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Personal Coach Christiane Schleicher entlarvt als Treuetesterin Fremdgeher

„Per SMS werden Männer zu Löwen“ Personal Coach Christiane Schleicher entlarvt als Treuetesterin Fremdgeher

Was tun, wenn sich der Verdacht erhärtet, dass der Partner fremdgeht? Einfach ignorieren? Nachspionieren? Oder lieber eine Person engagieren, die der Sache auf den Grund geht? Für Letzteres gibt es Christiane Schleicher, Model und Persönlichkeitscoach. Sie arbeitet mit ihrer Agentur „Final Faces“ seit 2010 unter anderem auch als Treuetesterin.

Christine Schleicher, Model und Persönlichkeitscoach, arbeitet auch als Treuetesterin. In Dresden und Umgebung spielt sie allerdings nicht mehr selbst den Lockvogel. „Dafür bin ich mittlerweile zu bekannt.“
 

Quelle: Gerrit menk

Dresden.  Was tun, wenn sich der Verdacht erhärtet, dass der Partner fremdgeht? Einfach ignorieren? Nachspionieren? Oder lieber eine Person engagieren, die der Sache auf den Grund geht? Für Letzteres gibt es Christiane Schleicher, Model und Persönlichkeitscoach. Sie arbeitet mit ihrer Agentur „Final Faces“ seit 2010 unter anderem auch als Treuetesterin. Dabei gehe es nicht darum, den Partner aus der Reserve zu locken, sondern darum Sicherheit zu schaffen, sagt sie.

„Die meisten Frauen wollen einfach nur Gewissheit.“ Schließlich würde man einen solchen Schritt nicht ohne begründeten Verdacht gehen. Die andere Seite: „Wenn ich keine Untreue nachweisen kann, wollen sie es oft nicht wahrhaben.“ Dann stünden die Frauen nämlich am gleichen Punkt wie zuvor, eine Ungewissheit bleibe. Vielleicht auch ein schlechtes Gewissen, in den Partner und die Beziehung nicht genug Vertrauen gesetzt zu haben. „Mit dem Partner Schluss zu machen ist oft keine einfache Sache. Mal sind Kinder involviert, mal Immobilien oder ein ganzer Bekanntenkreis. Das kann einen radikalen Schnitt im eigenen Leben bedeuten.“

Christine Schleicher, Model und Persönlichkeitscoach, arbeitet auch als Treuetesterin.

Christine Schleicher, Model und Persönlichkeitscoach, arbeitet auch als Treuetesterin.

Quelle: Gerrit Menk

Die Herangehensweise von Christiane Schleicher ist unterschiedlich. „Manchmal nähere ich mich auf einer Party oder schreibe denjenigen auf Facebook an.“ Dabei ist behutsames und ungezwungenes Vorgehen angesagt, um sich nicht verdächtig zu machen. Die Männer seien keinesfalls dumm und triebgesteuert. Wenn eine attraktive Frau auf sie zukäme, würden sie schnell misstrauisch werden.

„Für diesen Job muss man ein Stück weit schauspielerisches Talent haben.“ Für einen Auftrag eignete sich die 28-Jährige eine Woche lang Wissen zum Thema Investment an, um sich mit dem Mann, den sie testen sollte, auf beruflicher Ebene unterhalten zu können. „In früheren Zeiten hatte ich teilweise drei Treuetests parallel“, berichtet sie. „Da musste ich aufpassen, wem ich was erzählt habe. Man muss sich seine eigenen Lügen und Rollen gut merken.“ Mittlerweile macht Christiane Schleicher maximal einen Test in der Woche, kümmert sich nebenher um ihre Model- und Marketing-Agentur sowie ihr Tierschutzprojekt „ChipSie“.

Zum intimen Kontakt komme es bei den Treuetests übrigens „definitiv nicht“. „Vielleicht mal die Hand aufs Knie legen oder ein Küsschen auf die Wange, aber das ist schon das Maximum.“ Mehr ist aber auch meist gar nicht nötig. Oft reichen schon Worte, sagt Schleicher. „Wenn ein Mann seine langjährige Ehefrau verleugnet, ist das für die Auftraggeberin meist schon ein untrügliches Zeichen. Das zählt schon als Betrug. Warum sollte der Mann das machen, wenn er nicht eindeutige Absichten hätte.“ Auf elektronischem Weg würden manche Herren dann noch deutlicher. „Per SMS oder Whatsapp werden Männer zu Löwen“, weiß Schleicher. „Da fühlen sie sich sicher und unbeobachtet.“

Über die Jahre hinweg erlebte Schleicher so manche unglaubliche Geschichte. So sollte sie zum Beispiel einem Ehemann auf den Zahn fühlen, der als Pilot arbeitete und regelmäßig für mehrere Tage weg war. „Er fuhr allerdings nicht zum Flughafen, sondern in ein altes Haus zu seinem Zweitleben“, schildert Schleicher. „Der Mann war nämlich nicht Pilot, sondern ein schwuler Aktmaler, und lebte in dem Haus mit seinem Freund.“ Die Ehefrau habe dies aber relativ gefasst zur Kenntnis genommen. „Das war ihr lieber, als wenn er sie mit einer anderen Frau betrogen hätte.“

Neben schauspielerischem Talent braucht eine Treuetesterin auch ein dickes Fell. „Man muss rational bleiben und sein Herz ausschalten können. Das ist für viele schwieriger, als es sich anhört.“ Sollte sie mit ihrem Auftrag die Untreue des Mannes nachgewiesen haben, kommt Schleichers Rolle als Persönlichkeitscoach zum Tragen, wenn sie für die Auftraggeberinnen im Nachhinein eine Betreuung anbietet. „Hier muss ich wiederum einfühlsam und sensibel sein“, ist ihre Erfahrung. „Wenn eine Kundin mit dem Gedanken spielt sich umzubringen, ist Fingerspitzengefühl gefragt.“ Der persönliche Kontakt sei ihr und ihren Klientinnen auch nach dem eigentlichen Treuetest wichtig.

Der Preis für einen solchen ist unterschiedlich. Start ist bei 200 Euro, dazu gehören immer Vor- und Nachgespräche, telefonische Betreuung und der Einsatz des Lockvogels. Je nachdem, welche Leistungen dazu gebucht werden, zum Beispiel ein längerer Lockvogeleinsatz oder ein Facebook-Check, erhöht sich der Preis. „Wenn Kundinnen zum Beispiel etwas haben möchten, das sie vor Gericht verwenden können, arbeiten wir mit einer Detektei zusammen.“ Dazu kommen Spesen wie Fahrt- und Übernachtungskosten.

In Dresden und Umgebung spielt Schleicher selbst jedoch nicht mehr den Lockvogel, sondern überlasst das Mitarbeiterinnen. „Dafür bin ich mittlerweile zu bekannt. Man weiß nie, wo man jemanden trifft, den man kennt.“

Von Gerrit Menk

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