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VfL dank Draxler auf Viertelfinal-Kurs: 3:2 in Gent

Fußball VfL dank Draxler auf Viertelfinal-Kurs: 3:2 in Gent

Mit einer guten Leistung und durch tolle Tore gewinnt Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg in der Champions League in Gent. Ärgerlich: In der Schlussphase wird ein 3:0 fast noch verspielt. Zuvor glänzte besonders Julian Draxler als Zauberfuß.

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Wolfsburgs Sebastian Jung verletzte sich am linken Knie.

Quelle: Marius Becker

Gent. Trotz seines ersten Doppelpacks in der Champions League ärgerte sich Wolfsburgs Star Julian Draxler über zwei späte Gegentore beim 3:2 (1:0)-Sieg in Gent."Wir wissen, dass wir eine überragende Ausgangslage noch verspielt haben", sagte der Nationalspieler.

Dank der Geniestreiche Draxlers steht der VfL Wolfsburg aber vor dem nächsten historischen Erfolgserlebnis. Im ersten Champions-League-Achtelfinale der Vereinsgeschichte gewann der Fußball-Bundesligist das Hinspiel beim belgischen Meister KAA Gent mit 3:2. Eine noch bessere Ausgangslage verspielten die Niedersachsen durch mangelnde Konzentration in der Schlussphase.

Nach zwei sehenwerten Draxler-Treffern (44./54. Minute) und dem Tor von dessen Nationalmannschaftskollegen Max Kruse (60.) schien der Einzug in die Runde der besten acht Teams der Königsklasse schon vor dem Rückspiel am 8. März praktisch perfekt. Die Anschlusstreffer durch Sven Kums (80.) und Kalifa Coulibaly (89.) veränderten die positive Ausgangslage aber wieder.

"Wir haben einen Gang zurück geschaltet. Das war der Fehler", sagte Draxler. "Solche Fehler passieren uns in letzter Zeit zu häufig", ergänzte Kruse. "Man muss das bis zum Ende durchbringen, konzentriert durchbringen", monierte Geschäftsführer Klaus Allofs. Auch Trainer Dieter Hecking war nicht zufrieden, sagte aber auch: "Wir müssen die guten 80 Minuten mit nach Wolfsburg nehmen."

Der angekündigte Ansturm der Büffel genannten Belgier blieb vor 19 978 Zuschauern in der ausverkauften Ghelamco-Arena bis auf die heftige Drangperiode kurz vor Schluss aus. Die Wolfsburger erspielten sich schnell ein Übergewicht, doch gefährlich in den Strafraum kamen sie zunächst nur selten. Erfolgversprechende Möglichkeiten gab es keine, bis der aus Freiburg ausgeliehen Stefan Mitrovic (25. Minute) beinahe ein Eigentor produziert hätte, den Ball aber knapp neben den Pfosten setzte.

Zuvor war Kruse (19.) allein Richtung Tor marschiert, verfolgt von vier KAA-Akteuren, und strauchelte bei seinem Dribbling. In der Offensive spielte Kruse zunächst ohne Nationalmannschaftskollege André Schürrle als Nebenmann. Der Weltmeister saß auf der Bank und kam erst kurz vor der Halbzeit-Pause für den bei einer Rettungstat am linken Knie verletzten Sebastian Jung ins Spiel.

Größere Diskussionen hatte zuvor die Defensivbesetzung des VfL verursacht. Wegen der Gelbsperre von Naldo verteidigten der Fehler anfällige Dante und Champions-League-Debütant Robin Knoche zentral - wurden aber vorerst durch die zuvor von Trainer Dieter Hecking hochgelobten Belgier nicht vor allzu knifflige Aufgaben gestellt.

Wütende Proteste der KAA-Fans gab es, als Dante seinen Kontrahenten Laurent Depoitre (39.) kurz vor der Strafraumgrenze auflaufen ließ, Schiedsrichter Svein Oddvar Moen (Norwegen) aber nicht pfiff.

Koen Casteels hatte lange wenig zu tun. Der belgische Ersatzmann des verletzen VfL-Stammkeepers Diego Benaglio wurde in seiner Heimat nur selten geprüft. Gent kam kaum zu einem geordneten Spielaufbau. Auch die meisten Konter konnten die Gastgeber nicht ausspielen.  

Wolfsburgs Plan funktionierte und wurde von Draxler veredelt. Thomas Foket wurde vom Ex-Schalker im Zweikampf düpiert. Nach feinem Doppelpass mit Vierinha schob Draxler aus etwa 14 Metern zur verdienten Führung ein. Dass kurz darauf Jung mit dicker Bandage und Verdacht auf ein gerissenes Innenband im linken Knie zur Bank geführt wurde, war der Wolfsburger Wermutstropfen.

In der zweiten Halbzeit machte Gent etwas mehr Druck. Doch Draxler zauberte weiter. Ein Beinschuss gegen Depoitre, ein Lupfer über Torwart Matz Sels - Wolfsburg führte 2:0. Der Wille der Hausherren war dahin. Kruse erhöhte kurz darauf nach schöner Vorarbeit von Christian Träsch. Erst in der Schlussphase geriet Wolfsburg gehörig ins Wackeln. Kums nutzte dies zum Anschlusstor, bei dem Casteels nicht schnell genug reagierte. Auch danach musste der Schlussmann noch einige Male parieren und war gegen Coulibaly doch machtlos. Immerhin reichte es noch zum knappen Erfolg.

dpa

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