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Wille & wenig Scheu: Zverev will in Wimbledon auftrumpfen

Tennis Wille & wenig Scheu: Zverev will in Wimbledon auftrumpfen

Seit langem gilt Alexander Zverev als Tennis-Talent mit vielversprechender Zukunft. Immer mehr rückt der Hamburger nun in den Fokus. In Wimbledon will er ab Dienstag die Konkurrenz aufmischen. Aber Zverev sagt auch: "Ich bin immer noch ein kleiner Junge."

London. Alexander Zverev kann es nicht schnell genug gehen. Schon mit 19 Jahren und zwei Monaten ist der Norddeutsche erstmals in Wimbledon gesetzt.

Bereits bei seiner zweiten Teilnahme zählt er als klar jüngster Spieler zu jenen Profis, die in den ersten Runden nicht die vermeintlich schwierigsten Kontrahenten bekommen. Das hoffnungsvollste deutsche Tennis-Talent seit Jahren arbeitet sich schneller voran als gedacht - und will nun in Wimbledon auftrumpfen. "Ich bin jetzt mehr bereit, große Matches zu spielen", sagte Zverev.

Die Zeiten, in denen ein Teenager wie einst der 17-jährige Boris Becker 1985 auf dem heiligen Rasen triumphieren kann, scheinen derzeit vorbei. Auf der Setzliste hat fast die Hälfte bereits ihren 30. Geburtstag gefeiert. Die Favoriten Novak Djokovic und Andy Murray haben 29 Jahre auf dem Buckel. Der zweitjüngste unter den Gesetzten, der Australier Nick Kyrgios, ist zwei Jahre älter als Zverev.

Der Hamburger durfte sich am Montag noch vorbereiten und das Wettkampfgeschehen als Zuschauer verfolgen. Erst für Dienstag war sein erstes Match gegen den 15 Jahre älteren Franzosen Paul-Henri Mathieu angesetzt.

Die Tennis-Tour mit ihren dauerreisenden Stars kennt Zverev seit Kindheitstagen. Mit seinem Bruder Mischa, einst Top-50-Spieler, seinem Vater Alexander und seiner Mutter Irina tingelte er früh durch die Welt. Auch seine Eltern sind ehemalige Spitzenspieler.

Der jüngere Sohn, den viele nur Sascha nennen, ist am 20. April 1997 in Hamburg geboren und wohnt mittlerweile in Monte Carlo. Er gilt seit langem und zurecht als größte Hoffnung im deutschen Herren-Tennis. "Eines schönen Tages kann er in den Top Ten stehen. Ob vier, sechs, acht oder mehr kann man nicht vorhersehen", sagte Niki Pilic, Berater des Deutschen Tennis Bundes. "Aber als Novak Djokovic bei mir trainierte, wusste auch keiner, dass er mal die Nummer eins wird."

Seit vergangenen Montag gehört Zverev erstmals zu den weltweit besten 30 seines Sports. Der Schweizer Roger Federer lobte nach seiner Niederlage gegen den Youngster in Halle dessen Aufschlag, Rückhand und seine Fortschritte bei der Vorhand. "Er ist meiner Meinung nach gesegnet", formulierte die deutsche Nummer eins, Philipp Kohlschreiber. Zulegen muss Zverev noch bei der Physis.

Das Spiel auf Rasen kommt dem 1,98 Meter großen Schlaks vor allem dank seines Aufschlags entgegen. Zudem zeichnet ihn sein unbedingter Wille und wenig Scheu vor großen Namen aus. "Deutschland sucht immer den nächsten Boris Becker oder Michael Stich. So eine Zeit wiederzubekommen, ist schwierig", sagte Zverev. "Aber es ist schön, dass sich schon viele für mich in jungen Jahren interessieren."

Dem 19-Jährigen gefällt die große Bühne. In Wimbledon könnte es für ihn jedoch schwierig werden, erstmals die Runde der besten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier zu erreichen. Bei seiner Premiere im Vorjahr schied er im zweiten Spiel aus. Diesmal könnte sich sein Weg in der dritten Runde mit dem Finalisten von 2010, Tomas Berdych, kreuzen.

Federer warnte vor gut einer Woche davor, dem jungen Kollegen nicht mit zu hohen Erwartungen den Spaß zu nehmen. "Ich habe nie gesagt, er wird die Nummer eins", so der Schweizer. "Ich finde das unfair. Die Nummer eins wird man nicht einfach so über Nacht, die Nummer eins erkämpft man sich sehr hart." Und auch Zverev weiß: "Ich bin immer noch ein kleiner Junge."

dpa

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