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Wieder Polizeizugriff im FIFA-Hotel - Zwei Festnahmen

Fußball Wieder Polizeizugriff im FIFA-Hotel - Zwei Festnahmen

In bester Lage am Zürichsee liegt das Luxushotel Baur au Lac. Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres werden dort führende FIFA-Funktionäre festgenommen. Die Szenen im Morgengrauen sind filmreif. Der Fußball-Weltverband kommt einfach nicht zur Ruhe.

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Im Hotel Baur au Lac in Zürich wurden zwei FIFA-Funktionäre festgenommen.

Quelle: Walter Bieri

Zürich. Mit hohem Tempo fährt die schwarze Limousine aus der Zufahrt des Nobelhotels Baur au Lac auf die enge Straße Richtung Zürichsee. Mit einem großen gelben Blatt versucht der Beifahrer, die Insassen vor den Kameras abzuschirmen.

Blitzlichtgewitter flackert im noch winterlich dunklen Morgen auf. Auch am Hintereingang, der über eine kleine Brücke zum Hotel führt, stehen Reporter. Im Eilschritt verlassen um kurz nach sechs Uhr mehrere Männer mit ihren Rollkoffern das Hotel. "No Photos", erschallt der Ruf eines Wachmannes. Schon sind die Männer in der Dunkelheit verschwunden.

Wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Reformsitzung des FIFA-Exekutivkomitees in der Zentrale des Fußball-Weltverbandes ist wieder das Hotel der Funktionäre zum Schauplatz einer krimireifen Polizeiaktion geworden - wie schon im Mai, als zwei Tage vor dem Wahlkongress gleich sieben FIFA-Männer abgeführt wurden - damals abgeschirmt hinter weißen Bettlaken, diesmal hinter dunkel getönten Scheiben.

Schnell sickert durch: Diesmal sind es zwei Top-Offizielle, die von der US-Justiz der Korruption verdächtigt werden und von den Schweizer Behörden in Auslieferungshaft genommen wurden. Nach dpa-Informationen sind es wieder Funktionäre aus Südamerika und Mittelamerika: Die FIFA-Vizepräsidenten Juan Angel Napout aus Paraguay und Alfredo Hawit Banegas aus Honduras. Beide übernahmen erst vor Kurzem diese Posten - ihre Vorgänger Eugenio Figueredo aus Uruguay und Jeffrey Webb waren im Mai unter den Festgenommenen.

Webb ist mittlerweile in die USA ausgeliefert und dort vernommen worden. Brachten seine Aussagen neue Erkenntnisse für die US-Behörden? Hintergrund der Ermittlungen sind millionenschwere, illegale Deals bei der Vergabe von TV- und Marketingrechten für mehrere Turniere und Wettbewerbe in ganz Amerika. Da auch die USA als Mitglied des CONCACAF-Verbandes betroffen sind und die Geschäfte teilweise über US-Konten abgewickelt worden sein sollen, ist das FBI so hartnäckig.

Der Morgen dämmert, als Sicherheitspersonal höflich bestimmt die mittlerweile gut zwei Dutzend Reporter vom Hoteleingang hinfort komplementiert. Aufnahmen sind nur noch von der anderen Straßenseite möglich. Doch die Bilder verdeutlichen: Die FIFA will ihren Zeitplan einhalten. Für 09.00 Uhr ist der zweite, entscheidende Teil der Exekutivsitzung angesetzt. Dann soll über maßgebliche Reformen für die Führung des skandalumtosten Weltverbandes beraten werden.

Die weiteren Mitglieder des Gremiums werden zur Zentrale auf den Zürichberg gefahren. Auch Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, das deutsche Mitglied in der Fußball-Weltregierung, ist dabei. Seine Lebensgefährtin hat kurz zuvor das Hotel verlassen, rasch verabschiedet von Niersbachs persönlichem Assistenten. Auch ihre Limousine braust in den Züricher Morgen davon.

dpa

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