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Dresdner Schwebebahn gleitet ins Digitalzeitalter

Sonnabend geht die Bergbahn wieder in Betrieb Dresdner Schwebebahn gleitet ins Digitalzeitalter

Am Sonnabend geht die Schwebebahn nach reichlich drei Monaten Pause wieder in Betrieb. Man habe während der Auszeit viel für die Sicherheit der Fahrgäste getan, sagt Lars Seiffert, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Von den Veränderungen etwas bemerken wird aber nur, wer ganz genau hinschaut.

Betriebsleiter Carsten Lauterbach in einer Kabine der Schwebebahn.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Am Sonnabend geht die Schwebebahn nach reichlich drei Monaten Pause wieder in Betrieb. Man habe während der Auszeit viel für die Sicherheit der Fahrgäste getan, sagt Lars Seiffert, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Von den Veränderungen etwas bemerken wird aber nur, wer ganz genau hinschaut. Das meiste der rund 600 000 Euro Investitionskosten ist in Modernisierungen hinter den Kulissen geflossen. Fachleute der Suhler Firma „ARI-contact GmbH“ haben die gesamten Steuerungstechnik erneuert.

In den 1987 bis 1990 gebauten Kabinen sind die Veränderungen marginal, aber bedeutend. So gibt es in jedem der Wagen Überwachungskameras. „Nicht, weil wir unseren Fahrgästen nicht trauen, sondern weil wir dann sofort reagieren können, falls mal einer vom Sitz rutscht“, sagt Vorstand Seiffert. Außerdem gibt es nun an jeder Tür einen Notrufknopf und eine Sprechanlage, über die Fahrdienstleiter und Passagier miteinander reden können.

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Am Sonnabend geht die Schwebebahn nach reichlich drei Monaten Pause wieder in Betrieb. Man habe während der Auszeit viel für die Sicherheit der Fahrgäste getan, sagt Lars Seiffert. Von den Veränderungen etwas bemerken wird aber nur, wer ganz genau hinschaut.

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Größere Veränderungen sind in Tal- und Bergstation der Schwebebahn eingezogen. Dort sind die alten Steuerungspulte aus mausgrauem Stahlblech aus den Führerständen verschwunden. Sie waren das sichtbarste Zeichen der alten Steuerungstechnik, die nach rund 20 Jahren im Betrieb verschlissen war. Weil es für die Anlage kaum noch Ersatzteile gab, fiel die Schwebebahn in der Vergangenheit immer wieder mal kurzfristig aus. Ärgerlich vor allem für Touristen, die anders als bei der zumeist von Dresdnern benutzten Standseilbahn etwa 80 Prozent der Fahrgäste ausmachen.

Stattdessen stehen dort nun zwei Monitore, auf denen die Bilder der Überwachungskameras und Aufnahmen aus Tal- oder Bergstation zu sehen ist. Herzstück der Anlage ist ein neuer Touchscreen, der um eine schmale Tastanlage mit ein paar Knöpfen ergänzt ist. „Die Fahrdienstleiter müssen eigentlich nur noch das Abfahrtssignal geben“, sagt Betriebsleiter Carsten Lauterbach. Alles andere, ein Sicherheitscheck, das Schließen der Türen und natürlich die Fahrt samt Bremsen in den Stationen laufe mehr oder minder automatisch.

Insofern ist die modernisierte Anlage eine große Hilfe für das Betriebspersonal, das gemeinsam mit dem für die benachbarte Standseilbahn nur 15 Mitarbeiter ausmacht. In der Talstation ist es zumeist damit beschäftigt, den Touristen Auskünfte zu geben und Tickets zu verkaufen. In der Bergstation sind die Fahrdienstleiter während ihrer Schicht mit der Pflege der aus 1901 stammenden und 60 Tonnen schweren Antriebsmaschine beschäftigt. „Hier ist noch alles Handarbeit“, betont Betriebsleiter Lauterbach.

Auch an der schweren Technik hat sich etwas getan. So wurde etwa der Gleichstrommotor so überarbeitet und eingestellt, dass er viel ruhiger läuft. Außerdem hat man ein neues Notstromaggregat installiert. Damit es in das enge Gemäuer des früheren Kesselraums der Bergstation passt, musste es eigens für die DVB konstruiert werden. Neuen Richtlinien folgend ist es deutlich leistungsfähiger als das alte, was Passagieren im Falle eines Stromausfalls mehr Sicherheit garantiert. Weiterhin haben die Monteure die gesamte Beleuchtung und in der Talstation auch die Hauselektrik überarbeitet.

Die Schwebebahn fährt täglich von 9.30 Uhr bis 20 Uhr, zumeist vier Mal in der Stunde. Tickets kosten 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro für die Bergfahrt; 5 Euro, ermäßigt 3 Euro für die Berg- und Talfahrt.

Von Uwe Hofmann

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