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Lokales 120 000 Unterschriften und ein Bock vorm Sächsischen Landtag
Dresden Lokales 120 000 Unterschriften und ein Bock vorm Sächsischen Landtag
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17:00 12.04.2018
Schafhirten vor dem Sächsischen Landtag Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Aufgeregt blökend lief Hans am Donnerstagmorgen auf der Wiese vor dem Sächsischen Landtag umher. Der einjährige Schafbock war vom Medienrummel sichtlich überrascht. Gemeinsam mit dem wolligen Tier protestierten Schafhalter am Bernhard-von-Lindenau-Platz. Die Aktion war Teil einer bundesweiten Demonstration des Bundesschäferverbandes. Die Landwirte sehen ihren Berufsstand bedroht. Sie fordern deswegen eine finanzielle Unterstützung in Form einer Weidetierprämie (DNN berichteten). Der Verband wünscht sich 38 Euro pro Tier. Dafür hat er eine Petition gestartet und mehr als 120 000 Unterschriften gesammelt.

Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) nahm die Petition vor dem Landtagsgebäude entgegen. „Es ist mir ein Anliegen, dass der Beruf weiterhin bestehen kann. Neben der Produktion von qualitätsvollem Fleisch und hochwertiger Wolle übernehmen Schäfer auch wichtige Aufgaben in der Gesellschaft. Daher finde ich die Forderung nach einer Weidetierprämie vollkommen gerechtfertigt“, erklärte Rößler gegenüber den DNN. Es müsse eine deutschlandweite Lösung zur Rettung der Schäfer gefunden werden. Nach Verbandsangaben waren 2016 bundesweit nur noch 989 hauptgewerbliche Schäfereien aktiv, 13 Prozent weniger als noch 2010.

Die Schäfer aus der Region sind gespannt, wie das Landwirtschaftsministerium auf die Petition reagiert. Innerhalb der kommenden sechs Wochen ist mit einer Stellungnahme des Landwirtschaftsministeriums zu rechnen.

Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) hat den Tierhaltern bereits seine Unterstützung zugesichert: „Ich will, dass die Haltung von Weidetieren auch unter den Bedingungen des europäischen Artenschutzes dauerhaft erhalten bleibt. Sachsen hat sich daher auf der letzten Agrarministerkonferenz gemeinsam mit anderen Bundesländern für die Einführung einer Weidetierprämie ab der neuen EU-Förderperiode 2021 eingesetzt. Für die Zeit bis dahin planen wir in Sachsen eine Erhöhung der Flächenprämien für die Beweidung mit Schafen und Ziegen.“ Die entsprechenden Prämien sollen von 340 auf 439 Euro pro Hektar steigen, so Schmidt.

Von Junes Semmoudi

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