Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+
Keine Interimslösung für Radler auf dem Dresdner Bischofsplatz

Leipziger Vorstadt Keine Interimslösung für Radler auf dem Dresdner Bischofsplatz

Der Bischofsplatz ist ein „schwieriger Verkehrsraum“, wie André Barth, Ortsamtsleiter Neustadt sagt. Seit 1900 habe sich auf dem Platz baulich kaum etwas verändert, bestätigt Jens-Uwe Schade, der im Stadtplanungsamt für Verkehrsfragen zuständig ist. Auch in den nächsten Jahren wird sich dort nichts tun.

Der Bischofsplatz gibt vor allem Radfahrern, aber auch anderen Verkehrsteilnehmern wegen seiner unklaren Umrisse und seines gefährlichen Pflasters Probleme auf. Im westlichen Teil (grün) wurde er bereits gestaltet, im östlichen soll er im Zuge der Straßensanierung saniert werden. Der Zeitpunkt ist derzeit offen. Nur für die Dreiecksfläche vor dem Haltepunkt „Bischofsplatz“ (rot) hat die Stadt derzeit konkrete Baupläne.
 

Quelle: Eylert, Alexander

Dresden.  Der Bischofsplatz ist ein „schwieriger Verkehrsraum“, wie André Barth, Ortsamtsleiter Neustadt sagt. Das ist keine Untertreibung, erst vor wenigen Tagen wurde eine Radfahrerin bei einem Unfall dort schwer verletzt. Seit 1900 habe sich auf dem Platz baulich kaum etwas verändert, bestätigt Jens-Uwe Schade, der im Stadtplanungsamt für Verkehrsfragen zuständig ist. Auch in den nächsten Jahren wird sich dort nichts tun.

Das ist als Fazit einer Info-Veranstaltung zu sehen, auf der Schade und der von der Stadt beauftragte Freiflächengestalter Florian Ehrler ihre Pläne für den Bischofsplatz vorgestellt haben. Die Stadt beabsichtigt demnach nach einer grundhaften Sanierung Radstreifen und eine gemeinsame Fahrbahn für Autos und Straßenbahn einzurichten. Die Verkehrsbelastung rechtfertige das, sagt Schade. 14 000 bis 17 000 Fahrzeuge fahren dort am Tag. Zudem sei von etwa 2000 Radlern auszugehen. Der Haken: Die Planung ist in einem frühen Stadium, soll nach einer Überarbeitung im Ortsbeirat Neustadt noch einmal vorgestellt werden. Die Realisierung ist völlig offen, da derzeit noch nicht einmal klar ist, ob ein etwa zwei Jahre dauerndes Planfeststellungsverfahren nötig werde oder nicht, wie Schade sagt. Er hoffe, dass es „noch vor Sanierung der Königsbrücker Straße“ und nicht „in den späten 2020ern“ etwas werde.

Konrad Krause vom Fahrradclub ADFC fordert deswegen eine Interimslösung, die bis zum Baubeginn einigermaßen tragbare Verhältnisse für Radler schafft. Die sei mit dem Radverkehrskonzept eigentlich beschlossene Sache, findet er. Im Rathaus ist man da anderer Meinung. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) antwortet auf konkrete Fragen dazu nicht und verweist stattdessen auf die Pläne zur grundhaften Sanierung. Stadtplaner Schade, hält es für unwahrscheinlich, dass man so viel Aufwand treibe, wenn doch „in relativ kurzer Zeit“ eine ordentliche Lösung verwirklicht werde. Denn auch eine Interimslösung verlange mehr als nur den Auftrag von etwas Asphalt auf dem maroden Pflaster, wie er sagt.

Am Mittwoch forderte der ADFC-Dresden mehr Platz für Radfahrer

Die Sache bleibt ein Streitpunkt, wie auch anderer Fragen noch diskutiert werden. Das betrifft vor allem die Fußgängerampel über den Bischofsweg, die derzeit zwischen Hechtstraße und Rudolf-Leonhard-Straße steht. Nach derzeitigen Plänen soll sie auf die andere Seite der Rudolf-Leonhard-Straße verlegt werden, was einige Anwohner ablehnen. Dieser Plan hängt vor allem mit der Verlegung der Straßenbahnhaltestelle zusammen, die um etwa 70 Meter in Richtung Hansastraße verrückt wird. Nur dort habe man genügend Platz für den barrierefreien Ausbau der Haltestelle, begründet Stadtplaner Schade. Auch dort ist eine Fußgängerampel vorgesehen, da zwischen beiden Mindestabstände gewahrt sein müssen, hat das Auswirkungen auf die bestehende. Umgehen lässt sich das vielleicht, wenn die neue Ampel an der Straßenbahn ganz nach außen an die Johann-Meyer-Straße gebaut würde. Man werde es prüfen, sagt Schade.

Ebenso wie weitere Vorschläge, die Conradstraße oder die Eschenstraße abzuhängen. Gerade die letztgenannte hat sich als Schleichweg für Autofahrer entwickelt, die die Königsbrücker Straße meiden. Die Kreuzung mit dem Bischofsweg und der Rudolf-Leonhard-Straße sei mit etwa zehn Unfällen im Jahr deswegen ein Unfallschwerpunkt, sagt Schade.

Die Freiflächengestaltung ist im Wesentlichen als eine Fortsetzung der bei der Teilgestaltung des westlichen Bischofsplatz gefundenen Formensprache zu verstehen. Besonderheiten sind die geplante Sanierung einer alten Litfaßsäule und die Einrichtung eines öffentlichen WCs dort, wo früher mal ein Pissoir stand. Ausgegoren sind diese Pläne aber ebenfalls noch nicht.

Das sieht bei der Dreiecksfläche vor dem neuen Haltepunkt „Bischofsplatz“ an der Hechtstraße anders aus. Dort ist die Einrichtung von 56 Fahrradbügeln geplant, dazu soll eine Lichtstele und eventuell ein kleines Denkmal an Erich Kästner entstehen, der der Hechtstraße in seinen Kindheitserinnerungen „Als ich ein kleiner Junge war“ ein paar Zeilen widmete. Gebaut werden soll 2018, die dafür benötigten rund 150 000 Euro sollen aus Sanierungsgeldern fließen. Bis zum Sommer sollen auf dem Areal schon mal übergangsweise Fahrradbügel aufgestellt werden, um wenigstens dieser für Radler misslichen Lage Herr zu werden.

Von Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Auto & Verkehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.