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Sanierung der Augustusbrücke: Endlich ein Geländer, das passt

Baustart 18. April Sanierung der Augustusbrücke: Endlich ein Geländer, das passt

Nie wieder Autos auf der Augustusbrücke – am 18. April beginnt die Sanierung. Zwei Jahre werden die Bauarbeiter das Sagen haben, danach bleibt das Bauwerk für Autos tabu. Bevor der Bau beginnen kann, müssen Experten erst einmal den Haussperling vergrämen.

Die Straßenbahn wird ein Jahr lang nicht fahren.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Am frühen Morgen des 18. April wird das letzte Kraftfahrzeug über die Augustusbrücke rollen. Dann beginnt die Sanierung des Bauwerks, das Alt- und Neustadt verbindet. Nach zwei Jahren Bauzeit bleibt die Brücke nach dem Willen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Sie darf nur noch von Straßenbahnen, Rettungswagen und Fahrrädern befahren und Fußgängern genutzt werden. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) und Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhart Koettnitz erläutern die geplanten Arbeiten.

Am 18. April geht es los: Die Augustusbrücke wird saniert. Wir haben uns zuvor noch einmal auf der Brücke umgesehen.

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Was geschieht zurzeit am Theaterplatz?

Die Baustelle wird eingerichtet. Baucontainer werden aufgestellt und Zäune gezogen. „Wir benötigen viel Lagerfläche, weil wir alle Steine, die wir ausbauen, wieder einbauen werden“, erklärte Koettnitz. Deshalb würden große Bereiche des Theaterplatzes und des Schlossplatzes von den Bauarbeitern in Beschlag genommen.

Welche Verkehrseinschränkungen wird es geben?

Für Fußgänger und Radfahrer fast keine: Begehbarkeit und Befahrbarkeit der Elbquerung bleiben erhalten. Der erste Brückenbogen auf Altstädter Seite soll komplett erneuert werden. Deshalb wird eine Behelfsbrücke errichtet. Auf der Brücke selbst wird immer ein fünf Meter breiter Fußweg verfügbar sein, so Schmidt-Lamontain. Während der Abrissarbeiten des Brückenbogens und beim Aufstellen des Baugerüstes muss das Terrassenufer mehrfach voll gesperrt werden. Das soll laut Koettnitz vor allem an Wochenenden geschehen. Die Straßenbahnen werden ein Jahr nicht über die Brücke fahren können. Wann genau, steht noch nicht fest. „Ab Sommer 2017“, erklärte der Baubürgermeister.

Wie wird die Brücke nach der Sanierung aussehen?

Die Augustusbrücke steht unter Denkmalschutz und wird ihr Gesicht nicht verändern. Radfahrer können sich aber auf komfortablere Bedingungen freuen: Sie erhalten geschnittenes Pflaster auf der Fahrbahn. Nur im Gleisbereich wird das jetzige Holperpflaster wieder eingesetzt. Am Theaterplatz wird der Kreuzungspunkt rechtwinklig gestaltet, es entsteht mehr Gehwegfläche, so Koettnitz.

Wird es in der „Geländerhauptstadt Dresden“ Probleme mit dem historischen Geländer geben?

„Nein!“, sagt Koettnitz. Das denkmalgeschützte Geländer aus Stein befinde sich in Kombination mit seiner Breite im Normbereich. Außerdem werde der Radverkehr auf der Fahrbahn geführt. Ein Doppelgeländer wie auf der Albertbrücke, Netzkonstruktionen wie im Rathaus oder Glasscheiben wie im Kulturpalast würden nicht benötigt.

Warum dauern die Arbeiten so lange?

Weil sich die Bauarbeiter das gesamte Bauwerk vornehmen. Bewegungsfugen und Brüstungen, grundhafter Ausbau der Verkehrsanlagen und Trockenlegung von durchfeuchteten Bereichen stehen auf dem Programm, aber auch die Beleuchtungsanlage und die Fahrleitungen werden erneuert.

Welche Vorarbeiten sind bis zum 18. April noch zu erledigen?

Bauarbeiter schließen Löcher im Bauwerk, damit dort keine Vögel Nester bauen und nisten. „Wir wollen den Haussperling dazu motivieren, sich andere Plätze zu suchen“, sagte der Baubürgermeister. Das Kunstwerk „Die Woge“ wird am 10. April abgebaut und eingelagert.

Welche Auswirkungen hat der Brückenbau?

Die Baustelleneinrichtung beeinträchtigt Feste wie das Stadtfest oder das Open-Air zum Semperopernball. Zum Stadtfest wird die Neustadt als Festgelände gestrichen, weil die provisorischen Fußwege und Radwege die Besuchermassen nicht ansatzweise aufnehmen können.

Wieviel kosten die Arbeiten?

23 Millionen Euro. 17,6 Millionen Euro steuert der Freistaat aus seinem Topf zur Beseitigung von Hochwasserschäden bei.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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