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Gutachten zur Bautzner Straße ist da – DVB ohne Hoffnung auf Ausbau 2017

Neue Pläne in der Dresdner Neustadt Gutachten zur Bautzner Straße ist da – DVB ohne Hoffnung auf Ausbau 2017

Das Gutachten, an dem die Sanierung der Bautzner Straße am Albertplatz hängt, liegt endlich vor. Zum Inhalt hält man sich im Rathaus bedeckt, die Dresdner Verkehrsbetriebe haben ihre Hoffnungen, dass aus dem Ausbau in diesem Jahr noch etwas wird, jedoch ohnehin schon aufgegeben.

Sie sehen beschaulich aus, aber wenn an der Bautzner Straße ein Radstreifen eingerichtet werden soll, müssen die Eibensträucher zurückweichen.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Kopfschütteln, Händeringen, Sorgenfalten – das dürfte es bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) derzeit eigentlich nicht geben. Warum auch? 2016 hat einen Fahrgastrekord mit 156 Millionen Passagieren gebracht, die Busflotte ist nahezu runderneuert und auch in Sachen „Stadtbahn 2020“ hat man Anfang März endlich den ersten Schritt tun können. Dennoch genügen lediglich zwei Worte, um Sorgenfalten in den Gesichtern der DVB-Mitarbeiter hervorzurufen, besonders wenn sie mit Infrastruktur und Finanzen beschäftigt sind: „Bautzner Straße“. Wer eine besonders heftige Reaktion möchte, kann noch den Begriff „Gutachten“ hinterherschieben.

Denn seit Dienstag liegt im Dresdner Amt für Kultur und Denkmalschutz ein bereits Ende Januar erwartetes Gutachten vor, von dem eines der dringlichsten Sanierungsprojekte der DVB abhängt. Es geht um die Bautzner Straße zwischen der Glacisstraße und der Hoyerswerdaer Straße. Ein kurzer Straßenabschnitt also, in dem die Gleise derart verschlissen sind, dass sie dringend ausgetauscht werden müssen. Weil nach Willen der Stadträte im gleichen Zug mit dem Gleisaustausch auch die Straße saniert und einen Radweg erhalten soll, stockt das Vorhaben seit Monaten. Hindernis sind vor allem ein paar Eibenbüsche, die zu einem erst im Januar 2015 unter Denkmalschutz gestellten Park gehören. Sie stehen dem Radweg in stadtauswärtiger Richtung im Weg, dürfen aber nach bisheriger Auffassung der Denkmalschützer nicht einmal teilweise gerodet werden.

Das nun intern vorgelegte Gutachten einer Expertin behandelt unter anderem die Frage, ob die Eibenbüsche im Sinne des Verkehrsflusses nicht doch gestutzt werden dürfen oder ob der Radweg durch den Park gelegt werden darf, der als Überbleibsel des 1945 abgebrannten Alberttheaters Denkmalschutz genießt. Ginge dies, könnte nach einem relativ kurzen Plangenehmigungsverfahren gebaut werden. Spricht sich das Gutachten dagegen aus, müsste ein Planfeststellungsverfahren zwischen den Belangen des Verkehrs und des Denkmalschutzes abwägen.

Stadt und DVB hoffen, dass es dazu nicht kommt, weil ein solches Verfahren ein, eher zwei Jahre dauern würde. So lange halten die Gleise nicht mehr aus, es müsste an der Stelle zwei Mal gebaut werden. Einmal, um neue Gleise an Stelle der alten zu verlegen. Ein zweites Mal für das Gesamtvorhaben. Die Mehrkosten würden eine halbe Million Euro betragen, die Bautzner Straße, die an dieser Stelle ein Nadelöhr für Autofahrer wie Straßenbahnen ist, würde doppelt gesperrt. Zu Kopfschütteln und Sorgenfalten kommt bei diesen Aussichten noch ein Angstschauder hinzu.

Auch wenn sich die Fachleute im Denkmalamt laut Presseamt trotz der knappen Zeit noch ein bis zwei Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Gutachten nehmen wollen, ehe sie eine „vertiefte Bewertung“ abgeben können, scheint der schlimmste Fall nicht einzutreffen. Zumindest bereitet man sich bei den DVB darauf vor, die Bautzner Straße doch noch in einem Rutsch anzugehen. Sollte das Gutachten, das den Verkehrsbetrieben allerdings noch nicht vorliegt, keine größeren Probleme bereiten, könnte man sich den Bau im Januar vorstellen, sagt Unternehmenssprecher Falk Lösch. Das ist der schlechte Teil der Nachricht: Es ist inzwischen derart viel Zeit vergangen, dass sich der Wunschtermin, ein Baubeginn in den verkehrsarmen Sommerferien, nicht mehr halten lässt.

Der neue Zeitplan der DVB-Fachleute sieht so aus: Im Januar beginnen die Arbeiten an den Gleisanlagen, die durch Frost nicht allzu sehr behindert werden. Zur Not wird unter einem Zelt gebaut. Im März oder April, also in der mutmaßlich frostfreien Zeit, könnten dann laut Bauablauf die Asphaltarbeiten folgen. Bis dahin würden die DVB die Spurrillen noch einmal ausschleifen, um ein Aufsetzen der Spurkränze von Straßenbahnrädern zu verhindern. Wo das nicht mehr geht, müsste Stück für Stück ausgetauscht werden. Einige Zehntausend Euro würde das zusätzlich kosten.

Auch dieser Plan hat einen Haken: Bei der Bauzeit redet aus gutem Grund das Straßen- und Tiefbauamt mit. Stehen an anderer Stelle geplante Bauarbeiten dem Vorhaben im Weg oder hält Amtsleiter Reinhard Koettnitz einen Bautermin außerhalb der Sommerferien für untragbar, müsste wieder über einen Gleisaustausch vor den eigentlichen Bauarbeiten nachgedacht werden. Das passiert auch, wenn die Denkmalschützer im Gutachtentext doch noch eine hinderliche Passage entdecken. Die Sorgenfalten bleiben den DVB wohl noch eine Weile erhalten.

Von Uwe Hofmann

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