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Drogenprävention: Jugendzentrum "Spike" sorgt für Aha-Effekt

„Entscheide selbst“ Drogenprävention: Jugendzentrum "Spike" sorgt für Aha-Effekt

Mit einem neuen Kinospot sollen Dresdner Jugendliche von Drogen ferngehalten werden. Das Besondere dabei: Um Sucht und Drogen geht es in dem Video gar nicht. Stattdessen um Sprayer, DJs, Skateboarder und eine Tanzlehrerin. Suchtprävention ohne den erhobenen Zeigefinger war die Idee hinter dem Video.

Spike-Chefin Ellen Demnitz-Schmidt mit Kameramann Daniel Csobot (r.), DJ Matthias Schnarr und Tim Klöpfel vom 248 Wheels e.V. (l.)
 

Quelle: Stephan Lohse

Dresden.  Mit einem neuen Kinospot sollen Dresdner Jugendliche von Drogen ferngehalten werden. Das Besondere dabei: Um Sucht und Drogen geht es in dem Video gar nicht. Stattdessen um Sprayer, DJs, Skateboarder und eine Tanzlehrerin. Suchtprävention ohne den erhobenen Zeigefinger war die Idee hinter dem Video, erklärt Ellen Demnitz-Schmidt, Leiterin des Jugendzentrums Spike. Dort entstand das Video im Rahmen eines sechsmonatigen Projektes.

„Entscheide selbst“ ist dabei herausgekommen. Sechs junge Menschen berichten von ihrer Leidenschaft. Erst danach wird aufgelöst: Es sind nicht Drogen, sondern Musik, Tanz und Sport, eingefangen in starken Bildern und mit Musik in insgesamt 90 Sekunden. Diese werden nun vor jeder Schulkino-Vorführung im Dresdner Ufa-Kristallpalast gezeigt.

Dresdens Suchtbeauftragte Kristin Ferse war im vergangenen Jahr mit der Idee zum Spike gekommen. Und dort konnten sich die Jugendlichen völlig frei kreativ austoben. „Für uns war der Prozess interessant“, erklärt Demnitz-Schmidt. Schließlich gab es kaum Vorgaben. Lediglich die Zielgruppe Jugendliche und die Länge von rund zwei Minuten waren vorgegeben.

Nach und nach wurden zusätzliche Partner mit ins Boot geholt, darunter der „248 Wheels e.V.“ oder das Tanzstudio Espiral. Nachdem die Idee irgendwann stand, wurde insgesamt zwei Monate lang gedreht, wobei neben dem Video auch ein Rap-Video sowie für jedes der im Clip präsentierten Teilprojekte kleine Image-Filme entstanden.

„Die Herangehensweise war neu für mich“, berichtet DJ Matthias Schnarr, der im Spike regelmäßig Workshops anbietet und im Video für die Musik sorgte. „Es war eine Herausforderung“, meint er, ist sich aber sicher: „Die Message kommt an.“

Das berichtet auch Till Grahl, Sprecher des Dresdner Ufa-Kinos, in dem der Spot bereits läuft. Die Reaktionen der Schüler seien bis jetzt sehr positiv. Es trete definitiv ein Aha-Effekt ein. Das Video soll nun langfristig vor jeder Schulkino-Vorführung laufen. Das Kino berechne dafür nichts und habe das Video auch auf eigene Kosten extra ins digitale Kino-Format konvertieren lassen. Laut Kristin Ferse laufen zudem Gespräche mit einem weiteren Dresdner Kino, das ebenfalls Schul-Vorstellungen anbietet.

Von Stephan Lohse

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