Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Die Fachhochschule Dresden stand kurz vor dem Abgrund: Eine Bilanz

„Es gab nur zwei Dinge, die Priorität hatten.“ Die Fachhochschule Dresden stand kurz vor dem Abgrund: Eine Bilanz

Für die Fachhochschule Dresden (FHD) war 2016 ein turbulentes Jahr. Mittlerweile kann man gestärkt und zuversichtlich in eine positive Zukunft blicken. Die DNN sprachen mit Rektor Dr. Rolf Pfrengle darüber, was sich in den letzten zwölf Monaten getan hat.

„Wir haben Fahrt aufgenommen und das Schiff auf einen richtigen Kurs gebracht“, sagt FHD-Rektor Dr. Rolf Pfrengle.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Für die Fachhochschule Dresden war 2016 ein turbulentes Jahr, in dem sich viel getan hat. Mittlerweile kann man gestärkt und zuversichtlich in eine positive Zukunft blicken. Anfang des Jahres stand man jedoch vor einem beträchtlichen Berg von Aufgaben, die zu bewältigen waren. Die DNN sprachen mit Rektor Dr. h.c. Rolf Pfrengle darüber, was sich in den letzten zwölf Monaten getan hat.

Frage: Wie war die Situation heute vor einem Jahr?

Dr. Pfrengle: Der Wissenschaftsrat hatte 2015 eine Evaluierung, also eine Untersuchung und Bewertung, an der FHD vorgenommen. Und diese fiel nicht zufriedenstellend aus. Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hatte daraufhin der Hochschule die Möglichkeit gegeben, die Mängel bis April 2016 zu beseitigen. Sonst wäre die staatliche Anerkennung gefährdet gewesen. Zudem sollte ein neuer Rektor gewählt werden. So kam ich zum 1. Januar ins Amt.

Um welche Mängel handelte es sich dabei?

Es fehlte unter anderem ein Forschungsprojekt, ein Forschungsbudget, ein Finanzierungsplan sowie Selbstverwaltungsorgane. Also einige unerlässliche Dinge, die eine Hochschule ausmachen. So auch die Sicherstellung der professoralen Lehre: Je Studiengang muss die Lehre zu 50 Prozent durch Professoren abgesichert sein.

Wie konnten Sie diese Beanstandungen in so kurzer Zeit beseitigen?

Ab 1. Januar hatten wir die Schlagzahl deutlich erhöht. Ich habe gleich zu Beginn meiner Amtszeit gesagt, dass nur zwei Dinge Priorität haben: Sicherstellung von Lehre und Abstellung der Mängel. Es ging um den Fortbestand der Hochschule, da mussten wir uns auf das Wesentliche fokussieren. Wir haben eine Arbeitsgruppe gegründet, die alle Verantwortlichen mit einbezog. Wir konnten eine Grundordnung herstellen, das Rektorat verkleinern und Gremien schaffen, in denen Entscheidungen des Rektorates diskutiert werden können. Das Kuratorium konnte mit Personen aus dem Bereich der Politik, Wirtschaft und Forschung ergänzt werden.

Was war dabei am schwersten?

Das Forschungsprogramm zu erstellen war eine Herausforderung. In einem Workshop haben wir ein Konzept erstellt und untergliedert in verschiedene Forschungsbereiche. Die Fragen waren: In welchen Fakultäten wollen wir welche Forschung machen? Wie kann man das sinnvoll fakultätsübergreifend gestalten. Wir sind eine Hochschule für angewandte Forschung. Es soll also praxisnah sein. Schlussendlich haben wir es geschafft, zum 15. April dem Ministerium einen Bericht über die bis auf einen Punkt hundertprozentige Abstellung der Mängel vorzulegen.

Worum handelt es sich bei dem einen Punkt?

Das einzige Problem, das noch geblieben war, war die hauptberuflich professorale Lehre. Dazu müssen Professoren berufen werden und diese Vorgänge ziehen sich manchmal hin. Deshalb konntenwir zu jenem Zeitpunkt die Quote noch nicht in allen Studiengängen sicherstellen.

Aber Sie waren in den Verhandlungen so weit, dass es absehbar war?

Genau, wir waren noch mit einigen Professoren in Verhandlungen. Das Ministerium hat uns deshalb einen Fristaufschub gegeben. Bis 29. Juli sollten wir einen Selbstbericht vorlegen. Das Ministerium würde diesen an den Wissenschaftsrat weitergeben und eine Neuakkredi-tierung beantragen, sprich: erwirken, dass es zu einer neuen Evaluierung kommt.

Gab es weitere Probleme?

Ja. Da wir eine private Hochschule sind, zahlen die Studierenden Studiengebühren und schließen Verträge mit uns ab. Wir haben jedoch die Auflage bekommen, keinen neuen Studenten in den Studiengängen zuzulassen, in denen die 50-prozentige professorale Lehre noch nicht abgesichert war. Neue Verträge wurden dort nur sukzessive zugelassen, je nachdem, wie wir die Professoren eingestellt haben. Das war ein Dilemma, denn wir immatrikulieren nur zum Wintersemester. Es wollten potenzielle Studenten zu uns, aber wir mussten sie vertrösten. Dennoch: Die Anzahl konnte zum Wintersemester 2016/17 gegenüber des Vorjahres gesteigert werden, von 543 auf knapp 600.

Wie geht es jetzt weiter mit der Fachholschule?

Die Ziele, die wir und gesetzt und selbst formuliert haben, müssen nun durch einen Zeitplan und konkrete Maßnahmen untermauert werden. Wir wollen Master- und zusätzliche Studiengänge schaffen. Der Wissenschaftsrat hat angekündigt, dass es gegen Ende März 2017 zur Ortsbegehung kommen wird. Es deutet also alles auf eine zweite Evaluierung hin. Bis dahin müssen wir uns gut vorbereiten. Wir können aber sagen, dass wir die Herausforderung angenommen haben. Wir haben Fahrt aufgenommen und das Schiff auf einen richtigen Kurs gebracht. Und wir sind zuversichtlich, was die Zukunft dieser Hochschule angeht.

Von Gerrit Menk

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bildung
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.