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Straßenbahnfahrerin Marietta Rehn befördert am Heiligabend Fahrgäste der Linie 2

"Da gibt es Schlimmeres" Straßenbahnfahrerin Marietta Rehn befördert am Heiligabend Fahrgäste der Linie 2

Marietta Rehn, seit 29 Jahren Straßenbahnfahrerin, gehört zu den Dresdnern, die auch am Heiligabend arbeiten müssen. Zwischen 11 und 19.30 Uhr befördert die 45-Jährige Fahrgäste der Linie 2 auf der Strecke zwischen Gorbitz und Kleinzschachwitz

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Gehört zu den Dresdnern, die Heiligabend arbeiten müssen: Marietta Rehn. Der 45-Jährigen macht es nicht viel aus, am Weihnachtsabend mit der Straßenbahn der Linie 2 zwischen Gorbitz und Kleinzschachwitz unterwegs zu sein. "Das gehört zu meinem Job", findet sie.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Marietta Rehn, seit 29 Jahren Straßenbahnfahrerin, gehört zu den Dresdnern, die auch am Heiligabend arbeiten müssen. Zwischen 11 und 19.30 Uhr befördert die 45-Jährige Fahrgäste der Linie 2 auf der Strecke zwischen Gorbitz und Kleinzschachwitz.

Wie oft haben Sie denn am Weihnachtsabend Dienst?

Das kommt auf den Dienstplan an. Manchmal muss ich Weihnachten und Silvester ran so wie dieses Jahr, ein andermal habe ich frei. Wir Fahrer wechseln uns da ab.

Was sagt Ihre Familie zur Weihnachtsschicht?

Ich bin allein erziehende Mutter. Mein Sohn ist inzwischen 17. Ihn stört das nicht weiter. Außerdem war er es von klein auf gewöhnt.

Und Sie selbst, fällt es Ihnen schwer, am Heiligabend in die Straßenbahn steigen zu müssen?

Nein. Das gehört dazu. Da gibt es Schlimmeres.

Wie feiern Sie Weihnachten, wie sieht der Heiligabend bei Ihnen aus?

Mein Sohn wird da sein, und auch die Oma übernachtet bei uns. Ich hoffe, dass die beiden den Tisch gedeckt haben, der Kartoffelsalat fertig ist und die Würste warm sind, wenn ich gegen 20 Uhr heimkomme. Nach dem Abendessen machen wir's uns gemütlich, hören Musik. Ich liebe ja den Song "Last Christmas" von George Michael. Zum Beispiel.

Sind die Fahrgäste freundlicher zu Weihnachten als sonst?

Ja. Sie lächeln eher mal. Manche kommen auch vor bis zur Fahrerkabine, wünschen mir schöne Weihnachten und fragen, wie lange ich noch arbeiten muss. Das sind meist ältere Leute.

Sind Sie selbst auch freundlicher als an anderen Tagen? Warten Sie, wenn ein Fahrgast angerannt kommt, obwohl Sie unter Zeitdruck sind?

Das mache ich sonst auch! Wenn ich sehe, dass sich jemand Mühe gibt, um die Bahn noch zu erreichen, warte ich.

Es gibt gerade nachts nicht nur nette Fahrgäste. Wie gehen Sie mit ihnen um?

Ich kläre das meist selbst. Wenn Jugendliche die Knöpfe drücken, ohne aussteigen zu wollen, mache ich eine klare Ansage, dass sie das lassen sollen.

Was lieben Sie an Ihrem Beruf?

Er ist abwechslungsreich. Wenn ich nachts fahre, habe ich ein komplett anderes Publikum als am Tag. Nachts sind die Disco-Gänger unterwegs, die Leute aus der Neustadt. Und wenn Roland Kaiser bei den Filmnächten am Elbufer singt und ich zufällig die Linie 7 fahre und von der Brücke aus mal kurz rübergucken kann, bin ich glücklich.

Was mögen Sie nicht?

Ich habe schon viele Unfälle mit anschauen müssen. Aber das bringt der Beruf mit sich. Da muss man sich ein dickes Fell zulegen.

Sie haben ja noch zu DDR-Zeiten Straßenbahn fahren gelernt. Inwiefern fährt es sich heute anders?

Heute ist alles viel luxuriöser. Wir fahren mit einem Joystick, haben eine Klimaanlage in der Fahrerkabine und einen Kühlschrank für die Getränke.

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