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Dresden hat 282 Unfallschwerpunkte

Unfallkommission Dresden hat 282 Unfallschwerpunkte

282 Unfallhäufungsstellen gibt es in Dresden. Das sind Erkenntnisse der Unfallhäufungskommission, die die Stadt am Donnerstag präsentiert hat. Demnach gibt es unter den Unfallschwerpunkten 29 leichte und 253 schwere. An zwölf Stellen spricht die Kommission von Massen-Unfallhäufungsstellen. Einige der Punkte konnte die Stadt in den letzten Jahren entschärfen.

Die Marienbrücke wurde nach einigen schweren, mitunter auch kuriosen Unfällen wie hier im Mai 2014. entschärft. Ob das gefruchtet hat, lässt sich noch nicht sagen.
 

Quelle: Roland Halkasch

Dresden. 282 Unfallhäufungsstellen gibt es in Dresden. Das sind Erkenntnisse der Unfallhäufungskommission, die die Stadt am Donnerstag präsentiert hat. Demnach gibt es unter den Unfallschwerpunkten 29 leichte und 253 schwere. An zwölf Stellen spricht die Kommission von Massen-Unfallhäufungsstellen. Einige der Punkte konnte die Stadt in den letzten Jahren entschärfen.

Was ist die Unfallkommission?

Etwa fünf Mal im Jahr treffen sich Vertreter der Straßenbaubehörde und der Polizeidirektion Dresden unter Leitung der Straßenverkehrsbehörde und diskutieren Unfallschwerpunkte. Ebenso sitzen Verkehrswissenschaftler der Technischen Universität Dresden (TU) mit am Tisch. Die Polizei meldet die Unfallhäufungsstellen, die von der Kommission nach eigenem Raster kategorisiert werden. Ziel ist es, die Unfallschwerpunkte durch Umbauten oder eine veränderte Beschilderung zu entschärfen. „Baulich kann man an viele Dinge nicht rangehen“, sagt Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz. Er fordert stattdessen mehr Disziplin und Rücksichtnahme von Verkehrsteilnehmern. „Es müsste mehr Verkehrskontrollen geben.“

Was macht eine Unfallhäufungsstelle aus?

Plump gesagt: Unfälle. Für eine leichte Unfallhäufungsstelle (UHS) müssen es fünf Unfälle innerhalb von zwölf Monaten sein, für eine schwere UHS fünf Unfälle, bei denen Menschen verletzt werden, innerhalb von 36 Monaten. 15 Unfälle gleichen Typs innerhalb von zwölf Monaten machen den Sonderfall einer Massen-UHS aus. Ihnen sei meist nur durch eine „vollständige Neuplanung“ der betreffenden Kreuzung beizukommen, heißt es. Das bedeutet, dass es oft Jahre dauert, bis so eine Stelle wirksam entschärft ist.

Wo war die Unfallkommission erfolgreich?

Zum Beispiel am Strehlener Platz. Dort hat es zwischen 2011 und 2013 39 Unfälle mit elf Schwer- und 35 Leichtverletzten gegeben, darunter 20 mit einer Beteiligung von Radfahrern. 2015 hat die Stadt die Markierungen an der gesamten Kreuzung umgearbeitet, zum Beispiel an der Zufahrt von der Strehlener Straße ein Stoppschild aufgestellt sowie an Ackermannstraße und August-Bebel-Straße Wartelinien angebracht. Außerdem wurden die Zufahrten von Strehlener Straße und Ackermannstraße verengt, was die Sichtverhältnisse bessern soll. Das hat offenbar Erfolg gebracht: 2014-2016 wurden 20 Unfälle mit 21 Leichtverletzten registriert (elf Radfahrer), das ist nahezu eine Halbierung. Dennoch wird die Kreuzung als Massen-UHS betrachtet, beschäftigt sich das Stadtplanungsamt mit ihrem Umbau.

Weit über 100 Unfallhäufungssstellen gibt es in Dresden. Einige der kompliziertesten Stellen wurden in den vergangenen Jahren entschärft. Wir zeigen hier, wo die Stadt die Sicherheit schon verbessern konnte.

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Sind die Entschärfungsaktionen auf der Marienbrücke abgeschlossen?

Nein. Dort ist in der Auffahrt von der Antonstraße bereits eine Fahrspur verschwunden, nachdem 2013 acht Autofahrer bei glatter Fahrbahn trotz Tempo 30 ins Schlingern kamen. „Viele Kraftfahrer haben die Geschwindigkeitsbeschränkung nur als ungefähre Richtgröße angesehen“, sagt Koettnitz. Deswegen habe man die Überfahrt der bei Regen rutschigen Straßenbahngleise ganz untersagt. Derzeit laufen Überlegungen, das Verbot bis zur Kreuzung mit der Magdeburger Straße durchzuziehen, um die Platzierungsrennen eiliger Autofahrer auf der Brücke einzudämmen. Ende des Jahres soll laut Koettnitz in der Sache eine Entscheidung getroffen sein.

So sah die Brücken-Zufahrt früher aus.

So sah die Brücken-Zufahrt früher aus.

Quelle: Stadtverwaltung Dresden
An der Neustädter Zufahrt zur Marienbrücke gibt es aus Sicherheitsgründen nur noch eine Spur.

An der Neustädter Zufahrt zur Marienbrücke gibt es aus Sicherheitsgründen nur noch eine Spur.

Quelle: Stadtverwaltung Dresden

Was ist sonst noch geplant?

Kreisverkehre scheinen ein probates Mittel zu sein, so wie an der Kreuzung Volkersdorfer Straße und Boxdorfer Straße bereits geschehen. Die Kreuzung Hans-Grundig-Straße und Dürerstraße wird im Herbst für rund 580 000 Euro zum Kreisverkehr umgebaut.

Und was ist mit Tempolimits?

Die können nach einer Änderung der Straßenverkehrsordnung nun leichter an Schulen, Kitas und dergleichen auch an Hauptstraßen verhängt werden. Von 90 Vorschlägen für neue Tempo-30-Strecken hat die Stadt derzeit 34 geprüft. An 16 Standorten gilt nun Tempo 30 oder wird in den nächsten Tagen und Wochen verhängt (siehe Kasten).

Hier gilt jetzt Tempo 30

Kita Schatzinsel, Reicker Straße 30

Waldorfkindergarten Raffael, Bahnhofstraße 19

AWO-Kita, Bahnhofstraße 52

SRH Montessori-Grundschule Dresden, Pirnaer Landstraße 191

Seniorenheim Dresden-Leuben, Berthold-Haupt-Straße 28, (Tempo 30 auf Pirnaer Landstraße)

Kita Outlaw, Hechtstraße 159

Gymnasium Bühlau, Quorener Straße 12

62. Grundschule, Pillnitzer Landstraße 38

Kita Sausewind, Industriestraße 6

Kita Sonnenkäferland, Dölzschener Straße 40

Kita Pusteblume, Saalhausener Straße 44

ASB-Kindertagesstätte „Am Lehmberg“, Am Lehmberg 28

Seniorenzentrum AGO Dresden, Wernerstraße 37

Kita Pfiffikus, Wurzener Straße 19

Lernförderschule Makarenko, Leisniger Straße 76

Krankenhaus Dresden-Neustadt, Industriestraße 40 (Dort bestand bereits Tempo 30 aufgrund einer „besonderen Gefahrenlage“, nach Änderung der StVO ist die Anordnung ohne weitere Begründung möglich.)

Von Uwe Hofmann

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