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Lokales 10.000 Euro weg – Mitarbeiter prellte Spiel-Casino
Dresden Lokales 10.000 Euro weg – Mitarbeiter prellte Spiel-Casino
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09:18 12.06.2018
Der Angeklagte füllte die Automaten nicht komplett auf (Symbolbild). Quelle: picture alliance / dpa
Dresden

Der Traum vom schnellen großen Geld wird in allen Spiel-Casinos geträumt. Nur bleibt das meist ein Traum. Das Glück, richtig groß abzuräumen, haben nur ganz wenige. Die meisten kommen mit weniger Geld raus, als sie reingegangen sind. Fortuna ist halt eine wankelmütige Dame – und meist gewinnt die Bank.

Ein Spielsüchtiger arbeitet im Casino

Anders bei Marco R., der machte da wirklich einen guten Schnitt. Rund 10.000 Euro in knapp drei Monaten, das ist nicht schlecht. Allerdings hatte dies nichts mit Glück zu tun, sondern mit erheblicher krimineller Energie. Denn der 22-Jährige hat das Geld nicht gewonnen, sondern unterschlagen. Er arbeitete in dem Casino und zweigte da immer was für sich ab. Wegen Unterschlagung in 24 Fällen muss er sich derzeit vor dem Amtsgericht verantworten.

Der Angeklagte trat seinen Job in dem Casino im April vergangenen Jahres an – er war als Aufsicht tätig, musste Getränke ausschenken, den Spielbetrieb im Blick haben und Geld wechseln und leere Automaten bestücken. Kein allzu schwieriger Job, aber für Marco R. total ungeeignet. Denn der junge Mann war ohne Wohnung, vorher immer ohne Arbeit, aber war spielsüchtig und deshalb immer blank. Und so griff er dort in die Handkasse. Mussten leere Automaten, es gewinnt ja doch mal jemand, aufgefüllt werden, behielt er sich einen Teil des Geldes. Ein Beispiel: Er nahm sich 500 Euro aus der Kasse, schrieb dies auch in die Unterlagen ein, fütterte den Automaten aber nur mit 300 Euro – 200 behielt er für sich.

Eine Zeit lang funktionierte die Masche

Das Geld, so der Angeklagte, habe er alles verspielt und zwar auch im „eigenen“ Casino. Das ist streng verboten. „Wenn das Personal spielt, verprellt das die Kunden. Denn die Mitarbeiter haben ja den ganzen Tag den Spielbetrieb im Blick, wissen, an welchen Automaten schon ausgezahlt wurde und wo vielleicht was gehen könnte“, erklärte die Chefin im Gericht.

Eine Zeit lang funktionierte die Masche des Angeklagten ganz gut, dann flog die Sache auf, da hatte Marco R. aber schon gekündigt. Irgendwie war er wohl selbst drauf gekommen, dass das nicht ewig gut geht. „Das war mir von Anfang an klar“, sagte er. Wenn ihm das klar war, warum hat er es dann getan?

Der junge Mann nimmt es da wohl generell nicht so genau, laut Anklage hat er auch noch gutgläubige Käufer bei eBay geprellt. Er soll Waren angeboten, das Geld kassiert, aber nicht geliefert haben. Konnte er auch nicht – er besaß die angebotenen Dinge gar nicht. Zum anderen steht noch ein schwerer Raub im Raum. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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