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Beim Plenair des Palais Sommers sind in diesem Jahr Mensch und Tier im Spiel

Aktmalerei vor Elbkulisse Beim Plenair des Palais Sommers sind in diesem Jahr Mensch und Tier im Spiel

Zwei unbekleidete Frauen und ein Pferd: das Motiv „Nackte Reiterinnen“, des diesjährigen Pleinairmalens beim Palais Sommer am Samstag und Sonntag, lässt Künstlern und Passanten großen Interpretationsspielraum.

Die Maler beim Pleinair des Palais Sommers beschäftigen sich in diesem Jahr mit dem Motiv „Nackte Reiterinnen“.
 

Quelle: ANJA SCHNEIDER

Dresden. Zwei unbekleidete Frauen und ein Pferd: das Motiv „Nackte Reiterinnen“, des diesjährigen Pleinairmalens beim Palais Sommer am Samstag und Sonntag, lässt Künstlern und Passanten großen Interpretationsspielraum. Genau das hatte sich Initiator Aleko Adamia gewünscht. „Die Kunst beim Pleinair ist eine freie Sache“, erzählt der Künstler gegenüber den DNN, „das Motiv der „Nackten Reiterinnen“ hat sich einfach so ergeben. Es gibt in diesem Jahr keine feste Vorlage. Die Menschen sollen die dargestellte Szene für sich ganz individuell interpretieren, etwa die Beziehung der beiden Frauen oder die Bedeutung des männlichen Pferdes.“

Die Pleinairmalerei des Palais Sommers findet in diesem Jahr zum achten Mal statt. Das erste Bild welches Adamia mit seinen Modellen 2008 nachempfand war das „Frühstück im Grünen“ von Manet. Auch Viele der anwesenden Künstler sind schon fester Bestandteil der Pleinairmalerei: „Zehn Maler besuchen von Anfang an unsere Veranstaltung im Rahmen des Palais Sommers. In diesem Jahr sind zudem drei Mal der Hochschule für Bildende Künste Dresden, sieben Personen der georgischen Kunstakademie und ein Mann aus Sankt Petersburg dabei“, erzählt Adamia gegenüber den DNN.

Eine andere Art des Ausziehens

Annabell Schmieder aus Dresden und Aline Jahnke aus Bautzen stehen in diesem Jahr Modell für die Interpretation „Nackte Reiterinnen“. Beide sehen in ihrer Aktmodelltätigkeit nichts anrüchiges, sondern betrachten sich als Teil eines künstlerischen Prozesses.

„Es ist eine andere Art des Ausziehens“, erzählt Jahnke gegenüber den DNN, „es geht hier viel mehr um künstlerische Details wie Konturen oder die Struktur der Haare. Die Maler hier setzen auch nicht eins zu eins um was sie sehen, sondern malen mich teilweise sogar nur ganz abstrakt. Ich finde es schön in meiner Pause dann rumzugehen und mir ihre Interpretationen anzuschauen.“

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Die Maler beim Pleinair des Palais Sommers beschäftigen sich in diesem Jahr mit dem Motiv „Nackte Reiterinnen“.

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Im Gegensatz zu Jahnke steht ihre Kollegin Annabell Schmieder seit ihrer Studienzeit Modell und ist auch durch ihren Beruf oft mit Nacktheit konfrontiert. „Das erste Mal habe ich in der HfBK Dresden für Professor Siegfried Klotz in seinem Anatomie Kurs Modell gestanden. Da hatte ich mein erstes Lampenfieber“, erzählt Schmieder gegenüber den DNN. Mittlerweile hat die 49-Jährige gefühlt 1000 Mal nackt Modell gestanden, unter anderem in der HfBK, von 2004 bis 2008 im Japanischen Palais und in der Volkshochschule in Dresden. „Nacktheit wird immer wichtiger. Das merke ich vor allem auch bei meinen Stückverträgen als Schauspielerin. Durch das Modell stehen habe ich aber auch viel über die Anatomie meines Körpers erfahren und ein positiveres Körpergefühl bekommen“, erzählt Schmieder.

Arbeit mit Mensch und Tier

Die Reaktionen des Publikums, beziehungsweise der Künstler und Studenten, seien laut Schmieder durchweg positiv. Initiator Adamia hatte allerdings auch schon oft den Fall, dass die Modelle kurz vorher abgesagt haben und er sich kurzfristig um Ersatz bemühen musste:„ Ich arbeite gern mit unprofessionellen Modellen, aber Einige machen dann einen Rückzieher wenn sie länger darüber nachgedacht haben.“

Männliches Modell ist in diesem Jahr der Hengst Hieronymus vom Pferdehof Bernd Schmitt. Adamia hatte das Pferd bereits 2012 in eine seiner Kunstinstallationen eingebunden. „Damals habe ich das Boot auf dem Originalbild in meiner Interpretation durch das Pferd ersetzt“, erzählt Adamia gegenüber den DNN.

„Geschmackvolle“ Tradition

Neben dem Malen ist Initiator Adamia auch die Tradition bei der Pleinairmalerei sehr wichtig. „Die Geschichte dieser Art des Malens reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Inspiriert von französischen Malern wir daher, wie die Leute damals, nach dem Malen einen Künstlertisch an und essen gemeinsam Baguette, Käse und trinken Wein. In diesem Jahr ist jedoch nur spanischer Wein und keiner aus Frankreich“, erzählt Adamia gegenüber den DNN.

Von Maraike Mirau

Dresden, Japanisches Palais 51.059791 13.737406
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