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Im Sog des kleinen Bruders: Mischa Zverev gegen Djokovic

Tennis Im Sog des kleinen Bruders: Mischa Zverev gegen Djokovic

Er wolle mehr sein als der beste Sparringspartner seines Bruders, sagt Mischa Zverev. Der rasante Aufstieg des zehn Jahre jüngeren Alexander inspiriert ihn so sehr, dass plötzlich auch wieder Mischa Zverev im Rampenlicht steht - und gegen die Nummer eins spielen darf.

Shanghai. Die Erfolge seines kleinen Bruders scheinen Mischa Zverev zu beflügeln. In Shanghai erreichte der 29-Jährige erstmals seit sieben Jahren wieder das Viertelfinale eines Masters-Turniers und darf sich dort nun mit dem Besten seiner Branche messen.

"Gegen Novak Djokovic auf dem Center Court zu spielen, ist natürlich ein Riesen-Match für mich. Ich bin sehr, sehr zufrieden, froh und glücklich", sagte der lange verletzte Tennisprofi aus Hamburg.

Zeitgleich bestritten Mischa und der zehn Jahre jüngere Alexander ihre Achtelfinal-Partien beim mit rund 5,5 Millionen US-Dollar dotierten Turnier. Doch während Deutschlands größtes Tennis-Talent seit Jahrzehnten gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga eine 4:1-Führung im dritten Satz verspielte und nach knapp zweieinhalb Stunden 7:6 (7:4), 2:6, 5:7 verlor, erreichte Mischa Zverev als erster Qualifikant in diesem Jahr bei einem der wichtigsten Turniere unterhalb der Grand Slams das Viertelfinale.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl, erstmals seit Rom 2009 wieder bei einem Masters so weit zu kommen", sagte Mischa Zverev nach seinem 6:7 (4:7), 6:4, 6:1-Erfolg in 2:08 Stunden gegen den Spanier Marcel Granollers. Mit zwei Drei-Satz-Siegen in der Qualifikation und drei weiteren Erfolgen im Hauptfeld - darunter in der zweiten Runde gegen den Tokio-Turniersieger Nick Kyrgios aus Australien - hat sich die Nummer 110 der Weltrangliste in die Runde der besten Acht gearbeitet.

"Ich hatte sehr lange, sehr schwere Matches in dieser Woche. Gott sei Dank habe ich es auf die Reihe bekommen, konzentriert zu bleiben und mein Spiel durchzusetzen, egal gegen wen ich gespielt habe", sagte Zverev. In der kommenden Woche wird der einstige Davis-Cup-Spieler unter die Top 100 zurückkehren und voraussichtlich auch erstmals seit sechs Jahren wieder am Jahresende unter den besten 100 Akteuren seiner Sportart stehen.

Dabei musste der 1,91 Meter große Linkshänder schon mehrmals um die Fortsetzung seiner Karriere bangen. Die Phrase von der langen Leidenszeit passt zu ihm wie zu wenigen anderen. Bruch des rechten Handgelenks 2009, angebrochene Rippen 2010, Bandscheibenvorfall 2010 und Rückenprobleme 2011, Anriss der Patellasehne 2013 und Operation am linken Handgelenk 2014 stehen in der Zverevschen Krankenakte.

Die Erfolge seines Bruders Alexander inspirierten Mischa Zverev aber so sehr, dass er mehr sein wollte als "der beste Sparringspartner meines Bruders", wie er zuletzt während der US Open in New York erzählte. Dort gewann Mischa erstmals seit Wimbledon 2009 bei einem Grand-Slam-Turnier wieder ein Match und sagte: "Ich habe gemerkt, wie sehr ich das Tennis vermisse und dass ich es doch noch kann."

dpa

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