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Andy Murray feiert zweiten Titel in Wimbledon

Tennis Andy Murray feiert zweiten Titel in Wimbledon

Ein Schotte macht England glücklich: Andy Murray begeisterte das Wimbledon-Publikum. Im Finale gegen den kanadischen Tennisprofi Milos Raonic hatte er keine Probleme. Sein prominenter Trainer ist ein Erfolgsgarant.

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Der Schotte ließ den Freudentränen nach seinem Sieg dann freien Lauf.

Quelle: Gerry Penny

London. Andy Murray weinte vor Glück, innig umarmte er den Wimbledon-Pokal. Zum zweiten Mal hat sich der 29-Jährige bei seinem Heim-Grand-Slam zum Champion gekürt. Vor dem mitfiebernden Prinz William und dessen Frau Kate feierte der Schotte am Sonntag einen souveränen Endspiel-Erfolg.

Mit 6:4, 7:6 (7:3), 7:6 (7:2) setzte sich Murray gegen den Final-Debütanten Milos Raonic durch und sicherte sich seinen dritten Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere. Allesamt gewann er mit dem Ex-Star Ivan Lendl als Trainer, zu dem er erst vor rund einem Monat wieder zurückgefunden hatte.

"Das ist das wichtigste Turnier für mich in jedem Jahr", sagte der Sieger. "Es ist sehr besonders, diese Trophäe wieder in den Händen zu halten. Ich werde diesen Sieg wirklich genießen." Selbst der sonst oft mürrisch erscheinende Lendl wirkte auf der Tribüne gerührt, Murray zauberte mit seinem Auftritt ein Lächeln in sein Gesicht.

Vor drei Jahren hatte der Schotte das Wimbledon-Publikum schon einmal in einen Freudentaumel versetzt, als sein Erfolg historische Bedeutung hatte. Als erster Brite seit Fred Perry 1936 entschied er 2013 das bedeutendste Tennisturnier der Welt für sich. "Ich bin glücklicher jetzt", sagte Murray. "Ich habe das Gefühl, dieser Sieg ist mehr für mich selbst. Letztes Mal war es pure Erleichterung."

Auch diesmal erhoben sich die Zuschauer, unter ihnen Premierminister David Cameron, auf dem Centre Court von ihren Sitzen, als Murray seinen zweiten Matchball verwandelte. Auf dem überfüllten Henman Hill vor der Leinwand brach Jubel aus. "Es war ein großartiges Match zum Zuschauen", sagte Herzogin Kate anschließend zu Murray.

Das Finale hatte einen zusätzlichen Reiz dadurch bekommen, dass Raonic sich den dreimaligen Wimbledonsieger John McEnroe als Ratgeber in sein Team geholt hatte und sich somit zwei frühere Rivalen als Trainer gegenüberstanden. Mit dem Halbfinal-Erfolg über den Wimbledon-Spezialisten Roger Federer hatte Raonic als erster Kanadier bei den Herren das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers erreicht.

Einen Tag nach der Finalniederlage von Angelique Kerber gegen Serena Williams präsentierte sich Murray konzentriert und mit dem Willen, sich die Chance nicht nehmen zu lassen. Die Nummer zwei der Welt nutzte es aus, dass Vorjahressieger Novak Djokovic schon Mitte des Turniers Wimbledon verlassen hatte. Am serbischen Topfavoriten war der Brite in diesem Jahr im Finale der Australian Open und der French Open gescheitert.

Der 56-jährige Lendl saß in der Spielerbox, der ein Jahr ältere McEnroe ging während des bislang größten Auftritts von Raonic seiner Arbeit beim Fernsehen nach. Bei 3:3 nutzte Murray seine dritte Breakchance, als er den Kontrahenten zu einem Volley-Fehler zwang. Die Basis für den ersten Satzgewinn war gelegt.

Raonic kämpfte sich zwei Tage nach seinem Fünf-Satz-Sieg über den siebenmaligen Wimbledon-Champion Federer im zweiten Abschnitt in den Tiebreak. Dort war Murray der konstantere Spieler. Erst im dritten Durchgang geriet Murray erstmals bei eigenem Aufschlag in Probleme. Doch wieder ging es in den Tiebreak, wieder war der Favorit der Bessere und feierte den sechsten Sieg nacheinander gegen Raonic.

Mit Lendl als Trainer hatte Murray während des ersten Engagements 2012 die US Open sowie Olympia-Gold und 2013 in Wimbledon gewonnen. "Ich wollte mit Ivan wieder zusammenarbeiten, damit er mir hilft, diese Events zu gewinnen", hatte Murray gesagt.

dpa

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