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Die Rückkehr der Schulbibliotheken

Oktober 2017 Die Rückkehr der Schulbibliotheken

Die Stadt Dresden bekommt wieder ein Netz aus Schulbibliotheken. Das hat Arend Flemming, der Direktor der Städtischen Bibliotheken, auf DNN-Anfrage angekündigt. Einige dieser Leihbüchereien werden demnach eher klassische Bibliotheken in Schulgebäuden sein. Für die höheren Klassenstufen plant Flemming virtuelle Schulbibliotheken.

Marie und Marita sind heute zehn Jahre älter als auf unserem Foto. Bereits 2007 war die 56. Mittelschule in Dresden Vorreiter in Sachen Schulbibliothek, die beiden Mädels haben damals als Sechstklässlerinnen geholfen, die Bestände zu katalogisieren und die Titel in den Computer einzugeben.
 

Quelle: picture-alliance/ ZB/Archiv/Ronald Bonß

Dresden.  Die Stadt Dresden bekommt wieder ein Netz aus Schulbibliotheken. Das hat Arend Flemming, der Direktor der Städtischen Bibliotheken, auf DNN-Anfrage angekündigt. Einige dieser Leihbüchereien werden demnach eher klassische Bibliotheken in Schulgebäuden sein, wie es sie schon zu DDR-Zeiten gab – nur eben moderner. Für die höheren Klassenstufen plant Flemming virtuelle Schulbibliotheken. Diese Konzept könne Pilotcharakter für andere Städte in Sachsen und ganz Deutschland bekommen. „Der Bedarf von Lehrern, Schülern und Eltern ist groß“, sagt er.

Die erste dieser Schulbibliotheken öffnet voraussichtlich Mitte Oktober 2017. „In der ersten Phase wollen wir bis Ende 2018 etwa 20 Schulbibliotheken an den Grundschulen aufbauen“, kündigt Direktor Flemming an. „Diese Bibliotheken sollen eigene Räume und Medienbestände bekommen.“ Da allerdings nur 100 000 Euro Startkapital verfügbar sind, bleiben festangestellte Bibliothekare vorerst ein Wunschtraum. Ohnehin reicht das Geld nur für etwa 20 der rund 70 Grundschulen in Dresden. Es handelt sich damit eher um einen Feldversuch als schon ein flächendeckendes Netz. Daher setzt die Direktion auf ehrenamtliche Bibliothekare, die sie aus der Lehrer-, Eltern- und Anwohnerschaft rekrutieren will. Profis sollen diese Ehrenamtler schulen. Die weitere Betreuung übernimmt dann die jeweils nächste Stadtteilbibliothek.

„Für die Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen wollen wir dagegen virtuelle Schulbibos einrichten“, sagt Arend Flemming. Ihm und seinen Kollegen schweben dafür virtuelle Filialen der Dresdner Internetbibliothek eBibo vor: Diese Online-Magazine werden mit digitalen Büchern, Software, Datenbank-Zugängen und Online-Lernkursen gefüllt. Die Medien werden auf den Bedarf der jeweiligen Schule abgestimmt, Zugang haben dann nur deren Schüler und Lehrer. „Die einen werden da vielleicht eher einen eLearning-Kurs für Englisch brauchen, die anderen eher eine Online-Berufsberatung“, nennt Flemming Beispiele, wie das aussehen könnte.

Da jedoch städtische Gelder für die virtuellen Schulbibliotheken nicht in Aussicht sind, wollen sich die Dresdner für dieses Pilotprojekt mit Bibliotheken aus Leipzig und Chemnitz zusammentun, um dann gemeinsam Fördermittel beim Land beantragen zu können. Daher sei frühestens 2019 mit den ersten virtuellen Bibliotheken für höhere Schulen zu rechnen, räumt Flemming ein.

Bereits zu DDR-Zeiten hatte es in Dresden ein Netz aus Schulbibliotheken gegeben. Diese Bibliotheken wurden jedoch nach der Wende recht rasch geschlossen – vor allem aus finanziellen und organisatorischen Gründen. Insbesondere aus bildungspolitischen Gründen revidiert Dresden nun diese Schließungswelle.

bibo-dresden.de

Von Heiko Weckbrodt

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