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120 Nichtmuslime zu Gast beim Tag der offenen Moscheen

Religion 120 Nichtmuslime zu Gast beim Tag der offenen Moscheen

Wie suchen Muslime eigentlich die Gebetsrichtung nach Mekka? Zum Beispiel mit einer Handyapp. Diese und weitere erstaunliche Details erfuhren Gäste am 3. Oktober zum Tag der offenen Moscheen im Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum.

Tag der offenen Moscheen im Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum.

Quelle: Katharina Jakob

Dresden. „Ihr habt doch so schöne Haare. Warum versteckt ihr die unter einem Kopftuch?“ – diese und viele weitere Fragen neugieriger Besucher haben die Mitglieder des „Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrums“ am gestrigen Tag der offenen Moscheen beantwortet. Interessierte waren dazu eingeladen, bei Besichtigungen, Vorträgen und persönliche Gesprächen mehr über den Islam und das muslimische Leben im Verein zu erfahren. Unter den Gästen, die das Angebot wahrnehmen wollten, befand sich auch Gesine Wohlgemuth, „weil man noch nicht viel über die Islam weiß“, wie sie sagte. Sie staunte etwa darüber, dass manche Muslime zum Beten mit der Handy-App „Muslim-Pro“ die Ausrichtung nach Mekka suchen.

Mohammed Ronald Wellenreuther, konvertierter Moslem und Vorstand des Zentrums, schätzt die Besucherzahl auf etwa 200 Menschen, darunter rund 120 nicht-muslimische Interessierte. Für ihn sei der Tag eine „wichtige Geste“, um „Brücken für einen Dialog zu bauen“ und so eine „Vernetzung“ herzustellen. Seiner Meinung nach seien Moscheen für Außenstehende oft wie schwarze Kisten, deren Innenleben unbekannt seien.

Der Tag der offenen Moscheen sei nach Wellenreuther daher eine „gute Gelegenheit, Ängste vor dem Fremden zu überwinden“, betonte er mit Blick auf drei AfD-Wahlkampfplakate, die immer noch direkt neben dem Eingang des Zentrums an der Marschnerstraße an einem Laternenpfahl hängen. Von den Plakaten fühlten sich die Muslime jedoch nicht provoziert, sie nähmen diese „relativ gelassen“, erklärte Wellenreuther. Der muslimischen Gemeinde war es ein wichtiges Anliegen, den Besuchern am Feiertag zu zeigen: „Wir sind auch normale Menschen“.

Auch die diesjährige Gewinnerin des „Marwa El-Sherbini Stipendiums für Weltoffenheit und Toleranz“, Youmna Fouad, war als Mitglied der Gemeinde und Rednerin präsent. Ihr Ziel sei es, dass Menschen durch den interkulturellen Austausch „miteinander, statt übereinander reden“ und gegenseitige Vorurteile abbauten, sagte sie. Der Verein wolle nicht mit Gläubigen anderer Konfessionen darüber streiten, „welche Kultur besser ist“, sondern den aufgeschlossenen Gästen zeigen, dass man „unterschiedlich, aber miteinander leben kann“. In der muslimische Gemeinde in Dresden sind derzeit etwa 3500 Menschen aus rund 30 Ländern Mitglied.

Von Katharina Jakob

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