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Stadtverwaltung warnt vor Risiken bei Plänen für Gymnasium in der Johannstadt

Bildung Stadtverwaltung warnt vor Risiken bei Plänen für Gymnasium in der Johannstadt

Rot-Grün-Rot will in der Johannstadt das Gymnasium Dresden-Ost vorgründen. Die Schulverwaltung im Rathaus warnt vor Risiken dieses Plans.

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Quelle: dpa

Dresden. Die Pläne der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit für die Vorgründung eines Gymnasiums Dresden-Ost stoßen in der Stadtverwaltung auf Bedenken. Auch die sächsische Bildungsagentur positioniert sich.

Ursprünglich wollte die Verwaltung ein im Dresdner Osten notwendiges Gymnasium zum Schuljahr 2018/19 auf dem Berthelsdorfer Weg vorgründen, ein endgültiger Standort sollte später gefunden werden. Für den Fall das dies nicht schnell genug möglich sei, rechnete die Stadt bereits mit befristeter Kapazitätserweiterung durch mobile Einheiten. Sie räumte zudem ein, dass die Attraktivität des Standorts aufgrund der relativ schlechten Anbindung an den Nahverkehr und die unmittelbare Nähe zum Schulcampus Tolkewitz, wo es ebenfalls ein Gymnasium geben wird, kritisch zu bewerten sei.

Verwaltung sieht Eingriff in bestehende Standorte

RGR will nun das Gymnasium im nächsten Jahr an der 101. Oberschule gründen und in Seidnitz die von der TU Dresden erwartete „Universitätsschule“ ansiedeln, die neue pädagogische Konzepte entwickeln soll. Mit dem Gymnasium soll der Schulstandort in Johannstadt aufgewertet werden, der unter sozialen Problemen leidet. Bis zum Schuljahr 2022/23 würden die Kapazitäten reichen, vielleicht sogar länger, wenn im ersten Jahr die Anmeldungen nicht gleich für drei Züge zusammenkommen. In dem Gymnasium käme dann Jahr für Jahr eine Klassenstufe hinzu. Bis 2023/24 müsste die Stadt doch in der Lage sein, ein neues Gymnasium zu errichten, erklärte die SPD-Bildungspolitikerin Dana Frohwieser. Ihr Fachkollegin bei den Grünen, Ulrike Caspary, hofft, dass die Stadtverwaltung sich dem innovativen Projekt der Universitätsschule „nicht länger verschließt, das ein strahlender Baustein einer echten Zukunftsstadt Dresden sein kann“.

Aus der CDU gab es heftige Kritik an den Plänen der Stadtratsmehrheit. Die bildungspolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion, Heike Ahnert, warf der Mehrheit einen Vorgriff auf den Schulnetzplan vor. Unausgegoren würden für das Prestigeprojekt Universitätsschule Standorte verschoben. Johannstadt stärke das nicht. Die Schule dort sei zu klein und zu schlecht an den Nahverkehr angebunden. Ahnert warnte vor „Organisationschaos und Unterrichtszeiten bis weit in den Nachmittag“.

Eine „schulfachliche Prüfung und Bewertung“ der Initiative der Stadtratsmehrheit sei kurzfristig nicht möglich, hieß es auf DNN-Anfrage aus dem Schulverwaltungsamt, da der Vorschlag „erheblich in bestehende Schulstandorte – die wiederum für die Bedarfsabdeckung wichtig sind – eingreift und auch zeitliche Risiken birgt“. Vom Änderungsantrag wäre die 101. Oberschule und das Abendgymnasium „in erheblichem Maß betroffen“. Damit ergäben sich Auswirkungen, die in die Fortschreibung der Schulnetzplanung reichen würden. Nach früheren Angaben wollte Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), den überarbeiteten Entwurf des Schulnetzplans in der zweiten Augustwoche vorlegen.

Auch zum neuen Standort für den Schulversuch mit der TU wollte sich die Stadtverwaltung nicht näher äußern. Der Stadtrat habe im Januar eine Vorgründung im Ortsgebiet Prohlis in Auftrag gegeben. „Entsprechend stand für die Verwaltung bisher das Ortsamtsgebiet Blasewitz nicht im Fokus der Prüfung.“

Mit dem Vorschlag, am Berthelsdorfer Weg ein Gymnasium Seidnitz einzurichten, würde die Stadtverwaltung der höheren Nachfrage nach gymnasialer Ausbildung, besonders im Ortsamtsbereich Blasewitz, wohnortnah gerecht werden, hieß es aus dem Schulverwaltungsamt weiter. Wie bei den Gründungsversuchen zum Gymnasium Prohlis festgestellt wurden sei, ist ein wohnortnahes Angebot gymnasialer Schulplätze wichtig.

Bildungsagentur verweist auf Schulträger

Die Gründung scheiterte mehrmals, weil sich nicht genügend Kinder anmeldeten. Als Standort war aber damals das sanierungsbedürftige Gebäude auf der Boxberger Straße im Gespräch gewesen. Kritiker meinten seinerzeit, auch die sächsische Bildungsagentur habe bei der Gründung in Prohlis auf der Bremse gestanden. Die Schulbehörde des Freistaats müsste die Lehrer bereitstellen.

Interessant ist daher der Kommentar der Bildungsagentur zu den jetzigen Plänen für die Gründung eines Gymnasiums in der Johannstadt: „Die Entscheidung zur Einrichtung, Erweiterung oder Sanierung von Schulstandorten liegt immer in Verantwortung des Schulträgers“, erklärte die Sprecherin der Regionalstelle Dresden der Bildungsagentur, Petra Nikolov gegenüber DNN. Träger ist die Stadt. „Als Schulaufsicht begrüßen wir stets Entscheidungen, die im Sinne der Schülerinnen und Schüler sowie der am Erziehungsprozess Beteiligten getroffen werden“, fügte sie hinzu.

Von Ingolf Pleil

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