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Lokales 100 Euro fehlen – Hat sie ein anderer am Bankautomat mitgenommen?
Dresden Lokales 100 Euro fehlen – Hat sie ein anderer am Bankautomat mitgenommen?
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16:15 13.10.2018
Der Angeklagte kann das Geld kassiert haben, muss er aber nicht. Quelle: dpa
Dresden

Geld am Automaten abzuheben ist die normalste Sache der Welt. Aber es gibt mehr Leute als man glaubt, die zwar brav ihre Karte wieder einstecken aber das Geld im Ausgabefach vergessen. Wenn sie Glück haben, wird es nach einigen Sekunden - die Zeitspanne ist von Bank zu Bank verschieden - wieder eingezogen. Anders wenn der nächste Kunde zugreift – dann ist die Kohle vielleicht futsch.

So ging es einem jungen Mann in einer Bankfiliale auf der Königsbrücker Straße. Er hob dort 100 Euro ab und bemerkte erst später, dass er das Geld nicht im Portemonnaie hatte. Normalerweise werden Geldautomaten ja videoüberwacht und man kann sehen, wer der nächste Kunde ist. Nur passierte dies an einem Samstag und da gab es in der Filiale keine Videoüberwachung. Warum eigentlich, „arbeiten“ Gauner am Wochenende nicht?

Da aber jeder Bankvorgang registriert wird, konnte man die Person ermitteln, die zum fraglichen Zeitpunkt in der Filiale war – ein 55-Jähriger, der am Freitag wegen Unterschlagung vor dem Amtsgericht stand. Gerd K. soll die 100 Euro genommen haben. Der Angeklagte wies den Vorwurf entschieden zurück. Er sei zwar in der Bank gewesen, habe sich aber nur Kontoauszüge drucken lassen.

Der 32-Jährige konnte sich genau erinnern, dass Gerd K. in der Filiale war: „Wir hatten sogar Blickkontakt“. Woran er sich nicht erinnern konnte, war wann und wo ihm aufgefallen war, dass das Geld fehlte – noch in der Filiale oder erst zu Hause - und ob er es nicht doch in die Hosentasche oder den Rucksack gekramt hatte. Der junge Mann war ziemlich durcheinander.

Er hat 100 Euro abgehoben und die fehlen ihm, das steht fest – wo sie geblieben sind, nicht. Der Angeklagte kann das Geld kassiert haben, muss er aber nicht. Der 32-Jährige kann es auch mitgenommen und dann woanders verloren haben. Deshalb Freispruch für Gerd K.

Von Monika Löffler

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