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Dresden ist Sachsens Scheidungshauptstadt

Dresden ist Sachsens Scheidungshauptstadt

Verliebt, verlobt, verheiratet - den letzten Schritt haben im vergangenen Jahr immerhin 1993 Dresdner Paare gewagt. Allerdings wurden gleichzeitig auch 890 Ehen geschieden.

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Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen, Grafik: Alexander Eylert,

Quelle: dpa

Von nadine steinmann

Im Vergleich zu den vergangenen knapp 30 Jahren ist das die niedrigste erfasste Zahl, dennoch ist Dresden sachsenweit die Stadt mit den meisten Scheidungen. Zum Vergleich: In Leipzig gingen im vergangenen Jahr 847 Pärchen wieder getrennte Wege, in Chemnitz waren es gerade mal 452. Demgegenüber stehen in der Landeshauptstadt aber auch mehr Hochzeiten als in den anderen sächsischen Großstädten. So gaben sich 2012 in Leipzig nur 1477 Paare das Ja-Wort, in Chemnitz trauten sich 868 Verliebte.

Laut Statistischem Landesamt in Kamenz sind indes immer weniger minderjährige Kinder vom Ehe-Aus betroffen. Während 2011 noch 628 Kinder unter den unüberbrückbaren Differenzen ihrer Eltern leiden mussten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 584. "Allerdings muss man beachten, dass in den vergangenen Jahren immer später geheiratet wurde, Kinder sind bei der Trauung in der Regel schon drei oder vier Jahre alt. Wenn die Ehe bei den Dresdnern rund 15 Jahre hält, ist es klar, dass weniger Kinder bei einer Scheidung minderjährig sind", erläuterte Andreas Rösch, Leiter der Evangelischen Beratungsstelle der Stadtmission Dresden im Diakonischen Werk.

Ein weiterer interessanter Aspekt: im vergangenen Jahr haben 54 Prozent der Frauen in Sachsen die Scheidung beantragt, bei den Männern waren es nur 37 Prozent. Jeder zehnte Scheidungsantrag wurde von den Eheleuten gemeinsam eingereicht.

Aber trotz der hohen Zahlen wird in Dresden weiterhin fleißig geheiratet: "Wir hatten in der ersten Jahreshälfte in etwa so viele Eheschließungen wie 2012", erklärt Stadtsprecher Karl Schuricht. Man könne davon ausgehen, dass sich auch 2013 wieder insgesamt rund 2000 Paare vermählen. "Ich denke gerade in Zeiten der Mobilität, in denen man für seine Arbeit auch mal länger weg muss, wünschen sich viele Paare eine verbindliche Beziehung", erklärt Andreas Rösch den anhaltenden Heirats-Trend.

Wer demnächst vor den Traualtar treten will, hat erst ab Oktober beim Standesamt wieder gute Karten. Für August und September sind kaum noch freie Termine erhältlich, da Hochzeiten während der warmen Jahrszeit sehr beliebt sind, wie die Behörde mitteilt. Anmeldungen für den kommenden Sommer sind ab Dezember möglich. Trauungen finden immer donnerstags von 9 Uhr bis 11.15 Uhr, freitags von 8.30 Uhr bis 12.45 Uhr und sonnabends von 9 Uhr bis 13.30 Uhr aller 30 Minuten statt.

Heiraten kann man nicht nur im Standesamt, sondern auch im Kulturrathaus, auf Schloss Albrechtsberg, Schloss Schönfeld, im Landhaus, auf einem historischen Raddampfer oder gar im Dynamo-Stadion. Ab 2015 sollen Trauungen sogar im Zwinger möglich sein (DNN berichteten). Mit dem Ausbau des barocken Gebäudes zu einer neuen Hochzeitslokalität will sich Dresden künftig zu Sachsens Hochzeitsstadt - und nicht zu Sachsens Scheidungsstadt - entwickeln.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.07.2013

Nadine Steinmann

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