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Dresden plant zentralen Standort für die Auslagerung von Schulen bei Bauarbeiten

Bildung Dresden plant zentralen Standort für die Auslagerung von Schulen bei Bauarbeiten

Die Stadt Dresden erweitert den Schulkomplex am Terrassenufer. Sie schafft damit Platz für Schüler aus sanierungsbedürftigen Bildungsstätten. Interimsstandorte bleiben aber Mangelware.

Der Ergänzungsbau am Terrassenufer 15 in Dresden wird auf Ständern stehen, weil er im Überschwemmungsgebiet liegt.
 

Quelle: Stadt Dresden

Dresden. Die Stadt will das Schulgelände am Terrassenufer zu einem zentralen Bauauslagerungsstandort erweitern. „Damit wird vor allem der Wegfall des Bauauslagerungsstandortes Boxberger Straße kompensiert“, erläuterte der Leiter des Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, auf DNN-Anfrage das Projekt, für das jetzt die Stadträte in den kommenden Wochen die nächsten Schritte einleiten sollen.

Zum Hintergrund gehört die zwischenzeitliche Nutzung der Schule auf der „Boxberger“ als Flüchtlingsunterkunft. Damit erlosch die Betriebsgenehmigung als Schule, um diese wieder zu erlangen sind erst erhebliche Investitionen notwendig. Die Stadt hat dann aber andere Pläne mit dem Standort. Dieser war jedoch bisher der einzige, der ein komplettes Gymnasium als Ausweichobjekt aufnehmen konnte.

Dafür soll jetzt die Schule am Terrassenufer ausgebaut werden. Das vorhandene Gebäude vom Schultyp Dresden-Atrium, dem klassischen DDR-Bau, kann höchstens eine vierzügige Grundschule komplett aufnehmen. Von der Bereitstellung von Auslagerungsstandorten ist allerdings das gesamte Sanierungsprogramm der Stadt abhängig, das mit erheblichem Millionen-Aufwand betrieben wird. Insgesamt gibt die Stadt pro Jahr etwa 130 Millionen Euro für Neubau und Sanierungen im Schulbereich aus.

Für reichlich zwei Millionen Euro soll ab Herbst dieses Jahres am Terrassenufer ein zusätzliches Gebäude entstehen. „Es besteht aus weitgehend vorgefertigten Modulen, die vor Ort zur gewünschten Kubatur zusammengesetzt werden.“, erläutert Schmidtgen. Was umgangssprachlich auch als Containerbau bezeichnet wird, werde sich jedoch aufgrund der geplanten Standzeit und der Nutzung als Schulgebäude für den Nutzer kaum von einem konventionellen Gebäude in Massivbauweise unterscheiden. Schmidtgen: „Der am Terrassenufer geplante Baukörper ist hinsichtlich Optik und Kubatur vergleichbar zu dem bereits in Betrieb befindlichen Interimsgebäude am Gymnasium Klotzsche.“

Umzug und Ausbau

Die Schulbauten der Stadt sind mit einem komplizierten Bündel von Auslagerungen und Zwischenlösungen verbunden. Neben der Schule am Terrassenufer gibt es nach den Angaben der Stadt weiterhin folgende dauerhaft nutzbare Auslagerungsstandorte: Berthelsdorfer Weg 2 (aktuell 32. Oberschule, ab Februar 2018 44. Grundschule), Höckendorfer Weg 2 (aktuell 49. Grundschule), Luboldtstraße 15 (aktuell 61. Grundschule), Cämmerswalder Straße 41 (aktuell 39. Grundschule und Teile der 70. Grundschule, später Gründung 150. Oberschule).

Aktuell können auch freie Kapazitäten in verschiedenen Schulstandorten genutzt werden, die aber aufgrund der Entwicklung der Schulstandorte nicht dauerhaft zur Verfügung stehen. So dient die 32. Grundschule (Hofmannstraße 34) für die Vorgründung des Gymnasiums Tolkewitz zum Schuljahr 2017/2018. Der Schulcampus, wo das Gymnasium endgültig angesiedelt sein soll, wird erst 2018 fertig. Die 147. Grundschule (Neubau), Maxim-Gorki-Straße 4, bietet Platz für die Vorgründung des Gymnasiums Pieschen und der 145. Oberschule zum Schuljahr 2017/2018, die beide später an der Gehestraße angesiedelt werden. Im BSZ Wirtschaft „Franz Ludwig Gehe“ (Leutewitzer Ring 141) ist seit seiner Gründung bis zum Umzug das Tschirnhaus-Gymnasium (bisher Gymnasium Süd-West) angesiedelt, das zum Schuljahr 2018/2019 seinen endgültigen Standort auf der Bernhardstraße 18 (früheres Fritz-Löffler-Gymnasium) beziehen soll – der gegenwärtig saniert und erweitert wird.

Der künftige Schulcampus in Tolkewitz wiederum soll ab Februar 2018 für die Auslagerung des Gymnasiums Dreikönigschule genutzt werden und schließlich soll ab Sommer die 85. Grundschule, Radeburger Straße, für die Auslagerung der 84. Grundschule genutzt werden. I.P.

Mindestens zehn Jahre soll der dreigeschossige Komplex das Schulgelände ergänzen und neben allgemeinen Unterrichtsräumen auch Fachunterrichtsräume für Physik, Biologie und Chemie mit den dazugehörigen Nebenräumen sowie weitere Unterrichtsräume für Kunsterziehung und Musik beherbergen. Weil das Gelände, auf dem bis 2005 ein Hochhaus von der Bauweise des benachbarten Hotels stand, im Überschwemmungsgebiet der Elbe liegt, werden die Module auf Ständern stehen. Im Oktober sollen die Bauarbeiten beginnen, damit das Gebäude für das Schuljahr 2018/19 bereitsteht. Derzeit sind die Grundschule Naußlitz und Teile des Gymnasiums Dreikönigschule am Terrassenufer untergebracht.

Ab Sommer 2018 soll das Gymnasium Plauen den erweiterten Standort beziehen, damit dessen Domizil auf der Kantstraße saniert und erweitert werden kann. Für die weitere Belegung ab voraussichtlich Sommer 2020 seien noch keine abschließenden Festlegungen getroffen worden, teilte Schmidtgen mit. Mehr als ein halbes Dutzend Standorte sind ins aktuelle Karussell von Umzügen und Sanierungen eingebunden (siehe Info-Box). Da wird verständlich, warum Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) eine „Kette von Dominosteinen“ vor Augen hat, wenn er die Neubau- und Sanierungspläne der Stadt beschreibt.

Ausreichend ist das alles aber offenbar nicht, trotz des geplanten zentralen Bauauslagerungsstandortes am Terrassenufer. Schulverwaltungsamtsleiter Schmidtgen: „Gemessen am angestrebten Investitionsvolumen und dem erforderlichen Sanierungsrhythmus aller kommunalen Schulen sind mindestens vier solcher Standorte dauerhaft erforderlich, wenn Bauen unter Belegung der Schulgebäude möglichst vermieden werden soll.“

Von Ingolf Pleil

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