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Bedarf an neuen Kitaplätzen in Dresden wächst nur noch langsam

Vorsichtige Entwarnung Bedarf an neuen Kitaplätzen in Dresden wächst nur noch langsam

Die Zahl der benötigten Kita-Plätze in Dresden nimmt nur noch langsam zu. Für das Schuljahr 2017/18 rechnet die Verwaltung mit einem Bedarf von 33 187 Plätzen. Das sind rund 300 mehr als bisher. „Die wilden Jahre sind zunächst vorbei“, erklärte Dresdens neuer Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU).

Die Zahl der benötigten Kita-Plätze in Dresden wird weiter wachsen.

Quelle: dpa

Dresden. Die Zahl der benötigten Kita-Plätze in Dresden nimmt nur noch langsam zu. Für das Schuljahr 2017/18 rechnet die Verwaltung mit einem Bedarf von 33 187 Plätzen. Das sind rund 300 mehr als bisher. „Die wilden Jahre sind zunächst vorbei“, erklärte Dresdens neuer Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU).

Bis zum Schuljahr 2019/20 wird die Zahl der benötigten Kita-Plätze auf den vermutlichen Höchststand von 33351 steigen. Nach vielen Jahren kann die Stadt damit erstmals so etwas wie Entspannung registrieren. Hintergrund dafür sind vor allem die aktuellen Prognosen zur Entwicklung der Kinderzahlen, sie wachsen langsamer und werden früher und stärker abnehmen als bislang gedacht. Das liegt unter anderem daran, dass sich viele junge Familien im Dresdner Umland preiswertere Quartiere suchen und auch die Entwicklung der Flüchtlingszahlen nicht zum erwarteten Bedarfszuwachs für Betreuungskapazitäten geführt hat.

Für den neuen Bildungsbürgermeister ergibt sich damit eine komfortable Situation. Er muss derzeit einen neuen Fachplan „Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege 2017/18“ erstellen, über den schließlich der Stadtrat abstimmen wird. In dem Plan ist verankert, wie viele Kita-Plätze die Stadt bereithalten und wo sie dafür investieren muss. „Erstmals gibt es keinen Ärger mit den Finanzleuten im Haus“, sagte ein aufgeräumter Vorjohann. Als Finanzbürgermeister saß er bis Ende 2016 auf der anderen Seite und der Zoff mit dem Kita-verantwortlichen Sozialbürgermeister hatte Tradition.

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Die Zahl der benötigten Kita-Plätze in Dresden wird weiter wachsen. Für das Schuljahr 2017/18 rechnet die Verwaltung mit 33 187 benötigten Kitaplätzen. Das sind rund 300 mehr als bisher.

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Nach dem Amtswechsel, Finanzbürgermeister ist jetzt Peter Lames (SPD), ist von Streit keine Spur mehr und Vorjohann verteilt kräftig Dankesworte. Ihm ist ein „interessante Phänomen“ aufgefallen. 50000 betreute Kinder in 400 Krippen, Kindergärten und Horten seien eine „gewaltig große Zahl und trotzdem gebe es kaum Ärger“. Dahinter stecke eine gewaltige logistische Herausforderung und er sei schwer beeindruckt, wie Kita-Chef Sabine Bibas und ihre Mitarbeiter das organisieren würden. Dahinter habe in den vergangenen Jahren aber auch eine gewaltige finanzielle Anstrengung gesteckt, gönnt sich Vorjohann auch ein bisschen Eigenlob. In den letzten acht Jahren habe die Stadt mit rund 250 Millionen Euro etwa 11600 Kita-Plätze neu geschaffen.

Künftig gehe es mehr darum, die vorhandenen Kapazitäten zu erhalten. Schließlich würden die ersten Neubauten inzwischen auch schon 20 Jahre alt. Neu entstehe nur noch das, was schon länger ins Visier genommen sei. Rund 38,4 Millionen Euro sind für Sanierungen und Ersatzneubauten in den nächsten beiden Haushaltsjahren eingeplant, davon zu großen Teilen Fördermittel vom Freistaat. Damit sollen 1119 Plätze in elf Einrichtungen gesichert werden und in den nächsten drei Jahren 863 Plätze zusätzlich entstehen. 406 Plätze entstehen an drei neuen Standorten: Altfrankener Dorfstraße (102 Plätze, Inbetriebnahme voraussichtlich August 2017) und Malterstraße 16 in Löbtau (164 Plätze, Inbetriebnahme voraussichtlich Mai 2018). Zusätzlich ist eine Kindertageseinrichtung an der Lößnitzstraße 14 in der Leipziger Vorstadt mit rund 135 Plätzen geplant (Inbetriebnahme voraussichtlich Ende 2019). Die verbleibenden 353 Plätze sollen laut Maßnahmenplanung durch Anmietung von Standorten in Pieschen, an der Geystraße in Strehlen und an der Löbtauer Straße gesichert werden. Die Verhandlungen und Planungen laufen zum Teil bereits.

Ab 2020 wird die Schere zwischen Angebot und sinkendem Bedarf auseinandergehen. „Wir planen aber keine Schließungen“, erklärte die Leiterin des Amtes für Kinderbetreuung und des Kita-Eigenbetriebs, Sabine Bibas. Der Überhang soll als Puffer bestehen bleiben, um nicht beim nächsten Bedarfszuwachsen gleich wieder nach einem Ausbau-Programm schreien zu müssen. Außerdem könnten dann Kitas wieder großzügiger belegt werden, müsse nicht mehr jeder Quadratmeter ausgenutzt werden.

Trotz der neuen Entwicklung bleiben die Sorgen um den Personalnachwuchs. Früher habe es drei bis vier Bewerber pro Stelle gegeben, jetzt seien es nur noch ein oder zwei. Daher versuche die Stadt, die Erzieher schon in den Ausbildungsstellen zu ködern. Noch vor Abschluss der Prüfungen lockt Dresden mit Anstellungsverträgen. Und ein weiterer Aspekt wird den Dresdner Eltern wohl erhalten bleiben. Nicht immer kann die Stadt einen Betreuungsplatz genau in der Wunsch-Kita anbieten. „Selbst mit dem Angebotsüberhang wird das immer wieder vorkommen“, erklärte Bibas. Wenn eine Kita voll ist, ist sie voll.

Von Ingolf Pleil

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