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Wer hilft dir, wenn du nicht mehr weiter weißt - Verein hilft Jugendlichen mit psychischen Problemen

Wer hilft dir, wenn du nicht mehr weiter weißt - Verein hilft Jugendlichen mit psychischen Problemen

"Du gehörst wohl in die Klapse!" - Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben Probleme, mit psychischen Erkrankungen umzugehen - auch Kinder und Jugendliche.

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Vera Ulbricht, Martha Baumgärtel und Sylvia Ross (v.l.) vom Verein Milan e.V.

Von ANNE NITZPAN

Im Gegensatz zu den meisten körperlichen Leiden werden psychische Störungen immer noch tabuisiert. Um dem entgegenzuwirken, haben einige junge Dresdner den Verein Milan e.V. gegründet, der ein Anlaufpunkt für Betroffene und Angehörige von psychisch Erkrankten sein soll. Von offizieller Seite bekommen sie dabei nur wenig Unterstützung.

Die 24-Jährige Psychologiestudentin Vera Ulbricht ist Vorstandsvorsitzende des Milan e.V. und hat selbst erlebt, wie in ihrem Freundeskreis Menschen an ihren Problemen zu Grunde gegangen sind. "Wenn aus deinem engsten Kreise mehrere Leute mit schweren Depressionen in die Klinik eingeliefert werden, machst du dir schon irgendwann Gedanken, was in unserem System falsch läuft".

Zusammen mit einem Bekannten sei dann die Idee entstanden, selber aktiv zu werden und so hat Ulbricht zusammen mit 16 anderen im Oktober 2011 die Milan e.V. gegründet. Die Mitglieder erarbeiten Programme, die den Jugendlichen wieder mehr Lebensmut schenken sollen. Der Fokus liegt dabei nicht auf psychologischen Gesprächen, sondern der Kommunikation in der Gruppe. "Die Menschen die zum Milan e.V. kommen, sollen vor allem merken, dass sie nicht alleine sind", erklärt Ulbricht den Grundgedanken.

Vom heutigen Sonnabend an bis zum 7. Juni richtet der Verein deshalb eine Jugendbegegnung zwischen acht bulgarischen Kunststudenten und Dresdner Künstlern und Kunsttherapeuten aus. Das Ziel: neue Konzepte für die kreative Arbeit mit Menschen mit erhöhtem Förderbedarf entwickeln. Die Idee zum interkulturellen Austausch kam von der Kunsttherapheutin Pessislava Tsoneva. Die Bulgarin, selbst Gründungsmitglied des Milan e.V., hat durch ihre Arbeit guten Kontakt zu bulgarischen Kunststudenten. Finanziert wird das Projekt vom europäischen Förderprojekt "Jugend in Aktion". "Die bulgarischen Studenten wohnen bei uns zu Hause. Das Förderprogramm bezahlt einen Teil des Flugs nach Deutschland und Verpflegung für die zwei Wochen", erklärt Ulbricht.

Sie sitzt zusammen mit den zwei Gründungsmitgliedern Martha Baumgärtel und Sylvia Ross vor einem Haus in der Leipziger Vorstadt. Hier, im Wohnzimmer der 45-jährigen Streetworkerin Ross, ist vorerst die Zentrale des Milan e.V eingerichtet. "Bis wir etwas Richtiges gefunden haben", meint Baumgärtel und blickt sich um. "Dabei liegen hier so viele Gewerbeflächen brach." Sie hat recht, blickt man sich um, fallen heruntergelassene Rollos und leere Schaufenster ins Auge. Aber ein fester Anlaufpunkt sei eben Voraussetzung dafür, dass später auch wirklich regelmäßig Veranstaltungen angeboten werden können. "Wir haben schon beim Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bzw. dem hier ansässigen Bürgerbüro nachgefragt, ob wir nicht finanzielle Unterstützung bekomme könnten", meint Ross. So investiere der EFRE-Fonds zur Zeit verstärkt in die Neustadt. Allerdings liegen nicht soziale Vereine, sondern wirtschaftliche Unternehmen und Betriebe im Fokus der Förderungsmaßnahmen. "Man hat uns gesagt, für Vereine wir unseren sei kein Geld vorhanden", meint die Streetworkerin. Ross hat schon öfter die Erfahrung gemacht, dass der Topf für die Bezuschussung sozialer Projekte generell leer sei. Ein Beispiel sei der Abbau von Arbeitsplätzen für Streetworker. "Anstatt sich zu beschweren, dass die Jugend nichts tut, sollte man lieber mal darin investieren, dass ihnen die richtigen Werkzeuge in die Hand gelegt werden. Selbstbestätigung durch Talentförderung zum Beispiel."

www.milan-dd.de.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.06.2012

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