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Pennetta nach US-Open-Sieg bald Tennis-Pensionärin

Tennis Pennetta nach US-Open-Sieg bald Tennis-Pensionärin

Flavia Pennetta sorgte gleich für zwei Knalleffekte bei den US Open. Nach dem ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere kündigte sie ihren Abschied vom Tennis zum Jahresende an. Die Gründe sind nur allzu verständlich.

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Flavia Pennetta mit dem Siegerpokal der US Open.

Quelle: Daniel Murphy

New York. Das Beste zum Schluss: Flavia Pennetta hielt den US-Open-Pokal noch nicht in den Händen, da sorgte sie an Italiens größtem Tennis-Tag für die nächste riesige Überraschung.

Sie habe noch etwas Wichtiges mitzuteilen, erklärte die 33-Jährige nach dem 7:6 (7:4), 6:2 über Roberta Vinci während der Siegerehrung im Arthur-Ashe-Stadium - und ließ die Katze aus dem Sack: "So wollte ich Goodbye vom Tennis sagen. Das war mein letztes Match bei den US Open. Ich hätte auf keine bessere Weise aufhören können."

Nicht einmal ihre Freundin Roberta Vinci wusste Bescheid. Nach der innigen Umarmung am Netz verriet Pennetta ihr am Samstag den schon länger gereiften Entschluss, während beide auf ihren Stühlen am Rand des Platzes auf die Ehrung warteten und ein fröhliches Schwätzchen hielten. Dabei bekam die strahlende Siegerin nach ihrem größten Triumph von der genauso strahlenden Verliererin einen Knuff. "Sie hat gesagt: Was? Ich habe gesagt: Ja", berichtete Pennetta. Vinci habe geantwortet: "Gibt's doch nicht. Das ist perfekt. Geh! Geh!"

Die 32 Jahre alte Bezwingerin von Serena Williams, die mit Pennetta jahrelang ein Zimmer beim italienischen Tennis-Verband teilte, gestand später ein: "Unglaublich, ich habe das nicht erwartet." Nur ihrem Team, ihrer Familie und ihrem Verlobten Fabio Fognini erzählte Pennetta davon, dass sie nach einem halben Leben genug hat von den Mühen eines Tennisprofis mit ständigen Reisen und Turnieren.

Der nach seinem Coup gegen Rafael Nadal in New York ausgeschiedene und heimgereiste Fognini war ebenso wie Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi zum Endspiel eingeflogen. Als Pennetta nach der Siegerehrung noch Autogramme schrieb, begann der sich lange ankündigende Regen herunterzuprasseln. Mit nassen Haaren kam Pennetta in die Stadion-Katakomben zur italienischen Siegesfeier, zu der Renzi inzwischen von der Ehrentribüne herunter gestiegen war.

Abseits der politischen Probleme in Italien und der Flüchtlingskrise in Europa posierte der Premier entspannt für Erinnerungsfotos zwischen den Finalistinnen und ihren Trophäen, auf dem Bild durfte eine grün-weiß-rote Trikolore nicht fehlen. Es wurde viel geredet, gelacht, telefoniert, gestikuliert, geknipst - schließlich lagen sich Pennetta und Fognini in den Armen. 3,3 Millionen Dollar brutto nimmt Pennetta für den US-Open-Sieg bald mit in den Ruhestand, gut 700 000 hatte sie in diesem Jahr bislang insgesamt verdient.

Die Entscheidung für das Karriereende fiel beim WTA-Turnier in Toronto vor einigen Wochen, ins Grübeln kam Pennetta im 16. Profijahr schon vor längerem. Der ständige Konkurrenzkampf an 24 Wochen im Jahr sei ihr manchmal schwergefallen, sie habe auch nicht mehr immer die Power. Drei Tage vor den French Open im Mai erwog sie, für Paris abzusagen, trat aber an. "Doch wenn Du zu viel nachdenkst, ist es Zeit, eine Entscheidung zu treffen - weitermachen oder aufhören. Manchmal haben wir Angst vor der Entscheidung, weil wir nicht wissen, wie das Leben danach sein wird", philosophierte Pennetta ernst.

Sie wird nun noch zwei Turniere in China spielen und im Fall der Qualifikation den Saisonabschluss der besten Acht in Singapur. Dank ihres ersten Grand-Slam-Einzeltitels im 49. und letzten Anlauf hat Pennetta den Abschluss perfekt hinbekommen. Einen Tag nach dem verpassten Grand Slam gratulierte auch Serena Williams und twitterte: "Ich werde Dein Lächeln vermissen."

dpa

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