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Dresden Geldinstitut macht Gewinn dank boomender Kreditnachfrage
Dresden Geldinstitut macht Gewinn dank boomender Kreditnachfrage
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10:16 17.04.2019
Die Ostsächsische Sparkasse Dresden hat sich im Tiefzinstal gut geschlagen und auch 2018 einen beachtlichen Gewinn erwirtschaftet. Quelle: dpa
Dresden

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD) hat sich von den Minizinsen auch 2018 nicht groß beeindrucken lassen und ein beachtliches Ergebnis erwirtschaftet. Von den 12,3 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent), die im vergangenen Jahr durch die Bücher gingen, blieb ein Jahresüberschuss von 20,75 Millionen Euro hängen. „Alles solides Kundengeschäft“, verkündete OSD-Vorstandschef Joachim Hoof, als der am Dienstag die Zahlen in Dresden vorstellte.

Kreditnachfrage auf Höchststand

Und in der Tat ist es dem Platzhirsch der Region gelungen, viele der immer noch reichlich fließenden Kundeneinlagen durch neue Kredite einer sinnvollen Verwendung in der Region zuzuführen. Der Kreditbestand erklomm mit 6,63 Milliarden Euro (2017: 6,12 Milliarden) einen neuen Höchststand – vor allem dank eines Neukreditgeschäft mit einem Gesamtvolumen von 1,55 Milliarden Euro, 15,1 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Zinserträge sinken weiter

Noch rascher als die Kredite wuchsen allerdings auch die Einlagen, sagte Hoof und kommentierte das als „Segen und Fluch zugleich“. Die 600 000  Kunden des Geldhauses signalisieren zwar großes Vertrauen, indem sie weiter ihr Bares zur – nun ja: nomen est omen – Sparkasse tragen. Doch die Zuversicht, auf dortigen Konten könne die wundersame Geldvermehrung ihnen eine Dividende bescheren, lässt auch die Sparkassen-Banker etwas ratlos zurück. Der Überhang zwischen Kundeneinlagen (10,6 Milliarden Euro) und Kreditbestand (6,63 Milliarden Euro) liegt bei vier Milliarden Euro! Die Zinserträge sanken von 2017 bis 2018 von 255 Millionen auf 225 Millionen Euro. Zahlen, die rentablere Anlagen als Sparbücher und Sparverträge zwingend erscheinen ließen. Doch die Sparer in Sachsen gelten als misstrauisches Volk. Vielleicht kann die neue Sparkassen-Wertpapierplattform www.coyomi.de bei der Trendumkehr helfen: Dort können Kunden ab 25 Euro ins Wertpapiergeschäft einsteigen.

Strafzins bei rund 700000 Euro

Was nicht in Kredite oder Anlagen wandert, muss die Sparkasse bei der Bundesbank lagern – mit 0,4 Prozent Strafzins. „Unsere Einlagen bei der Bundesbank sind gegenüber 2017 von 720 Millionen auf 970 Millionen Euro gestiegen“, bedauerte Hoof. Da Großeinleger ab einer Million Euro die 0,4 Prozent selber tragen müssen, war die Dresdner Sparkasse 2018 mit grob gerechnet 700 000 Euro Strafzins dabei – Tendenz leider steigend.

Firmenkunden quer über alle Branchen

Immerhin ist allen Unkenrufen zum Trotz die Konjunktur noch ungebremst, und Sachsen wächst weiter über dem Bundesschnitt. Entsprechend hoffen die OSD-Vorstände auch 2019 auf eine Fortsetzung des boomenden Kreditgeschäfts. Gerade bei den Firmenkunden sieht sich die Sparkasse breit aufgestellt: „Wir versorgen sowohl den kleinen Handwerksbetrieb mit Geld als auch Maschinenbauer, Chipwerke, Softwareschmieden“, erklärte OSD-Chef Joachim Hoof. Allein das Kreditvolumen für Firmenkunden ist im Vorjahr um fast 200 Millionen auf 977 Millionen Euro angewachsen.

