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Lokales 15 Jahr Duale Satire Deutschland: "Komm, wir sterben in Amsterdam”
Dresden Lokales 15 Jahr Duale Satire Deutschland: "Komm, wir sterben in Amsterdam”
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23:18 09.09.2015

Heute, 15 Jahre später, ist das Sparen in aller Munde. Dass sich aber "sparen auch rechnen müsse", das hatten die beiden nebenberuflich agierenden Kabarettisten der Politik schon damals ins Stammbuch geschrieben. Das taten sie auch danach. Etwa im Programm "Deutschland - ein Kindermärchen" (2002), in "Vom Millionär zum Tellerwäscher" (2005) und auch in "Mehr Netto vom Brutto" (2011). Dass die beiden - samt Bernd Kulow als unverzichtbarer dritter Mann hinter und manchmal auch vor den Kulissen - fast immer die Finger in der richtigen Wunde hatten, ist weniger ein Glücksfall als vielmehr beider Profession geschuldet. Der eine, Ulrich Eißner (Jahrgang 1962), lehrt an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste als Professor für Theaterplastik. Der andere, Arnd Stephan (Jahrgang 1965), ist Professor für Elektrische Bahnen an der Technischen Universität Dresden. Kurz gesagt, beide hatten schon und haben immer noch tagtäglich mit allerhand Menschen und deren Meinungen zu tun. Und wenn man dabei noch ein Gespür für satirischen Hintersinn hat, dann entstehen Kabarettszenen mitunter von ganz allein.

Nun hielten die zwei in der Herkuleskeule Rückschau auf ihr eigenes 15-jähriges Tun als Duale Satire Deutschland (DSD). Und diese Retrospektive war nicht von Pappe. Selbstverständlich begann die Rückschau in der Gegenwart. Und zwar auf der Intensivstation, in der mittlerweile das "Haus Europa" als Patient unter der Sauerstoffmaske vor sich hin schnorchelt. Trotz alledem! "Die Zukunft fängt eben erst an", ist sich Eißner absolut sicher. Es gibt ja auch Erfolge zu vermelden. Zum Beispiel sei mit Jahresbeginn die Praxisgebühr weggefallen. Wenn das kein Grund zum Jubeln ist, was dann?

Die Themenvielfalt in den Programmen der DSD überrascht erst recht im Rückblick. Da wird der MDR über seine Kultsendung "Tierisch, tierisch" und deren Mutter Uta Bresan (Arnd Stephan) wunderbar karikiert. Man erinnert sich mit dem Publikum gemeinsam singend ("-es gibt keine Glühbirne mehr") an die EU-weite Abschaffung jener Lichtquelle. Man wandelt einen bekannten Hit der Puhdys in die neue Aussage "Wenn ein Mensch künstlich entsteht" um. Und geißelt in einem anderen "Komm, wir sterben in Amsterdam" (nach einem Schlager von Cora) den deutschen Sterbetourismus. Großartig auch, wie Arnd Stephan als schwäbelnder Waffenhändler das Gebot "Du sollst nisch töte!" aus seiner Sicht auslegt und ad absurdum führt. Und geradezu bahnbrechend scheint das Resümee der drei im Abschlusslied zu sein. Denn darin singen sie "Wir ham das alles, was mal kommt schon längst erlebt".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.01.2013

W. Zimmermann

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