen der Kleingärtner weitgehend gewahrt werden können." Hoffmann setzt auf die Übernahme von Parzellen durch die Stadt, die im Hochwassergebiet liegen und von den Pächtern freiwillig aufgegeben werden. Außerdem müsse dann nach Ersatzland für diese Kleingärtner gesucht und den weichenden Pächtern eine "pauschale Entschädigung" gezahlt werden.

Ein heikles Thema. Es betrifft seit dem Hochwasser vor knapp zwei Jahren vor allem die Sparten "An dem Zschierbach I", "Die Ufergärten", "Ostragehege", "Elbtal II", "Dresden-Altleuben" und "Neuleuben". Dort haben Kleingärtner aufgegeben, nun müssen die Parzellen beräumt und die künftige Pflege der Flächen gesichert werden. Ohne Hilfe aus dem Rathaus geht das nicht, ist der Stadtverband überzeugt.

Auf die Verantwortlichen der Stadtverwaltung können sich die Schrebergärtner zumeist verlassen. Schließlich ist per Bundeskleingartengesetz geregelt, dass Parzellen auf städtischem Grund Bestandsrecht haben. Den Kleingärtnern kann deshalb nur dann gekündigt werden, wenn ein neuer Bebauungsplan erarbeitet wird. Da redet aber der Stadtrat mit, in dem die Kleingärtner starke Fürsprecher haben. Kritisch sieht Hoffmann die Zukunft der Kleingärten zwischen der Reicker Straße und der Bahnstrecke nach Pirna. Dort soll der "Wissenschaftsstandort Ost" entstehen, Gärten müssen weichen. "Als Erfolg sehen wir, dass hier begonnen wird, erst einen B-Plan aufzustellen, der die Schaffung von Ersatzflächen vorsieht", lobt der Chef des Stadtverbands das Vorgehen der Planer im Rathaus.

Öffentlichen Streit gab es zuletzt um acht Parzellen der Anlage "Elbeland" in der Johannstadt, die einem Parkhaus für das Uniklinikum und das Max-Planck-Institut weichen sollen. "Ersatzland wurde versprochen, noch ist nichts sicher", warnt Hoffmann. Ersatzland fehlt auch noch für 14 Parzellen der Anlage "Spitzweg" in Leubnitz-Neuostra, die weichen müssen, wenn der Leubnitzer Bach/Koitzschgraben renaturiert wird. Das gelte auch für das Projekt "Umverlagerung der Prießnitz" in der Neustadt, das die Sparte "Prießnitzaue" betrifft, so Hoffmann.

Nicht gut stehen die Chancen für Kleingärtner, wenn private Verpächter die Kündigung anpeilen. Denn diese sind nicht dazu verpflichtet, Ersatzland bereit zu stellen. Der Kleingartenanlage "Wilder Mann" mit 61 Parzellen und sieben Kleingärtnern der Anlage "Lockwitzgrund" droht deshalb das Aus.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.03.2015

Christoph Springer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf den ersten Blick scheinen sich die Häuser am Königsheimplatz in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert zu haben. Nur die Fassade und die Balkongeländer sehen heute etwas farbenfroher aus.

09.09.2015

Ihr Gemeindeleben begannen die evangelisch-lutherischen Christen in Rähnitz mit der Sorge um die Toten. Einen Friedhof wollten sie Ende des 19. Jahrhunderts und eine eigene Kirche für die Bestattungsfeiern, damit sie dafür nicht mehr bis ins vier Kilometer entfernte Reichenberg mussten.

09.09.2015

Der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) will am Montag im Aufsichtsrat der Technischen Werke Dresden (TWD) gegen die Vorschläge des Personalausschusses für die Geschäftsführerposten stimmen.

09.09.2015