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Schulnetzplan: Vorjohann stellt sich gegen Rot-Grün-Rot

Streit um Berufsschulzentrum Schulnetzplan: Vorjohann stellt sich gegen Rot-Grün-Rot

Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann will den neuen Schulnetzplan nach der Sommerpause in den Gremien des Stadtrats vorstellen. Erste Einzelheiten sind aber jetzt doch aus dem Rathaus nach außen gedrungen. Ein gravierender Unterschied: Vorjohann schlägt den Verbleib des BSZ für Wirtschaft in Gorbitz vor.

Was aus dem Standort Boxberger Straße werden soll, ist offen.

Quelle: Archiv

Dresden. Vom Umfang her kann die Vorlage problemlos mit dem Haushaltsplan konkurrieren. Der neue Schulnetzplan umfasst zwei Bände. Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) will das Dokument nach der Sommerpause in den Gremien des Stadtrats vorstellen. Zu Details könne er noch keine Auskunft geben, da noch Gespräche mit betroffenen Schulleitern laufen würden, erklärte er jüngst im DNN-Interview.

Erste Einzelheiten sind aber jetzt doch aus dem Rathaus nach außen gedrungen. Die Pläne von Schulverwaltungsamt und Vorjohann werden eine hitzige politische Debatte hervorrufen, da sie sich in wesentlichen Punkten nicht mit den Vorstellungen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit (RGR) decken und auch deutlich von dem Entwurf abweichen, den der damalige Bildungsbürgermeister und heutige Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) im Herbst vergangenen Jahres vorgestellt hat.

Ein gravierender Unterschied: Der aktuelle Schulnetzplanentwurf schlägt den Verbleib des Berufsschulzentrums für Wirtschaft „Franz Ludwig Gehe“ am Standort Leutewitzer Ring in Gorbitz vor. Das hatten Schüler und Lehrer mehrfach vehement gefordert und gegen die Pläne des „Lames-Entwurfes“ protestiert, die Berufsschule an den Standort Boxberger Straße in Prohlis zu verlagern. RGR will zusammen mit der Handelsschule ein berufliches Gymnasium in Prohlis gründen. Dafür soll das zwischenzeitlich als Asylunterkunft genutzte Schulgebäude saniert werden. Vorjohann erteilt diesen Umzugsplänen eine Absage.

Damit verbunden ist die Absage an ein weiteres schulpolitisches Ziel von RGR: die Gründung eines Gymnasiums Gorbitz am Leutewitzer Ring. Das vierzügige Gymnasium Gorbitz soll in dem Gebäude eingerichtet werden, in dem gegenwärtig die Handelsschule untergebracht ist und auch bleiben soll. Vorjohann schlägt stattdessen vor, ein dreizügiges Gymnasium am Standort des ehemaligen Kohlebahnhofs Freiberger Straße zu gründen. Auch dies ist ein deutlicher Unterschied zum „Lames-Plan": Der sieht kein Gymnasium auf dem ehemaligen Kohlebahnhof vor, sondern den Neubau der fünfzügigen 150. Oberschule. Vorjohann will an der Freiberger Straße dagegen einen Doppelstandort mit dreizügigem Gymnasium und dreizügiger 150. Oberschule errichten. Das wäre nach Tolkewitz und Pieschen der dritte zweigleisige Schulcampus in Dresden.

Einen Oberschul-Neubau soll es nach dem aktuellen Entwurf auch geben. Während bei Lames die 101. Oberschule am Standort Pfotenhauerstraße 42 verbleiben soll, will Vorjohann ein neues Gebäude an der Cockerwiese für diese Schule errichten. In dem frei werdenden Schulgebäude in der Johannstadt soll dafür ein vierzügiges Gymnasium gegründet werden. Weiterhin plant der Bildungsbürgermeister ein dreizügiges Gymnasium Seidnitz am Interimsstandort Berthelsdorfer Weg, das nach Abschluss der Standortwahl in einen Neubau auf das ehemalige Grundstück der Staatsoperette in Leuben oder eine Fläche an der Bodenbacher Straße ziehen soll.

Fest steht: Mit seinen Plänen wird Vorjohann auf wenig Gegenliebe bei RGR stoßen. Besonders die Frage der gymnasialen Bildung in den Neubaugebieten Gorbitz und Prohlis bleibt in dem Konzept unbeantwortet. Was wird aus dem Schulstandort Boxberger Straße, für dessen Sanierung mehr als 20 Millionen Euro im Haushalt eingeplant sind? Bildungspolitiker bei RGR vermuten, dass der Bildungsbürgermeister dieses Geld für das Gymnasium Klotzsche einsetzen will, das dringend einen Schulneubau benötigt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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