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SLUB-Mitarbeiter prangert Arbeitsbedingungen an - Dresdner Bibliothek spart Personalkosten mit Honorarverträgen

SLUB-Mitarbeiter prangert Arbeitsbedingungen an - Dresdner Bibliothek spart Personalkosten mit Honorarverträgen

Studenten, die für die Landesbibliothek arbeiten, werden aus Sicht der SPD nicht ordentlich angestellt und vergütet. Derzeit jobben 45 Studenten an der „Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek" (SLUB) auf Honorarbasis, wie eine Antwort des Wissenschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD zeigt.

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Der Lesesall der SLUB in Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Für ihre Arbeit bekommen die Studenten einen Stundenlohn von acht Euro. Dafür kümmern sich die Hilfskräfte unter anderem um die Ausleihe und den Bucheingang.

„Diese Aufgaben gehören zur regulären Tätigkeit einer Bibliothek, ohne die ein Betrieb nicht gewährleistet ist", sagte Holger Mann, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und geht noch einen Schritt weiter: „Für diese Tätigkeiten bräuchten die Studenten eigentlich eine Ausbildung." Das Wissenschaftsministerium hat die Bibliothek aufgefordert, die Verträge zu prüfen – und auf eine rechtlich tragfähige Grundlage zu stellen. Mann wirft der SLUB vor, Studenten scheinselbstständig zu beschäftigen. Gerade als Staatsbetrieb sei die Einrichtung gefordert, sozialversicherungspflichtige und tariflich-geregelte Beschäftigung zu schaffen. Die SLUB kündigte an, möglichen Fällen von Scheinselbstständigkeit nachzugehen. „Wir wollen dafür sorgen, dass sich diese Praxis nicht fortsetzt", sagte Vizedirektor Michael Golsch.

Allerdings sei etwa die Hälfte der Studenten nicht in der Ausleihe, sondern in befristeten Forschungs- und Drittmittelprojekten beschäftigt. „Für einen Teil der Studenten sind Honorarverträge gerechtfertigt, für andere nicht", so Golsch. Der SPD-Politiker Mann sieht in der Entwicklung eine Folge jahrelanger Personalkürzungen. Gab es 2004 noch rund 350 Stellen an der SLUB, waren es Ende des vergangenen Jahres noch 265 – eine Entwicklung, die dafür sorgt, dass immer mehr Studenten die Arbeit eines Angestellten übernehmen müssen. Dies bestätigte auf Anfrage der Dresdner Neuesten Nachrichten auch ein Mitarbeiter der SLUB, der allerdings anonym bleiben möchte, um seinen Job nicht zu verlieren: „Die Studenten sind in der Poststelle eingesetzt, sortieren Bücher ein, verbuchen sie und leihen sie auch aus", so der Mitarbeiter.

Generell herrsche seiner Meinung nach in der Landesbibliothek großer Personalbedarf. „Mit den Studenten versucht man Kosten zu sparen." Und das, obwohl die Bücherei selbst Azubis ausbildet. Das Problem: „Die meisten bekommen nur eine befristete Stelle. Ein unbefristeter Vertrag wird kaum noch vergeben", so der Mitarbeiter. Kritik kommt auch von der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS). „Es ist nicht hinnehmbar, dass die studentischen Hilfskräfte gezwungen sind, Honorarverträge abzuschließen", erklärte Sprecherin Diana-Victoria Menzel. Stattdessen fordert die KSS, den Studenten sozialversicherungspflichtige Verträge zu geben – mit gerechten Urlaubs- und Krankengeldregelungen.

Nadine Steinmann

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