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Lokales 15 Millionen Euro für den Hauptbahnhof
Dresden Lokales 15 Millionen Euro für den Hauptbahnhof
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18:23 24.08.2018
Der Strohbachtunnel (links) wird zum Rettungsweg umgebaut.
Dresden

Der Zauberschüler Harry Potter ist vom Gleis neundreiviertel des Londoner Bahnhofs King’s Cross mit dem Zug gen Zauberschule Hogwarts gefahren. Er hätte auch vom Bahnsteig 5 des Dresdner Hauptbahnhofs seine Reise beginnen können. Weder Gleis neundreiviertel noch Bahnsteig 5 gibt es. Was sich im Fall des Hauptbahnhofs ändern wird: „2020 werden die Gleise logisch fortlaufend nummeriert“, kündigt Heiko Klaffenbach an, Leiter Bahnhofsmanagement Dresden. Eine kleine Revolution, die dank umfangreicher Bauarbeiten in der Mittelhalle möglich wird.

Es war kein böser Wille zur Verwirrung der Reisenden, dass es bisher in der Mittelhalle keinen Bahnsteig 5 gab. Das hing mit der Nummerierung der Ostbahnsteige zusammen, die aber nicht mehr genutzt werden. „Wir überarbeiten die Nummerierung komplett, die Reisenden werden sich noch besser zurechtfinden“, so der Bahnhofsmanager.

Die Bauarbeiten in der Mittelhalle für 15 Millionen Euro seien die letzte große Maßnahme im Hauptbahnhof, so Klaffenbach. Was hat die Bahn nicht alles in den vergangenen Jahren saniert: Empfangsgebäude, Hochbahnsteige, Fassade, Dach. Bei den Mittelbahnsteigen geht es vor allem um zwei Schwerpunkte: Ein zweiter Rettungsweg muss eingerichtet werden, die Reisenden sollen barrierefrei ein- und aussteigen können.

Der Rettungsweg wird im sogenannten „Strohbachtunnel“ installiert, erläutert Projektleiter Ralf Krüger. Wer der Namensgeber für den Tunnel ist, weiß kein Mensch, ein Strohbach fließt jedenfalls nicht durch den Hauptbahnhof. Als das Gebäude 1898 errichtet wurde, diente der Tunnel als Abkürzung für die vielen Fußgänger, die damals noch zwischen Altstadt und Südvorstadt unterwegs waren. In den 1950er Jahren wurde der Tunnel geschlossen. Künftig werden Reisende im Notfall durch die Unterführung Richtung Wiener Platz evakuiert.

Die Bahnsteige erhalten eine Einstiegshöhe von 55 Zentimetern. Damit, so der Bahnhofsmanager, werden die Rollstuhlhubwagen nicht mehr benötigt. „Ab 2020 ist der gesamte Hauptbahnhof barrierefrei. Alle Bereiche sind dann auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich“, kündigt Klaffenbach an. Die ersten Bahnsteige in der Mittelhalle wurden bereits abgerissen und werden komplett neu wieder aufgebaut.

Dabei werden die Bahnsteige aber nur noch 30 Meter aus der Bahnhofshalle herausragen. „Die Außenbahnsteige werden nicht mehr benötigt und abgerissen“, so der Projektmanager, auch die Stahlskelette für die Überdachungen würden verschwinden. 185 Meter werde die Nutzlänge der Bahnsteige betragen – angepasst an die Bedürfnisse der Mitteldeutschen Regiobahn. „Das sind 15 Meter mehr als üblich“, erläutert Krüger.

Ausnahme ist der Bahnsteig 13/14, der seine jetzige Länge beibehalten wird. Hier will die Bahn auch die Überdachung sanieren. „Das ist unser Reservebahnsteig für Fernzüge“, erläutert Klaffenbach. Bisher halten auf den Mittelbahnsteigen keine Fernzüge. „Aber die Entwicklung geht weiter, vielleicht gibt es Bedarf.“ Oder Ausnahmesituationen, in denen Fernzüge auf den langen Bahnsteig umgeleitet werden müssen.

Neben den Arbeiten an den Bahnsteigen muss die Bahn auch eine sehr aufwendige Regenwasserentwässerung errichten. Im Moment wird das Wasser noch durch ein provisorisches Rohr geführt. Das soll durch eine Rohrkonstruktion ersetzt werden, die an den Hochbahnsteigen montiert werden soll. Außerhalb der Bahnhofshalle bindet das Leitungssystem in einen Sammler der Stadtentwässerung Dresden ein, der tief unter der Erde liegt.

„Die Dresdner legen eine sehr große Geduld und Akzeptanz an den Tag, wenn es um den Hauptbahnhof geht“, sagt Klaffenbach. Trotz der vielen Arbeiten befinde sich der Hauptbahnhof in den Top 3 der beliebtesten deutschen Bahnhöfe. Das wird so bleiben, ist sich der Bahnhofsmanager sicher, wenn die Bauarbeiten im Juni 2020 mit dem dritten Bauabschnitt abgeschlossen sind. Dann wird auch ein neues Fahrgast-Informationssystem in Betrieb gehen, so der Bahnhofsmanager. Auch am Bahnsteig 5, der zu seinem Recht kommen wird.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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