Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Weltklasse-Geigerin Arabella Steinbacher kommt an Dresdner Schule

Unterricht mit einem Star Weltklasse-Geigerin Arabella Steinbacher kommt an Dresdner Schule

Das ist doch mal ein ganz besonderer Schultag: Unterricht mit einem Star. Die Schüler der 6. Klassen der 35. Oberschule in Dresden-Löbtau haben das Glück. Denn Freitagvormittag will Stargeigerin Arabella Steinbacher in den Unterricht kommen.

Arabella Steinbacher
 

Quelle: Sammy Hart

Dresden. Sie gilt als Star-Geigerin, wird in bekannten Konzertsälen der Welt gefeiert – die heute 35-jährige Münchnerin Arabella Steinbacher. Am Wochenende tritt sie im Dresdner Kulturpalast auf. Doch schon am Freitag können die Schüler der 6. Klassen der 35. Oberschule in Dresden-Löbtau die Künstlerin hautnah erleben. Denn Arabella Steinbacher kommt in die Schule in den Musikunterricht, um ihnen klassische Musik nahezubringen.

„Anfang des Schuljahres bekamen wir eine Mail vom Verein ’Rhapsody in School’ mit dem Angebot“, erzählt Jana Lüders, die Stellvertretende Leiterin der 35. Oberschule. Die Schulleitung habe sich sofort mit den Musiklehrern abgestimmt und noch am selben Tag beim Verein Interesse bekundet.

Die Löbtauer Schule war die erste, die sich zurückmeldete, und bekam damit den Zuschlag, so Kerstin Klaholz vom Verein „Rhapsody in School“ gegenüber DNN. Bei dem Verein, den es seit 2006 gibt, handelt es sich um eine Initiative von Künstlern, die beschlossen haben, selbst aktiv zu werden, um Schüler an klassische Musik heranzuführen.

„Die Idee ging von dem Pianisten Lars Vogt aus, der auch heute noch zu unseren Repräsentanten gehört und neben zahlreichen Konzerten weltweit immer mal wieder Zeit findet, Schulen zu besuchen. Er saß damals im Rahmen seines eigenen kleinen Festivals mit befreundeten Musikern zusammen. Gemeinsam wunderte man sich, Musiker geworden zu sein, obwohl doch der Musikunterricht früher in der Schule einen direkten, persönlichen und emotionalen Zugang zur Musik eher verbaut habe. Der sei nämlich eher langweilig und viel zu theoretisch gewesen“, erzählt Kerstin Klaholz.

Lars Vogt habe beschlossen, genau diesen persönlichen Zugang zur Musik in Zukunft möglichst vielen Schülern gleich welchen Alters zu eröffnen. „Zur Mitinitiatorin wurde ihm dafür Sabine von Imhoff, die noch heute Rhapsody in School (bzw. den zugrundeliegenden Verein „Musiker hautnah e.V.“) von Köln aus leitet. Rhapsody-Stunden in Schulen finden aber längst in ganz Deutschland und gelegentlich sogar darüber hinaus statt.“ 2016 habe es im Rahmen der Initiative fast 200 Veranstaltungen gegeben.

Jeder Musiker nähere sich den Schülern ganz individuell und mit eigenen Ideen, so Klaholz. Natürlich werde das jeweilige Instrument vorgestellt. Auch die Vermittlung von Inhalten komme nicht zu kurz. Das Ganze solle aber spielerisch und locker ablaufen. Zudem erzähle der Künstler viel über sich selbst, wie er zum Musizieren gekommen ist und „warum es toll ist, der Musik so einen großen Raum im Leben zu geben“. Der persönliche Kontakt sei die Hauptsache.

„Die 6. Klassen haben im Musikunterricht gerade Instrumentenkunde. Da passt dieses Angebot gut“, findet Jana Lüders. So werde die Geige „an sich“ bestimmt besondere Aufmerksamkeit bekommen, vermutet Kerstin Klaholz. „Im besten Fall sind die Kinder auch schon konkret auf den Besuch vorbereitet, haben ,ihre’ Musikerin gegoogelt und sich Fragen an sie überlegt.“

Von Catrin Steinbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard