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Sachsen fehlen 128 Vertretungslehrer - Allein in Dresden sind 35 Stellen offen

Sachsen fehlen 128 Vertretungslehrer - Allein in Dresden sind 35 Stellen offen

Geld ist da, doch die Lehrer fehlen: Sachsen ist in dem seltenen Dilemma, dass es mehr Stellen für Pädagogen gibt als Bewerber. Ein vor Schuljahresbeginn geschaffener Pool mit 200 Vertretungsstellen ist bisher nicht mal zur Hälfte besetzt.

Mit dem Programm sollen kurzfristig ausfallende Lehrer flexibel und schnell ersetzbar sein - ein Vertretungspool mit 200 Stellen wurde vor Schuljahresbeginn geschaffen. 12,9 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Eine fliegende Reserve von Pädagogen, die bei Bedarf von Schule zu Schule springt oder wandert. Doch es finden sich nicht genügend Lehrer. Erst 72 der 200 Stellen sind besetzt. Nur im Schulbezirk Leipzig gab es genug Interessenten, 38 nahmen zunächst für vier Monate eine Beschäftigung als Unterrichtsvertretung an. In Bautzen jedoch sind bisher nur zehn, in Chemnitz elf, in Zwickau acht und in Dresden lediglich fünf der jeweils 40 Stellen besetzt. Die Vertretungsreserve verhindert immerhin die Arbeit von Lehrern auf Honorarbasis.

In Thüringen etwa unterrichteten 2011/2012 exakt 1324 Lehrkräfte stundenweise. Gewerkschaften sehen diese steigende Zahl als prekäre Arbeitsverhältnisse.

Entsprechende Signale sendet das Ministerium. Sprecher Dirk Reelfs sieht zwei Gründe, warum sich so wenige Vertretungslehrer finden: "Mit über tausend Einstellungen zum Schuljahresbeginn ist der Lehrermarkt leergefegt. Zudem hält sich die Bereitschaft, in den ländlichen Raum zu gehen, in Grenzen". sagt er.

Dass erstmals mehr Geld da ist, als Personal beschäftigt werden kann, ist für die Gewerkschaften ein Unding. Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Lehrerverbandes SLV zitiert eine Hochrechnung, wonach 450 reguläre Lehrerstellen in Sachsen fehlen. Sabine Gerold, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW, sagt: "Die Existenz des Vertretungspools und des Programms Unterrichtsversorgung zeigt, dass die Zahl der festen Stellen nicht stimmt." Statt jetzt Millionen für Lückenbüßer auszugeben, solle man lieber mutig sein und Lehrer auf Vorrat einstellen, so Gerold.

Sie verweist auf ein Thüringer Modell: "Dort werden junge Lehrer festangestellt und gleichzeitig verpflichtet, sich in den ersten zwei Jahren flexibel einsetzen zu lassen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.10.2013

A.F.

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