Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales 10.000 Ehrenamtliche: Dresden ist eine Stadt der Asylhelfer
Dresden Lokales 10.000 Ehrenamtliche: Dresden ist eine Stadt der Asylhelfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:46 16.12.2015
Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Die sächsische Landeshauptstadt Dresden ist nicht nur die Stadt von Pegida. Sie ist ebenso die Stadt der Helfer. „In der Öffentlichkeit hört man nur Geschichten über die Asylfeinde, viel zu selten bekommt man etwas von der großen Masse an ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern mit“, sagt Andreas Naumann.

Naumann ist Regionalkoordinator im sächsischen Flüchtlingsrat, er bekommt die Hilfsbereitschaft der Dresdner täglich mit. „Das Engagement ist ungebremst, zu einem großen, festen Kern kommen immer wieder neue hilfsbereite Gesichter hinzu.“ Die Zahl der Helfer sei inzwischen mindestens genauso hoch, wie die Zahl der ankommenden Geflüchteten. „Im Unterschied zu den Pegida-Demonstranten sind die vielen Flüchtlingshelfer eher ruhig und werden deshalb nicht ausreichend wahrgenommen“, erklärt Naumann.

Von rund 10.000 Freiwilligen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, geht das Sozialamt der Stadt Dresden derzeit aus. Rund 5.000 davon würden regelmäßig helfen, die andere Hälfte  bringe sich gelegentlich in einmaligen Aktionen wie bei Ausflügen, Events oder Weihnachtsfeiern ein. Im Vergleich dazu bringt es Pegida zurzeit auf 5.000 bis 6000 Anhänger und viele von denen kommen nicht aus Dresden, sondern reisen extra zu den Demonstrationen an.

Die Zahl der Initiativen in der Stadt ist unüberschaubar. Es gibt gratis Deutschkurse, Menschen, die Flüchtlinge mit ins Theater oder zu Fußballspielen nehmen, andere begleiten Asylsuchende auf Behörden, helfen beim Fahrradfahren-Lernen oder schauen in den Unterkünften vorbei, um mit deren Bewohnern zu singen oder zu kochen. Allein bei dem Sprachkurs-Projekt DAMF (Deutschkurse Asyl Migration Flucht) sind mehr als 100 ehrenamtliche Helfer tätig.

Hinzu kommen zahlreiche Netzwerke, die sich speziell auf einzelne Stadtteile konzentrieren. „Willkommen in Löbtau“ ist nur eine von vielen solcher Gruppen. Die Initiative aus dem Dresdner Süd-Westen zählt derzeit 240 Ehrenamtliche, die sich in unterschiedlichen Aktionen engagieren. „Wir veranstalten kontinuierlich Info-Treffen, bei denen immer wieder neue Freiwillige auftauchen“, erzählt Alexander Bigga, einer der Initiatoren. Neben Fußball- und Sprachtreffen organisiert die Initiative auch Ämtergänge für die Geflüchteten. Dazu nehmen die Flüchtlingshelfer Patenschaften auf. Insgesamt gibt es nach Angaben des Sozialamts um die 1.000 Patenschaften für Geflüchtete in Dresden.

Auch über die großen Verbände wie das Rote Kreuz oder die Arbeitwohlfahrt (AWO) haben sich Dresdner organisiert. Mehr als 80 ständige Helfer aus allen Alters- und Berufsgruppen betreuen Familien bei ihren ersten Schritten in Deutschland, so die AWO. Das Deutsche Rote Kreuz Dresden kann inzwischen auf mehr als 250 regelmäßig helfende Freiwillige zurückgreifen, so DRK-Sprecherin Ulrike Peter. Hinzu kommen 23 Ehrenamtliche, die direkt beim DRK angebunden sind. Die Freiwilligen seien vor allem im sozialen Bereich tätig, so Peter. Sie geben Deutschkurse, vermitteln als Dolmetscher, helfen in der Kleiderspende und Kinderbetreuung oder bei entsprechender Ausbildung auch als Sanitäter oder Mediziner. Es gebe immer wieder neue Angebote, so das DRK.

Eine Liste mit ehrenamtlichen Initiativen in Dresden finden Sie hier

am/sl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Lärmschutzproblem am Neumarkt ist so gut wie gelöst. Das erklärte Berndt Dietze, Geschäftsführer der Baywobau Dresden GmbH, auf Anfrage der DNN. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in etwa drei Monaten eine ausführungsfähige Lösung vorliegen haben", so der Bauexperte.

15.12.2015

Seit November hat die Striezelmarkt-Pyramide einen großen Bruder. Auf der Prager Straße kurz hinter dem Wiener Platz hat die Zirkusfamilie Renz unübersehbar eine riesige Ausschank-Pyramide in die Höhe gezogen. Neben Winzerglühweinen gibt es dort eine Etage mit 22 Sitzplätzen für kalte Stunden.

15.12.2015

Die Berichterstattung zur Flüchtlingpolitik in Dresden wird momentan von zwei verschiedenen Schlagzeilen dominiert. Entweder handeln sie vom ehrenamtlichen Engagement der Bürger oder sie berichten von rassistischen Reden, von brennenden Asylunterkünften oder gewaltsamen Übergriffen gegen Asylbewerber,

16.12.2015
Anzeige