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Kinderuni startete ins Sommersemester: „Der Sprachdetektiv kriegt euch alle“

Bildung Kinderuni startete ins Sommersemester: „Der Sprachdetektiv kriegt euch alle“

Am Dienstag hat der Sprachwissenschaftler Dr. Joachim Scharloth in der Vorlesung „Was macht ein Sprachdetektiv auf Verbrecherjagd?“ insgesamt 550 kleinen Besuchern der Dresdner Kinderuni im Hygiene Museums einige seiner Fälle vorgestellt.

Am Dienstag hat der Sprachwissenschaftler Dr. Joachim Scharloth in der Vorlesung „Was macht ein Sprachdetektiv auf Verbrecherjagd?“ insgesamt 550 kleinen Besuchern der Dresdner Kinderuni im Hygiene Museums einige seiner Fälle vorgestellt

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Wenn Verbrecher mit Worten drohen, wenn Entführer Erpresserbriefe schreiben, wenn Terroristen sich im Internet anonym zu ihren Taten bekennen – dann beginnt die Arbeit der Sprachdetektive. Sie suchen in gesprochenen oder schriftlichen Texten der Täter nach deren persönlichen Sprachabdrücken. Akribisch nimmt er jedes Wort, jeden Satz, jeden Fehler unter die Lupe, um Hinweise auf den Täter zu finden. Denn: Auch Wörter können Tatwerkzeuge sein und enthalten manchmal Spuren, die Verbrechen aufklären können.

Am Dienstag hat der Sprachwissenschaftler Dr. Joachim Scharloth in der Vorlesung „Was macht ein Sprachdetektiv auf Verbrecherjagd?“ insgesamt 550 kleinen Besuchern der Dresdner Kinderuni im Hygiene Museums einige seiner Fälle vorgestellt: von brennenden Autos in Dresden und von Bombendrohungen in einer Schule. Scharloth ist Professor für Angewandte Linguistik am Institut für Germanistik der Technischen Universität Dresden und einer weniger Experten in Deutschland für forensische Linguistik.

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Wenn Verbrecher mit Worten drohen, wenn Entführer Erpresserbriefe schreiben, wenn Terroristen sich im Internet anonym zu ihren Taten bekennen – dann beginnt die Arbeit der Sprachdetektive. Sie suchen in gesprochenen oder schriftlichen Texten der Täter nach deren persönlichen Sprachabdrücken.

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„Wir reden und schreiben den ganzen Tag. Und das hinterlässt Spuren“, erklärt der Linguist. Wie ein Fingerabdruck. „Als die Polizei gelernt hat, wie man Fingerabdrücke messen kann, war das ein großer Fortschritt. Jeder Mensch hat seinen eigenen sprachlichen Fingerabdruck – ob im gesprochenen oder geschriebenen Wort.“ Als Beispiel ging er mit den Kindern einen realen Fall durch: Vor etwa zwei Jahren zündeten Unbekannte in Dresden am Bahnhof Neustadt Dienstwagen der Deutschen Bahn an – und hinterließen ein Bekennerschreiben im Netz. Anhand der sprachlichen Besonderheiten im Schreiben, wie Rechtschreibfehler und besonderer Ausdrucksweisen, konnte der Täter innerhalb kürzester Zeit gefasst werden. Im Anschluss durften die kleinen Studenten schließlich einen eigenen Fall lösen: Eine Bombendrohung in einer Schule.

Die Dresdner Kinderuni gibt es schon seit 13 Jahren. Die Plätze sind Semester für Semester begehrt. Kurz nach Eröffnung des Anmeldeportals am 27. Februar waren die Plätze bereits vergriffen. Die Kinderuni hält für gewöhnlich vier Vorlesungen für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren bereit – je zwei im Hygiene-Museum und im Hörsaalzentrum der TU Dresden. Wer drei Vorträge besucht und sich dort jeweils einen Stempel geholt hat, erhält eine Teilnahmebescheinigung. Die Vorlesung „Was macht ein Sprachdetektiv auf Verbrecherjagd?“ findet ihm Rahmen der Sonderausstellung „Sprache“ im Deutschen Hygienemuseum Dresden statt.

Joachim Scharloth gab den kleinen „künftigen Tätern“ zu guter Letzt noch einige Hinweise auf den Weg: „Lernt fleißig Deutsch, hinterlasst keine Spuren im Internet – das Netz vergisst nie“, so der Sprachwissenschaftler. „Der Sprachdetektiv kriegt euch alle!“

www.ku-dresden.de

Von Juliane Weigt

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