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Erkenntnis ist frei: Open-Access-Tagung in Dresden

350 Experten beraten in der SLUB Erkenntnis ist frei: Open-Access-Tagung in Dresden

Rund 350 Wissenschaftler, Bibliothekare, Verlagsvertreter und Informatik-Spezialisten treffen sich derzeit in Dresden zur größten „Open Access“-Tagung im deutschsprachigen Raum. Drei Tage lang wollen sie sich in der SLUB und der TU Dresden darüber austauschen, wo der freie Zugriff auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse schon gut funktioniert, wo es hakt und wie sich die Interessen vereinen lassen.

Die Sächsische Landes- und Unibibliothek in Dresden ist Gastgeber für die Open-Access-Tage 2017. Hier ein Blickauf die Lounge.

Quelle: Foto: SLUB Dresden/Henrik Ahler

Dresden. Rund 350 Wissenschaftler, Bibliothekare, Verlagsvertreter und Informatik-Spezialisten treffen sich derzeit in Dresden zur größten „Open Access“-Tagung im deutschsprachigen Raum. Drei Tage lang wollen sie sich in der Sächsischen Landes- und Unibibliothek SLUB und an der TU Dresden darüber austauschen, wo der freie Zugriff (Open Access) auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse schon gut funktioniert, wo es hakt und wie sich die Interessen von Verlagen und Forschern vereinen lassen.

„Open Access ist in vielen Fachkreisen inzwischen zu einem Thema geworden, bei dem nicht mehr viel über das ,Ob’, sondern vor allem über das ,Wie’ diskutiert wird“, betonten SLUB-Direktor Thomas Bürger, TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen und Roland Sauerbrey vom Helkmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) als Veranstalter der „Open-Access-Tage“ in Dresden. Und sie betonen: „Das Bekenntnis zu frei zugänglichen Forschungsergebnissen und zu den Möglichkeiten einer auf Austausch und Internationalität ausgerichteten Informationsinfrastruktur eint auch die verschiedenen Einrichtungen des Forschungsstandortes Dresden.“

Forschten früher Wissenschaftler eine halbe Ewigkeit im stillen Kämmerlein oder draußen in der freien Wildbahn, um dann nach Jahren ein teures Standardwerk über ihr Spezialthema zu publizieren, treibt heute der rasche Informationstakt des Digitalzeitalters die globale Forschergemeinde. „Open Access“, also der rasche, freie und möglichst internetgestützte Zugang zu Forschungsergebnissen, wissenschaftlichen Publikationen und Experimentaldaten, greift daher als Konzept weltweit um sich. In den Universitäten, Krankenhäusern und Instituten ist inzwischen eine Generation von Akademikern angekommen, die mit dem Internet groß geworden ist – und dessen Grundidee: Die Informationen sind frei.

Vor allem für junge Naturwissenschaftler und Mediziner ist es heute selbstverständlich, ihre neuesten Erkenntnisse möglichst schnell und möglichst kostenlos im Internet zu publizieren. Einerseits erhöhen sie damit die prestigeträchtige Chance, von Kollegen zitiert zu werden. Andererseits stellen sie sich damit sehr unmittelbar einer manchmal vielleicht harten und schmerzhaften, unterm Strich aber meist nützlichen internationalen Diskussion ihrer Konzepte. Dies wiederum eröffnet die Möglichkeit, sich weltweit mit Experten für ihr nächstes Projekt zu vernetzen.

Auch der Forschungsstandort Dresden gilt mittlerweile als eine Hochburg dieser Bewegung. Denn die SLUB verfügt über eines der führenden Digitalisierungszentren für Schriftgut im deutschsprachigen Raum. Außerdem betreibt die Bibliothek mit „Qucosa“ den zentralen digitalen Umschlagplatz für Open-Access-Dokumente in Sachsen. Eine weitere Datenbank, die auch Experimental-Rohdaten frei verfügbar macht („Open Source“), befindet sich im Aufbau. Auch gibt es an der TU und an außeruniversitären Instituten in Dresden zahlreiche kleinere Open-Access-Initiativen. Ein Beispiel unter vielen ist die digitale Wissenschafts-Zeitschrift „Medienwelten“ der TU-Medienpädagogen: Das elektronische Journal veröffentlicht seit Ende 2012 hervorragende Abschlussarbeiten, die sonst in den Schubladen des Prüfungsamtes verschwinden würden.

Solche Beispiele wollen die Open-Access-Anhänger während der Tagung in Dresden vorstellen. Auf der Agenda stehen auch die nationalen Open-Access-Strategien von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Präsentiert werden zudem Software-Lösungen, um Open-Access-Datenbanken aufzubauen und sie für die Publikation wissenschaftlicher Aufsätze und Bücher zu nutzen.

Ein weiterer wichtiger Tagungs-Schwerpunkt gilt dem lieben Geld. Denn „Open Access“-Angebote sind zwar in aller Regel für den Nutzer kostenlos, aber für die Betreiber ein aufwendiger Spaß. Teilnehmer aus Hannover und Mannheim wollen daher zum Beispiel Finanzierungsmodelle für Open-Access-Bücher vorstellen, Vertreter aus Berlin referieren über Fonds-Modelle und auch über öffentliche Förderprogramme wird zu diskutieren sein.

Mehr Infos im Netz: tinyurl.com/lhkchyn

Von Heiko Weckbrodt

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