Immobiliengeschäft ungebremst

Bei Privatkundenkrediten wuchs der Umfang um rund 50 Millionen auf 421 Millionen Euro. Die wurden überwiegend von Bauwilligen abgerufen, die derzeit verstärkt in Freital, Pirna, Radeberg und Heidenau aktiv sind. In Dresden, erklärte Hoof, sind gegenwärtig die Stadtteile Löbtau und Friedrichstadt enorm nachgefragt.

Kommunen verzichten auf Ausschüttung

Die OSD hat im vergangenen Jahr 34,2 Millionen Euro an Steuern gezahlt. Den Ertrag von 20,75 Millionen Euro können die Banker „auch in diesem Jahr dem Eigenkapital zuführen“, erklärte der Vorstandschef. Die kommunalen Gesellschafter haben also „nach eingehenden Beratungen“ erneut auf die Ausschüttung verzichtet.

Bei der für die Bilanzbewertung wichtigen Relation von Kosten zu Ertrag kam die OSD auf einen Wert von 62 (2017: 60) – heißt: sie musste 62 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. Im deutschen Bankenvergleich ein absolut vorzeigbarer Wert!

Konkurrenz aus dem Mobilsektor wächst

Die Antwort auf die Frage, was er von der im Raum stehenden Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank hält, hielt Hoof weitgehend vage. Ganz klar allerdings wurde er in Bezug auf Konkurrenten, die die Sparkassengeschäfte wirklich bedrohen: reine Internetbanken wie N26 und Fidor, zudem Payment-Anbieter wie Google, Apple, Paypal und diverse Fintechs. Die nämlich treiben den Markt vor sich her, und man muss kein Prophet sein, um die Umwälzung auch des Bankenwesens für die nahe ferne Zukunft vorherzusagen.

Einigung mit Apple Pay noch 2019?

Obwohl in Deutschland Bargeld einen immensen Stellenwert hat und Sicherheit ein großes Thema ist, ist bargeldloses Bezahlen vor allem via Smartphone auf dem Vormarsch. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden ist deshalb im vergangenen Jahr zwei Monate nach der deutschen Markteinführung auf den Google-Pay-Zug aufgesprungen. Für 2019 steht eine Einigung mit Apple Pay in Aussicht. Es geht um die NFC-Schnittstelle, die Apple auch für die hierzulande enorm populäre Girocard zugänglich machen soll. „Ich glaube an eine Einigung noch in diesem Jahr“, erklärt der für die digitale Entwicklung zuständige OSD-Vorstand Heiko Lachmann auf DNN-Nachfrage. Und: „Die 280 neuen Geldautomaten, die wir im laufenden Jahr gegen alte austauschen, werden schon einen NFC-Chip vorinstalliert haben“.

Immerhin, auch die Sparkasse schläft nicht. Ihre Website hat mit 28 Millionen Kundenzugriffen 2018 einen respektablen Erfolg, die mobilen Angebote für Kontoführung und E-Safe-Nutzung haben Zulauf, ebenso die App „Mobiles Bezahlen oder die Echtzeitüberweisung im Online-Banking.

An Filialen und Mitarbeitern rüttelt keiner

Die überwiegende Mehrheit der 600 000 OSD-Kunden aber hat Interesse an Beratung mit echten Menschen und nutzt die 100 Filialen im Verbreitungsgebiet. „Bei uns gibt es keine Abbaupläne“ antwortet OSD-Vorstand auf die Frage, ob es in diesem Jahr bei den 1600 Mitarbeitern bleiben wird. „Die Nähe zu unseren Kunden ist unsere DNA“. Sie ist Bestandteil unseres Geschäftsmodells“, bekräftigte OSD-Chef Joachim Hoof. In diesem Jahr will die OSD ihre Filialen für neun Millionen Euro aufwerten – es gibt neue SB-Technik, einen Umbau der Filiale in Striesen und den Erweiterungsbau am Güntzplatz.

Von Barbara Stock

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