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Herwart sorgt für schwere Fahrleitungsschäden in Dresden

DVB Herwart sorgt für schwere Fahrleitungsschäden in Dresden

Solche Schäden hatten wir zuletzt bei Kyrill“, sagt Marcel Peters. Er arbeitet als Fahrleitungsmeister bei den DVB und hat Dank dem Sturmtief Herwart, das am Sonntag über Dresden hinweggefegt ist, so viele Sturmschäden zu beseitigen wie zuletzt im Januar 2007. Prohlis war besonders schwer betroffen.

Monteure der DVB haben den Schaden an der Fahrleitungsanlage bis Mittwochabend repariert. Solange fuhr keine Straßenbahn nach Prohlis.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Solche Schäden hatten wir zuletzt bei Kyrill“, sagt Marcel Peters. Er arbeitet als Fahrleitungsmeister bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) und hat Dank dem Sturmtief Herwart, das am Sonntag über Dresden hinweggefegt ist, so viele Sturmschäden zu beseitigen wie zuletzt im Januar 2007. An mehreren Stellen im Stadtgebiet fielen Bäume auf die Fahrleitung, weshalb der Straßenbahnbetrieb auf einigen Strecken vorübergehend eingestellt werden musste. Am längsten hat die Instandsetzung in Prohlis gedauert. Dort fahren die Bahnen der Linie 1 erst seit dem späten Mittwochabend wieder bis zur Endhaltestelle.

Stellt sich die Frage, was dort so lange gedauert hat. Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. 18 Monteure arbeiten in der Fahrleitungstruppe der DVB in rollender Schicht, so dass immer ein Turmwagen mit drei Mann Besatzung zu jeder Tages- und Nachtzeit im Einsatz ist. Zu tun gibt es immer etwas. Wenn nicht Reparaturen an der Oberleitung anstehen, tauschen die Monteure eben einmal eine Weiche aus, sagt Peters. „Wir arbeiten oft nachts, weil die Straßenbahnen tagsüber in zu dichtem Takt fahren“, sagt er.

Ein Baum war am Sonntag genau an der Haltestelle Georg-Pahlitzsch-Straße auf die Oberleitung gefallen – Grund für die tagelange Störung.

Ein Baum war am Sonntag genau an der Haltestelle Georg-Pahlitzsch-Straße auf die Oberleitung gefallen – Grund für die tagelange Störung.

Quelle: DBV

Am Sonntag hat ein Turmwagen im Einsatz nicht genügt. Da ging es für die Monteure im Außendienst Schlag auf Schlag, wie Dietmar Jäger, der am Sturmtag im Center Infrastruktur Dienst hatte, sagt: „6 Uhr ging es an der Ammonstraße mit einem Baum an der Fahrleitung lost, 9.30 Uhr stürzte ein Baum auf der Leipziger Straße am Puschkinplatz auf die Fahrleitung, 10.20 Uhr der große Baum an der Georg-Pahlitzsch-Straße und 20 Minuten später ein Baum an der Bautzner Straße oberhalb des Mordgrunds.“ Hinzu kam noch ein großer Ast, der an der Paradiesstraße auf die Fahrleitung zu stürzen drohte. Zu diesem Zeitpunkt waren schon längst zwei Turmwagen im Einsatz, um dem Chaos einigermaßen Herr zu werden.

Üblicherweise merkt man in der DVB-Leiststelle zuerst, wenn etwas mit der Oberleitung nicht stimmt. Dort ist ein Mitarbeiter rund um die Uhr damit beschäftigt, die 317 Kilometer Oberleitung und alle Einrichtungen der Bahnstromversorgung zu überwachen. Bemerkt er einen Aussetzer, schaltet er den Strom auf dem betroffenen Abschnitt ab und schafft damit die Voraussetzung für Reparaturen. Anschließend kommt die Feuerwehr zum Einsatz, die Bäume zerteilt und wegräumt. Die Oberleitungsmonteure überwachen diese Arbeiten lediglich. „Die Leitung ist gespannt, da sollte man nicht unbedingt über ihr stehen, wenn man gerade einen Baum von wegräumt“, sagt Peters. Daran müssten die Feuerwehrleute schon mal erinnert werden. Anschließend wird der Schaden an der Fahrleitung begutachtet und wenn nötig repariert. Überall war das nach einigen Stunden erledigt, auch wenn wie an der Leipziger Straße noch einige Nacharbeiten anstehen. Dort ist durch den fallenden Baum das Gewicht einer Nachspannanlage in den Boden gesaust. Diese Einrichtungen stehen üblicherweise alle 750 Meter im Oberleitungsnetz und sorgen dafür, dass der Fahrdraht immer ordentlich gespannt ist, auch wenn er sich im Sommer ausdehnt und im Winter zusammenzieht.

In Prohlis hat eine solche Nachspannanlage Schlimmeres verhindert. Sie hat die Wucht des Aufpralls gepuffert, so dass die Gleisschleife keinen Schaden genommen hat. Dennoch sind zwei Tragseile gerissen, dazu haben zwei Ausleger schweren Schaden genommen. Hinzu kommen viele kleinere Schäden. Mit eigenem Personal musste alles repariert werden, weil eine Fremdfirma so schnell über den Brückentag nicht zu gewinnen war. Insgesamt hat Herwart zwar nur 5000 bis 10 000 Euro Sachschaden angerichtet, schätzt Peters, in die oft komplizierte Reparatur sind jedoch rund 600 Arbeitsstunden geflossen. „Das wichtigste ist, dass die Bahn wieder fährt“, sagt er knapp. Auch wenn das mal drei Tage dauern kann.

Von Uwe Hofmann

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