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Rot-Grün-Rot will Schulnetzplan für Dresden ohne Zeitdruck diskutieren

Bildung Rot-Grün-Rot will Schulnetzplan für Dresden ohne Zeitdruck diskutieren

Der neue Schulnetzplan bringt es auf fast 900 Seiten. Den Entwurf für dieses Mammutwerk will die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit ohne Zeitdruck beraten. Das aber kollidiert mit den Plänen der Verwaltung.

Nach den Plänen der Verwaltung soll die künftige Schulstruktur für Dresden bis Ende des Jahres beschlossen werden.

Quelle: dpa

Dresden. Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit will den neuen Schulnetzplan ohne Eile diskutieren. „Der Zeitdruck ist nicht nachvollziehbar“, erklärte Dana Frohwieser (SPD) am Freitag. Nach den Plänen der Verwaltung soll die künftige Schulstruktur für Dresden bis Ende des Jahres beschlossen werden.

Der Entwurf bringt es mit einer Reihe von Anlagen auf fast 900 Seiten. Ende des Monats beginnen die Beratungen in den Ortsbeiräten und Ortschaftsräten. Nach Frohwiesers Angaben müssten diese Gremien in nur einer Sitzung zu einer Bewertung gelangen. Die „Überforderung“ sei jedoch unnötig, es gebe genügend Zeit. Der Freistaat habe die Frist für Kreisfreie Städte wie Dresden bis Ende 2018 verlängert. Bei einer Anfrage am Freitag Nachmittag war zu dieser Kritik keine Reaktion der Verwaltung mehr möglich.

Frohwieser und ihre Fachkolleginnen aus den Kooperationsfraktionen im Stadtrat, Ulrike Caspary (Grüne) und Anja Apel (Linke), haben bereits eine ganze Reihe von Änderungswünschen zusammengetragen. In verschiedenen Bereichen zweifeln sie an den Prognosen für die Schülerentwicklung. An Grundschulen etwa würde vielfach die Klassenstärken ausgereizt, hier müssten die Kapazitäten deutlich ausgeweitet werden.

Linken-Politikerin Apel sprach sich gegen den „Verschiebebahnhof“ für Förderschulen aus. Die Kooperation werde „Förderschulzentren von der 1. bis zur 10. Klasse“ nicht zustimmen. Eine solche Entwicklung befürchtet Apel bei den Plänen der Stadt in Pieschen. Dies entspreche nicht dem Inklusionsgedanken.

Caspary sprach sich dafür aus, über die Wiederbelebung ruhender Schulstandorte wie Boxberger, Altenberger und Ginsterstraße nachzudenken. Zudem forderte sie unter anderem die Gründung der 146. Grundschule für den Bereich Pieschen, die von der Verwaltung gestrichen wurde.

An vielen Stellen will Rot-Grün-Rot zunächst aber die Beratungen in den Ortsgremien und in den Schulkonferenzen abwarten. Zu berücksichtigen sei auch, dass die Hoheit für die beruflichen Schulen inzwischen beim Freistaat liege und die Stadt darauf keinen Einfluss mehr habe. Die Verwaltung will mit dem Schulnetzplan gegenüber dem Land zumindest eine klare Haltung manifestieren.

Von Ingolf Pleil

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