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Lokales 13. Februar: OB Orosz ruft Dresdner zur Menschenkette auf
Dresden Lokales 13. Februar: OB Orosz ruft Dresdner zur Menschenkette auf
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17:11 09.09.2015

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"Aus Anlass der Bombenangriffe auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 und mit Blick auf die Geschichte unserer Stadt erinnern wir an die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg. Wir erinnern damit daran, dass Deutschland diesen Krieg in die Welt getragen hat, der im Februar 1945 auf so furchtbare Weise auch unsere Stadt zerstörte. Wir sind täglich gefordert, uns für eine friedliche und menschenwürdige Gesellschaft einzusetzen. Mangelnden Respekt vor der Menschenwürde, extremistisches oder demokratiefeindliches Gedankengut, Fremdenfeindlichkeit und Alltagsrassismus nehmen wir nicht hin. Die Menschenkette soll ein deutlich sichtbarer Ausdruck unseres Gemeinsinns über alle trennenden Grenzen hinweg sein", so Orosz.

Die Menschenkette gibt es seit 2010 alljährlich am 13. Februar. Die Aktion ist das Ergebnis der Debatte in der Stadt über eine geeignete Form des Gedenkens. Denn während die einen an diesem Tag gegen die Rechtsextremisten demonstrierten, forderten die anderen, wieder zum stillen Gedenken zurückzukehren. Um diese unterschiedlichen Meinungen zusammenzuführen, berief die Oberbürgermeisterin 2009 die Arbeitsgemeinschaft 13. Februar ein. In dieser suchten Vertreter des Stadtrates, der Kirchen, der jüdischen Gemeinde, aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Bildungsträger gemeinsam nach einer Form des Gedenkens, mit der sich die Mehrheit identifizieren kann. "Nach langen Diskussionen einigt man sich, am 13. Februar 2010 um die Dresdner Altstadt eine Menschenkette zu bilden. Diese sollte symbolisch die Altstadt vor den Rechtsextremisten schützen und an die Ereignisse im Februar 1945 erinnern. Ursprünglich für 1500 Teilnehmer geplant, umschlossen mehr als 10 000 Dresdner an diesem Wintertag die Altstadt", so die Stadt. Seitdem beteiligen sich jedes Jahr etwa 10 000 Menschen.

Der Auftakt zur Menschenkette in diesem Jahr erfolgt am 13. Februar um 17.15 Uhr - im Anschluss an die Übertragung der Gedenkveranstaltung in der Frauenkirche - auf dem Neumarkt mit Begrüßung und Ansprachen von Oberbürgermeisterin Helma Orosz, von Bundespräsident Joachim Gauck sowie vom TU-Rektor Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen. Um 18 Uhr soll sich die Menschenkette beim Geläut der Dresdner Kirchenglocken schließen.

Zeitzeugen-Aufruf: 200 haben sich gemeldet

Etwa 200 Menschen haben sich auf den Aufruf der Stadt Dresden gemeldet, die Zeitzeugen der Bombenangriffe vom 13. Februar 1945 gesucht hatte. Die Berichte werden an das Stadtarchiv übergeben, so die Stadtverwaltung auf Anfrage der DNN. Zudem wurden 300 Personen zur Gedenkveranstaltung in die Frauenkirche eingeladen. "Die meisten Zeitzeugen bringen einen Verwandten mit", heißt es aus dem Rathaus.

Insgesamt werden am 13. Februar über 1400 geladene Gäste zur Gedenkveranstaltung in der Frauenkirche erwartet, die 16 Uhr beginnt. Sprechen wollen Bundespräsident Joachim Gauck, Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, und der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby. Das musikalische Programm gestalten der Dresdner Kreuzchor, das Sächsische Vokalensemble, das Kammerorchester Virtuosi Saxoniae und das Blechbläserensemble Ludwig Güttler. Ihm obliegt auch die Gesamtleitung. 17.05 Uhr ist Auszug aus der Kirche, der von Orgelmusik begleitet wird.

Das Geschehen in der Kirche wird ab 16 Uhr vom MDR Fernsehen live ins Programm und auf eine LED-Wand auf den Neumarkt übertragen. Dort erfolgt 17.15 Uhr auf der Bühne auch der Auftakt zur Menschenkette.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.02.2015

Catrin Steinbach

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