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Lokales 1282 Sozialwohnungen für Dresden
Dresden Lokales 1282 Sozialwohnungen für Dresden
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07:36 23.06.2018
Dieses Wohngebäude will die kommunale Wohnungsbaugesellschaft WiD an der Löbtauer Straße errichten. Quelle: WiD
Dresden

In Dresden werden in den kommenden Jahren 1282 Sozialwohnungen entstehen. Diese Zahl nannte jetzt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen). So wird die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wohnen in Dresden (WiD) mit 20 Projekten nach gegenwärtigem Stand 760 Sozialwohnungen errichten. Private Investoren beabsichtigen den Bau von weiteren 522 Sozialwohnungen mit 16 Vorhaben.

„Wir arbeiten gegenwärtig mit Hochdruck am dritten Grundstückspaket“

Die meisten Investoren bauen nicht aus freien Stücken belegungsrechtsgebundenen Wohnraum. So sind bei vier Projekten die Bauherren eine Sozialbauverpflichtung für 143 Wohnungen beim Kauf von kommunalen Grundstücken eingegangen. Die Verwaltung hat auch sechs städtebauliche Verträge mit Investoren über den Bau von 300 Sozialwohnungen abgeschlossen. Hinzu kommen sechs private Initiativen auf Schaffung von Sozialwohnraum, bei denen 79 Wohnungen gebaut werden sollen.

Von den 1282 in Aussicht stehenden Sozialwohnungen sind 205 bereits vertraglich fest fixiert. Für 60 davon hat die Stadtverwaltung Fördermittel aus dem Landesprogramm für den sozialen Wohnungsbau bewilligt. Darunter befindet sich auch das WiD-Vorhaben an der Ulmenstraße, wo 22 Sozialwohnungen errichtet werden sollen.

Die Landeshauptstadt hat ihrer Wohnungsbaugesellschaft bisher zwei Grundstückspakete mit 20 Flächen überschrieben. „Wir arbeiten gegenwärtig mit Hochdruck am dritten Grundstückspaket“, erklärte der Baubürgermeister. Dazu werde unter anderem das Grundstück am Sternplatz gehören. Das ehemalige Gebäude der Herkuleskeule werde abgerissen und Bauherrengemeinschaften angeboten. Die Flächen, auf denen noch der Flachbau steht, sollen der WiD für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden.

Auch auf städtischen Flächen in Kaditz und Mickten sollen Sozialwohnungen errichtet werden. „Wir sind dabei, die städtebaulichen Rahmenbedingungen zu klären und das Baurecht einzuleiten.“ Die Verwaltung verspreche sich in diesem Quartier eine gute soziale Mischung, da es mehrere private Eigentümer gebe. So könnten neben der WiD auch Investoren und Bauherrengemeinschaften zum Zuge kommen, so der Baubürgermeister.

„Das Beste wäre ein Fonds für den kommunalen Wohnungsbau“

Die Stadt sei ständig auf der Suche nach neuen Grundstücken und hoffe auf die Erfüllung des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD im Bund, in dem vereinbart wurde, dass Deutschland den Kommunen Grundstücke für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stellt. Die Stadt beteilige sich aber auch an Zwangsversteigerungen. „Wir sind aber nicht zum Zuge gekommen, obwohl wir deutlich über Verkehrswert gezahlt hätten“, so Schmidt-Lamontain.

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Doch die Verwaltung könne nicht schnell handeln, sondern müsse bei bestimmten Wertgrenzen einen Stadtratsbeschluss herbeiführen. Bis dahin haben Private das Geld längst bar auf den Tisch gelegt. „Wir müssen überlegen, wie wir flexibler werden können“, fordert der Baubürgermeister. Eine Änderung der Wertgrenzen, Vollmachten für die Mitarbeiter der Verwaltung oder Eilentscheidungen von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) seien Ansätze für eine Problemlösung.

Auch Garagenstandorte werden gegenwärtig kategorisiert, erklärte der Baubürgermeister. Es werde geprüft, welche Grundstücke kurzfristig, mittelfristig und langfristig bebaut werden können, welche im Innenbereich liegen, welche im Außenbereich und welche sich als Ausgleichsflächen eignen. Schmidt-Lamontain kündigte an, noch vor der Sommerpause ein Konzept zum Umgang mit Garagengrundstücken vorzulegen.

Im Dialog mit den städtischen Gesellschaften werde auch nach nicht betriebsnotwendigen Grundstücken gesucht, die für den Wohnungsbau geeignet sind. Das sei bei den Gesellschaften schwierig, an denen privates Kapital beteiligt ist. Während kommunale Grundstücke an die WiD übertragen werden können, müsste die Wohnungsbaugesellschaft bei städtischen Gesellschaften die Flächen erwerben. „Das Beste wäre ein Fonds für den kommunalen Wohnungsbau“, schlägt Schmidt-Lamontain vor, aus dem die Mittel für den Flächenerwerb entnommen werden könnten.

Der Baubürgermeister bedauert die Tatsache, dass bis zur Kommunalwahl im Mai 2019 keine kommunale Sozialwohnung fertig wird. „Aber wir haben eine Gesellschaft und gute Projekte, auf die man stolz sein kann“, findet er.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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