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Zahl der Verkehrsunfälle in Dresden steigt an

Unfallstatistik Zahl der Verkehrsunfälle in Dresden steigt an

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Dresden ist angestiegen. Genau 14 901 mal hat es im vergangenen Jahr auf Dresdens Straßen gekracht, ein Anstieg von drei Prozent im Vergleich zu 2015 (14 472 Unfälle). Erfreulich allein ist, dass die Zahl der Verkehrstoten um zwei auf neun zurückgegangen ist. Das sind aber immer noch vier mehr als 2014.

 
 

Quelle: Alex Eylert

Dresden.  Die Zahl der Verkehrsunfälle in Dresden ist angestiegen. Genau 14 901 mal hat es im vergangenen Jahr auf Dresdens Straßen gekracht, ein Anstieg von drei Prozent im Vergleich zu 2015 (14 472 Unfälle). Erfreulich allein ist, dass die Zahl der Verkehrstoten um zwei auf neun zurückgegangen ist. Das sind aber immer noch vier mehr als 2014.

Wieviele Menschen sind verunglückt?

Mehr Unfälle bedeuten leider auch mehr Verletzte. 2572 Menschen sind 2016 auf Dresdens Straßen verunglückt, davon 390 so schwer, dass sie stationär in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Beide Kennzahlen liegen über den Werten von 2015 (2536 Verletzte, davon 376 schwer), aber unter denen von 2014, als 2659 Verunglückte, darunter 428 Schwerverletzte, zu beklagen waren. Besonders „bedenklich“ sei der Anstieg im Straßenverkehr verletzter Kinder, sagt Achim Tasche, der als Leiter der Dresdner Verkehrspolizei amtiert. 182 verunglückte Kinder sind 34 mehr als noch 2015. Die bei Unfällen verletzten Kinder waren vor allem als Mitfahrer (77), aber auch als Fußgänger (48) und als Radler (57) unterwegs. „Hier sollten die Eltern über ihr Fahrverhalten nachdenken und natürlich ihre Kinder immer anschnallen“, fordert der Erste Polizeihauptkommissar Tasche deshalb. Immerhin ist die Anzahl der Minderjährigen unter den Schwerverletzten mit 28 zumindest nicht angestiegen. Außerdem sind keine im Verkehr verstorbenen Kinder zu beklagen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle?

Geht man nach der bloßen Anzahl sind die meisten Unfälle auf Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (2770), auf zu geringe Abstände (1712) sowie auf Vorfahrtfehler zurückzuführen (1391). Größere Schwierigkeiten scheinen Verkehrsteilnehmer in Dresden auch mit dem Einhalten der Geschwindigkeit (672), dem Befahren mehrspuriger Straßen (622) und der Nutzung von Einbahnstraßen oder Radwegen in der vorgeschriebenen Richtung (511) zu haben, wenn man die Unfallstatistik zum Maßstab nimmt.

Betrachtet man allein die Unfälle, bei denen Menschen verletzt worden sind, wirken sich vor allem Vorfahrtsfehler gravierend aus. Sie sind bei fast einem Viertel der Fälle Unfallursache (501). Ein zu geringer Abstand war bei 10,5 Prozent der Unfälle mit Personenschäden die Ursache, zu hohe Geschwindigkeit bei 9,4 Prozent.

Sind Alkohol und Drogen ein Problem?

Ja, auch wenn sich die Anzahl von 248 Unfällen mit berauschten Fahrern gemessen an der Gesamtunfallzahl als nicht so gravierend ausnimmt. Bedenklich ist vor allem der Anstieg um 17 Fälle seit 2015. Alkohol am Steuer scheint das bedeutsamere Problem zu sein. Mit 218 wurde das Gros der Unfälle von betrunkenen Autofahrern verursacht (2015: 208).

Wie sieht es bei Unfällen aus, an denen Radler beteiligt sind?

Die Anzahl sank von 1332 im Jahr 2015 leicht auf 1316 im vergangenen Jahr. Insgesamt 1026 Menschen wurden bei diesen Unfällen auch verletzt. „Der Anteil der verunglückten Radfahrer entspricht 39,8 Prozent aller auf Dresdens Straße verunglückten Personen“, sagt Verkehrspolizei-Chef Tasche. Deshalb wolle die Verkehrspolizei insbesondere mit der Fahrradstaffel an von Radlern häufig genutzten Strecken, zum Beispiel Pirnaischen Platz, Albertplatz oder Rathenauplatz, in diesem Jahr noch präsenter sein.

Wie entwickeln sich die Unfallzahlen auf den Autobahnen?

Auch dort steigen sie an. Die Polizeidirektion Dresden ist für die Autobahn 4 in den Landkreisen Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und in Dresden zuständig, hinzu kommen A 13 und A 17 jeweils bis zu den Landesgrenzen und ein Stück A 14 im Landkreis Meißen. Dort wurden im vergangenen Jahr 1836 Unfälle registriert, fast sieben Prozent mehr als noch 2015. 280 Menschen wurden dabei verletzt, davon fünf tödlich und 95 schwer. Gab es bei Unfällen Verletzte, waren häufig zu hohe Geschwindigkeit (38,1 Prozent), ein zu geringer Sicherheitsabstand (22 Prozent) oder die mangelnde Verkehrstüchtigkeit des Fahrers (8,8 Prozent), in aller Regel durch Trunkenheit, die Ursache. Verkehrspolizei-Chef Tasche macht vor allem die intensive Bautätigkeit auf den Autobahnen für den Anstieg der Unfallzahlen verantwortlich. Jedenfalls haben die Verkehrspolizisten häufig Unfälle ohne Verletzungen an Stauenden oder dort, wo zähflüssiger Verkehr beginnt, aufnehmen müssen.

Werden Fahrer, die nach Unfällen flüchten, auch mal gefasst?

Ja, auch wenn die Aufklärungsquote mit knapp 40 Prozent besser sein könnte. Die Zahl der Unfallfahrer, die sich aus dem Staub gemacht haben, ist erneut um 4,2 Prozent auf nun 4215 (2015: 4046) gestiegen. Das bedeutet, dass bei mehr als einem Viertel der Unfälle die Verursacher flüchten. 1670 flüchtige Unfallverursacher hat die Polizei anschließend ermitteln können.

Täuscht der Eindruck, dass die Verkehrskontrollen nachgelassen haben?

Nein. Insgesamt 104 303 Verkehrskontrollen hat es 2016 in Dresden gegeben, reichlich 5150 weniger als noch 2015. Die Zahl der Geschwindigkeitskontrollen ging dabei von 1663 auf 1450 im vergangenen Jahr zurück. Das dauerhaft hohe Einsatzgeschehen wirke sich „zwangsläufig auch auf die Verkehrssicherheitsarbeit aus“, kommentiert das Verkehrspolizei-Chef Tasche. Dabei würden sich Kontrollen lohnen. So wurden 32 539 Raser ertappt, 2042 mehr als 2015 trotz weniger Kontrollen. In knapp 28 000 Fällen lagen die Geschwindigkeitsüberschreitungen im Verwarngeldbereich. Außerdem wurden 92 172 Verkehrsordnungswidrigkeiten registriert (2015: 95 403). Die geahndeten Verstöße von Radlern belaufen sich auf 4335, rund 300 weniger als noch 2015.

Von Uwe Hofmann

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