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Dresden will Autofahrer mit Mobilitätskampagne zum Umsteigen bewegen

„Multimobil“ Dresden will Autofahrer mit Mobilitätskampagne zum Umsteigen bewegen

„Langes Warten an Ampeln und nervige Verkehrsstaus muss ich nicht haben“, sagt Jörg Wendisch. Als „Multi-Jörg“ ist der 61-Jährige eines von fünf Gesichtern der Kampagne „ Multimobil. Für Dich. Für Dresden.“

Kathrin Socha , Jörg Wendisch und Anja Maatz (v.l.) geben mit zwei weiteren Dresdnern ihr Gesicht für die „Multimobil“-Kampagne.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Langes Warten an Ampeln und nervige Verkehrsstaus muss ich nicht haben“, sagt Jörg Wendisch. Als „Multi-Jörg“ ist der 61-Jährige eines von fünf Gesichtern der Kampagne „ Multimobil. Für Dich. Für Dresden.“, die von der Stadt und verschiedene Unternehmern angestoßen am Donnerstag startet. „Dresden ist eine wachsende Stadt, die Flächen für Verkehrsinfrastruktur sind aber endlich“, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Deshalb wolle man mit der Kampagne „Mobilitätsverhalten verändern“, wie er anfügt. Im Klartext: Es geht zum Umstieg vom Auto in andere Beförderungsmittel, etwa Bus und Bahn, Fahrrad oder ein Gemeinschaftsauto. Entsprechend gehören die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und das Carsharing-Unternehmen „teilAuto“ zu Dresdens Kampagne-Partnern.

Zum Umsteigen sollen vor allem sogenannte Testimonials anregen – Geschichten von Bewohnern der Stadt. „Multi-Jörg“ zum Beispiel setzt für seine Wege vor allem aufs Fahrrad. „Und das Auto versauert in der Garage“, wie der sportliche Tolkewitzer anfügt. Die 33-jährige Anja Maatz, die in der Logik der Kampagne als „Multi-Anja“ von Plakaten und einer extra beklebten Straßenbahn grüßt, outet sich als Schönwetterfahrerin, die bei Regen auf Bus und Bahn und für Ausflüge und größere Einkäufe aufs „teilAuto“ ausweicht. „Multi-Mama“ Kathrin Socha dagegen bringt jeden Morgen ihre zwei Kinder mit dem Auto von Dresden-Klotzsche zur Schule nach Medingen. Ansonsten ist sie viel zu Fuß sowie mit den Öffentlichen unterwegs.

Die Kampagne solle zeigen, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich durch Dresden zu bewegen, sagt der Baubürgermeister. Ab 3. Juli bis zum 31. August können dazu auch die Dresdner beitragen. Sie können ihre lustigen, bemerkenswerten oder kuriosen Erlebnisse aus dem Dresdner Verkehrsalltag auf der Internetseite www.dresden.de/multimobil hochladen und damit an einem Preisausschreiben teilnehmen, bei dem es zum Beispiel eine VVO-Jahreskarte zu gewinnen gibt. Auslaufen soll die Kampagne in der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September.

Das ist viel Aufwand für ein paar Monate Aufmerksamkeitswirbel, gerade wenn man die Kosten bedenkt. 60 000 Euro, gefördert von der EU, sind in die Kampagne geflossen. Hinzu kommen weitere 200 000 Euro, die den verschiedenen Partnern insgesamt durch die Bewerbung entstehen. Kein rausgeschmissenes Geld, wie der Baubürgermeister findet. Es gehe auch darum, drohende Fahrverbote durch das Einhalten der Klimaschutzziele zu verhindern, betont er.#

Entsprechend erschöpfen sich die Bemühungen nicht im alleinigen Benennen von Auto-Alternativen. Von den mehr als 70 vom Stadtrat beschlossenen Mobilitätspunkten, bei denen die Angebote mehrere Verkehrsanbieter verknüpft werden, soll im Herbst der erste am Neustädter Bahnhof eingeweiht werden. Außerdem wird im Hintergrund daran gearbeitet, die verschiedenen Buchungssysteme zum Beispiel mit Apps für das Smartphone zu vernetzen. Das Potential für eine multimobile Stadt habe Dresden, ist Schmidt-Lamontain überzeugt. So verzeichneten die DVB 2016 einen Fahrgastrekord und auch „teilAuto“ floriert. Das Unternehmen hat inzwischen mehr als 8000 Nutzer in Dresden, die sich rund 250 auf 140 Parkplätzen im Stadtgebiet verteilte Fahrzeuge teilen.

Von Uwe Hofmann

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