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260 Bewerber auf 69 Lehrerstellen am Gymnasium: An Dresdner Grund- und Förderschulen fehlen Pädagogen

260 Bewerber auf 69 Lehrerstellen am Gymnasium: An Dresdner Grund- und Förderschulen fehlen Pädagogen

Neue Lehrer braucht die Stadt: 264 Pädagogen dürfen im Großraum Dresden im neuen Schuljahr ihren Dienst antreten. Etwa doppelt so viele Bewerber gab es. Trotzdem gibt es noch 13 offene Stellen an Grund-, Mittel- und Förderschulen.

Und das, obwohl sich zehn ausgebildete Gymnasiallehrer entschieden haben, schulartfremd zu unterrichten und zum Beispiel vor eine Grundschulklasse zu treten. Um den Lehrermangel zu kompensieren, werden außerdem Rentner reaktiviert und Stunden für Arbeitsgemeinschaften und Förderunterricht auf die Hälfte zusammengestrichen.

Von Katrin Richter

m Im vergangenen Jahr gab es kurz vor Schuljahresende noch 50 offene Lehrerstellen. Wie sieht es diesmal aus?

Etwas besser. "Wir freuen uns, dass wir im Moment bei einer Stellenauslastung von über 90 Prozent liegen", teilt Katrin Reis, Sprecherin der Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, auf DNN-Anfrage mit. Insgesamt 264 neue Lehrer dürfen diesmal eingestellt werden - 105 an den Grundschulen, 49 an den Mittelschulen, 69 an den Gymnasien, 14 an den Beruflichen Schulzentren (BSZ) und 27 an den Förderschulen. Noch immer gesucht werden vier Grundschul-, vier Mittelschul- und fünf Förderschullehrer. Die begehrten Stellen an den Gymnasien und auch an den BSZ hingegen sind längst vergeben.

m Wie viele Lehramtsanwärter haben sich für Dresden beworben?

Es waren nach Angaben von Katrin Reis sage und schreibe 454 Bewerber, also noch einmal 75 mehr als im Jahr zuvor. Die allermeisten Lehramtsanwärter, nämlich 260, wollten ans Gymnasium. Über den Daumen gepeilt jeder vierte hatte dann auch tatsächlich das Glück, eine Stelle zu ergattern. Ebenso krass sieht es bei den Berufsschullehrern aus: 66 haben sich beworben, 14 eine Stelle erhalten.

m Wie viele Referendare haben einen schulartfremden Vertrag unterschrieben, unterrichten also künftig als Gymnasiallehrer z.B. an einer Grundschule?

Sprecherin Reis zufolge haben sich immerhin zehn ausgebildete Gymnasiallehrer mangels freier Stellen breitschlagen lassen, unter ihrem Niveau zu unterrichten. Fünf stellen sich künftig vor Grundschulklassen - und verdienen auch nur so viel wie ein Grundschullehrer. Drei weitere gehen an eine Förder- und zwei an eine Mittelschule. Außerdem haben vier Berufsschullehrer einen Job an der Förderschule angenommen, um überhaupt im Großraum Dresden unterrichten zu können. Einer schließlich geht an eine Mittelschule.

m In welchen Unterrichtsfächern mangelt es am meisten an Lehrern?

Nach wie vor in den sogenannten MINT-Fächern sprich Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Gesucht würden aber auch Lehrer in den Fremdsprachen, so Reis.

m Wie viele Pädagogen gehen am Ende des Schuljahres in Rente?

Im Bereich der Regionalstelle Dresden, zu dem neben der Stadt Dresden auch die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen gehören, sind es 115 Pädagogen. Allein in Dresden scheiden 36 Lehrer aus - davon zwölf an den Grundschulen und neun an den Gymnasien.

m Bedeutet die Tatsache, dass es weniger offene Lehrerstellen als im Vorjahr gibt, dass sich die Situation entspannt hat?

Ganz und gar nicht. "Der Ergänzungsbereich an den Mittelschulen und Gymnasien wird auf die Hälfte zusammengestrichen, Arbeitsgemeinschaften fallen damit flach", betont Petra Thie, Mitglied im Bezirkspersonalrat und Lehrerin am Bertolt-Brecht-Gymnasium. Besonders verwerflich sei, dass auch Stunden wegfielen, die eigentlich für die Integration von Schülern mit Förderbedarf gedacht sind. "Außerdem finden Sie gerade in Dresden kaum noch eine Klasse unter 28 Schülern", sagt die Gewerkschafterin. Zudem würden voll arbeitende Kollegen verpflichtet, drei unbezahlte Überstunden im Monat zu halten.

m Wie versucht die Bildungsagentur, das Lehrerproblem außerdem in den Griff zu bekommen?

105 Rentner, Lehramtsabsolventen und arbeitslose Lehrer haben in diesem Schuljahr erste Hilfe an Dresdens Schulen geleistet. Befristet auf ein paar Wochen oder auch Monate springen sie ein, wenn ein Pädagoge wegen Krankheit ausfällt. Langfristig hat man das Referendariat von zwei Jahren auf nur noch ein Jahr verkürzt, um junge Lehrer schneller in den Schuldienst übernehmen zu können. Und es gibt schließlich das Modellprojekt "Quer" der TU Dresden für Seiteneinsteiger. Damit sollen aus Biologen Biologielehrerer und aus Mathematikern Mathelehrer werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.07.2013

Katrin Richter

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