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Mit dem Dresdner Artos e.V. surfen auch Senioren sicher

Silbersurfer Mit dem Dresdner Artos e.V. surfen auch Senioren sicher

Smartphone, Notebook, PC und Co sind schon lange nicht mehr nur den jungen Generationen vorbehalten. Auch immer mehr ältere Menschen nutzen ganz selbstverständlich Emails und Whatsapp als Kommunikationsmittel, bestellen Waren im Internet oder suchen in Online-Partnerbörsen nach dem Glück zu zweit.

Lutz Hanisch (in rot) mit Gleichgesinnten in einem der Computerkabinette des Artos e.V.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Smartphone, Notebook, PC und Co sind schon lange nicht mehr nur den jungen Generationen vorbehalten. Auch immer mehr ältere Menschen nutzen ganz selbstverständlich Emails und WhatsApp als Kommunikationsmittel, bestellen Waren im Internet oder suchen in Online-Partnerbörsen nach dem Glück zu zweit.

Wem die gerade angesprochene Selbstverständlichkeit noch ein wenig fehlt, der findet in Dresden beim Artos e.V. Hilfe. Seit 2002 widmen sich die Mitglieder um den Vereinsvorsitzenden Lutz Hanisch allen Problemlagen, denen Menschen ab 50 Jahren im Zusammenhang mit den praktischen, aber mitunter doch etwas komplizierten Gerätschaften im Alltag begegnen. Dabei verschob sich der Fokus in den vergangenen Jahren zusehends. „Das Interesse der Senioren am PC ist stark rückläufig“, erklärt der gelernte Funkmechaniker und studierte Berufsschullehrer Hanisch. Großer Renner ist zwar weiterhin das Internet, aber immer mehr Kursteilnehmer möchten jetzt über Tablet oder Smartphone im World Wide Web surfen, was auch seine Tücken birgt.

Was tun über 55-jährige Sachsen im Netz?

85,4 % suchen Informationen über Waren und Dienstleistungen

79,9 % senden oder empfangen E-Mails

69,0 % suchen Informationen zu Gesundheitsthemen

58,3 % lesen Online-Nachrichten, Zeitungen und Zeitschriften

53,7 % buchen Reisen, erkunden Urlaubsorte, nutzen Routenplanung

42,5 % nutzen Online-Banking

( 26 % ) nutzen Video-Sharing-Dienste wie YouTube

( 24,7 % ) nutzen Online-Zahlungskonten wie Paypal

( 24,4 % ) gucken Streaming-Fernsehen live oder zeitversetzt

( 21 % ) nutzen Soziale Netzwerke

( 20,8 % ) hören Musik (Internet-Radio, Online-Streaming)

( 1 9,8 % ) telefonieren/führen Videotelefonate

(): Aussagewert eingeschränkt

Die Daten wurden im Rahmen der jährlichen Haushaltebefragung zu Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) 2016 erhoben.

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Kamenz, 2017

Das fängt schon bei der Bedienung an. Denn der Touchscreen von so manchem Smartphone reagiert nicht auf Berührungen mit sehr trockener Haut, wie sie bei Älteren häufiger vorkommt. „Das musste ich auch erst lernen“, erklärt Hanisch, der mit seinen 73 Jahren zur eigenen Zielgruppe gehört, schmunzelnd. Etwa ein Viertel der Teilnehmer an Smartphone-Kursen schlagen sich mit diesem Problem herum, dazu kommen Schwierigkeiten bei der Bedienung und korrekten Einstellung. „Grundsätzlich sind viele erst einmal erschrocken, wenn ich ihnen sage, dass sie da einen Hochleistungscomputer in der Hand halten, der zufällig auch noch telefonieren kann“, so Hanisch.

Ein weiteres Problem, dass durchaus alle Internetnutzer betrifft, ist die Sicherheit. Wie stelle ich mein Telefon oder meinen PC richtig ein, damit meine Daten geschützt sind? Wie erkenne ich unseriöse Anbieter, zum Beispiel bei Partnerbörsen? Oder auch: Wie erkenne ich Fake-News im Netz? All diese Dinge schwingen in jedem Kurs mit, erklärt Lutz Hanisch. Und davon bietet der Verein allerhand: „Mobile Geräte für Einsteiger“ heißt ein dreitägiger Anfänger-Kurs, ein anderer „Datensicherung für den Hausgebrauch“. „Apps für jede Gelegenheit“ führt in die Programmlandschaft auf dem Handy ein, während „Den PC aufräumen und beschleunigen“ sich der Ordnung widmet. Der Kursinhalt richtet sich ganz nach dem Kenntnisstand und den Geräten der Teilnehmer – und auch nach deren Geschwindigkeit.

Zwei Computerkabinette mit je zwölf Schulungs- und einem Leiterrechner stehen dem Verein im Domizil an der Straße des 17. Juni 25 zur Verfügung, dazu eine Selbsthilfewerkstatt. Hier werden zum Beispiel Rechner mit neuen Betriebssystemen ausgestattet oder auch Daten gesichert. 300 bis 500 Teilnehmer verzeichnet der rund 110 Mitglieder starke Verein jährlich, Männer genauso wie Frauen – zum Beispiel auch solche, die sich hier den Umgang mit dem PC des erkrankten oder verstorbenen Partners erklären lassen.

Wem mit einem Kurs oder praktischer Unterstützung noch nicht genug geholfen ist, der kann sich einer der verschiedenen Interessengemeinschaften anschließen, die sich einmal monatlich treffen – und das nicht nur, um Computerprobleme zu diskutieren. „Unser Verein hat auch ein soziale Funktion“, ist sich Lutz Hanisch sicher. „Viele kommen auch hierher, um Kontakt zu haben und zu schwatzen“, erklärt der Vereinvorsitzende, als er den gemütlichen Pausenraum zeigt.

ARTOS - die mediengemeinschaft e. V., Straße des 17. Juni Nr. 25 Eingang 103 B,; 0351-25381477; www.artos.de

Von Franziska Schmieder

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